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13.6.2010 von Franziska Kurtz.
So. Gestern war Derniere vom Sturm, und all der Trubel und die Freude versuchen momentan so furchtbar hinterhältig, meine Entscheidung zu untergraben, die Theater-AG zu verlassen. Ich wusste eigentlich, dass das kommen würde, und hab mir das schon das ganze Jahr über gesagt. Die Proben waren wirklich anstrengend und ich habe mir währenddessen immer gesagt, dass ich das im Hinterkopf behalten muss, aber jetzt ist es wirklich sehr in den Hintergrund gerückt, und während mein Kopf versucht, die Sache vernünftig zu betrachten, ruft mein Bauch die ganze Zeit: “Au ja! Lass uns das noch mal machen!” Und ich weiß einfach nicht. Ich werde jetzt erst mal abwarten, was unser Spielleiter nächstes Jahr machen will, und dann werden wir sehen.
Während der letzten Wochen hab ich auch recht viel gelesen, was meine Schweigsamkeit hier erklärt. (Theater + Bücher = gar keine Zeit mehr.) Unter anderem The Demon’s Covenant von Sarah Rees Brennan, das ich wirklich geliebt habe. Momentan bin ich aber irgendwie nicht dazu aufgelegt, ausführliche Rezensionen zu schreiben, und deshalb jetzt weiter zu meiner Blog-Wiederbelebungsmaßnahme!
31 Tage - 31 Bücher
Tag 1 – Das Buch, das du zurzeit liest
Tag 2 – Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst
Tag 3 – Dein Lieblingsbuch
Tag 4 – Dein Hassbuch
Tag 5 – Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest
Tag 6 – Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst
Tag 7 – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert
Tag 8 – Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert
Tag 9 – Das erste Buch, das du je gelesen hast
Tag 10 – Ein Buch von deinem Lieblingsautoren
Tag 11 – Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst
Tag 12 – Ein Buch, das du empfohlen bekommen hast
Tag 13 – Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst
Tag 14 – Ein Buch aus deiner Kindheit
Tag 15 – Das 4. Buch in deinem Regal v.r.
Tag 16 – Das 9. Buch in deinem Regal v.l.
Tag 17 – Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen
Tag 18 – Das Buch, mit dem schönsten Cover, das du besitzt
Tag 19 – Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest
Tag 20 – Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Tag 21 – Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast
Tag 22 – Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat
Tag 23 – Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat
Tag 24 – Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast
Tag 25 – Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt
Tag 26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest
Tag 27 – Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist
Tag 28 – Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!
Tag 29 – Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt?
Tag 30 – Das Buch, das du zurzeit liest
Tag 31 – Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst
Morgen fang ich damit an, und jetzt hör ich aus Nostalgie ein altes Pink-Album. :)
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5.6.2010 von Franziska Kurtz.
Im Augenblick ist es hier sehr still- weil es anderswo sehr turbulent zugeht, nämlich in der Theater-AG. Nach einer wirklich mehr schlechten als rechten Generalprobe haben wir am Dienstag mit unserer Inszenierung von Shakespeares Sturm Premiere gefeiert. Und zwar eine unglaublich gelungene. Nicht nur das; auch die zweite Aufführung, die ja den Ruf hat, immer die schlechteste zu sein, war fast noch besser (wenn man von der Panne mit unserem Mikro absieht, die aber so gut wie unbemerkt blieb, weil alle Betroffenen so klasse improvisiert haben!).
Es ist einfach so viel Spannung und Freude da, und all das hat mich vor ein paar Tagen noch mal die ganze Entwicklung Revue passieren lassen, vom stummen, langwierigen Text (der inzwischen bestimmt zu einem Drittel gestrichen ist) bis zum lauten, brausenden, albernen, stillen, nachdenklichen Stück. Es war eine wunderschöne Zeit, die grade von den Aufführungen gekrönt wird, und die Rückmeldung vom Publikum ist toll. Auch der Artikel in der RHEINPFALZ vom 04.06. ist voll des Lobes, und weil ich so stolz auf uns alle bin - da:
Aber das alles macht mich auch wahnsinnig traurig, weil es das für mich nach diesem Stück dann erst einmal war. Der Applaus, die Vertrautheit mit meiner Rolle, der kleine Zwerg mit riesigem Schluckauf, der immer in meinem Unterbewusstsein rumhüpft, sobald ich die Bühne betrete, die Konzentration, der Funke, der zwischen uns allen hin- und herspringt, jeder einzelne, das große Ganze- es ist so schön und so aufregend und irgendwie ist im Hinterkopf immer der Gedanke präsent, dass das das letzte Mal ist.
Ich finde es so schade, aber es war mir dieses Jahr einfach zu anstrengend, die langen, stickigen Tage im Theatersaal vor und hinter der Bühne für die kurzen Szene auf der Bühne, die ganze Arbeit, die sich zwar gelohnt hat, aber wirklich auslaugend war. Und ich glaube nicht, dass ich das in der 12. noch schaffe. Aber momentan bleiben mir noch vier Aufführungen in der Schule und eine letzte in Heidelberg, und immer der kleine Trost: vielleicht später wieder. Aber wehmütig bin ich doch.
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25.5.2010 von Franziska Kurtz.
Das könnte ein etwas verschlafener Eintrag werden, da ich grade von meinem Mittagsschläfchen aufgewacht bin (seit es so warm ist, brauch ich das noch dringender), aber es ist mal wieder an der Zeit zu bloggen. In der letzten Woche habe ich trotz Theaterstress nämlich immerhin zwei Bücher gelesen.
Das erste war Der Gehilfe des Malers von Alexandra Guggenheim, das ich mir vor allem wegen meinem Interesse an Rembrandt zugelegt habe, das das Musical in mir geweckt hat. Leider erfährt man über Rembrandt selbst nicht so viel, aber es war eine ganz nette Lektüre. Es beginnt aber gleich mit einem unnötigen Vorwort, das erzählt, wie die Autorin Hefte von Rembrandts Lehrling Samuel Bol gefunden und übersetzt hätte, wobei die Erzählung, so weit ich das verstanden habe, fiktiv ist. Ich fühle mich immer ein bisschen vergackeiert, wenn mir jemand weismachen will, ich hätte ein ach so wertvolles historisches Dokument vor der Nase, wenn es sich in Wahrheit um einen Roman handelt. Das muss wirklich nicht sein, und jedes gute Buch kommt ohne so was aus.
Das soll nicht heißen, dass Der Gehilfe des Malers schlecht war. Es war in Ordnung. Der Geschichte und den Figuren fehlte es ein wenig an Tiefgang, hin und wieder war sie ein bisschen vorhersehbar. Das war aber okay, weil die Autorin es doch geschafft hat, das mit der richtigen Spannung auszugleichen. Für so zwischendurch war es ein wunderbares Buch, einfach geschrieben, nicht zu viele Handlungsstränge- und genau das habe ich ja gebraucht.
Deshalb, und weil ich auf meine vorbestellten Bücher warte, habe ich danach den Drachenreiter von Cornelia Funke noch mal gelesen. Es muss ewig her sein, dass ich das zuletzt gelesen habe, und das nochmalige Lesen hat wirklich Spaß gemacht. Okay, auch dieses Buch ist ein wenig vorhersehbar, aber es ist ein Kinderbuch, da darf das. Normalerweise kann ich mich nach so langer Zeit nicht mehr daran erinnern, was noch genau passieren wird, hier ist hin und wieder was aufgeblitzt, aber das war nicht schlimm. Es ist echt eine schöne Geschichte, wenn auch manchmal ein klein wenig klischeebehaftet.
Als nächstes werde ich noch mal The Demon’s Lexicon von Sarah Rees Brennan lese, während ich hoffe, dass The Demon’s Covenant doch früher geliefert wird, als amazon behauptet. Ich hoffe, dass ich dann auch wirklich Zeit dafür haben würde, denn in der Theater-AG drängt unser Werk langsam zur Krönung, wie der gute Shakespeare sagen würde. :) Heute wird der Theatersaal gründlich aufgeräumt und geputzt, weil abends die Rheinpfalz kommt, um ein paar Ausschnitte aus unserem Stück zu sehen. Dann haben wir zwei Tage Pause und danach proben wir freitags und samstags noch mal, bevor es montags ernst wird; da haben wir Generalprobe. Und danach zwei Wochen lang Aufführungen. So sehr ich mich darauf freue, ich bin doch irgendwie froh, wenn es rum ist. Momentan ist es einfach nur so anstrengend, mit der Wärme und unserem hin und wieder etwas launischen AG-Leiter (wobei man ihm das echt nicht zum Vorwurf machen kann, er hat es manchmal schon schwer mit uns…). Aber jetzt gibt’s erst mal noch einen Orangensaft und dann bin ich weg. Die Arbeit ruft!
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18.6.2009 von Franziska Kurtz.
Kurz zusammengefasst für alle, die nicht den ganzen Beitrag lesen wollen - was ich im Prinzip immer und immer wieder sagen werde, ist sinngemäß: die haben mich gestern so aus den Socken gepustet.
Noch mal eben zur Erklärung. Wir nehmen mit der Theater-AG und unserem Stück Antigone an den 24. Schülertheatertagen Heidelberg teil (bzw. inzwischen müsste das wohl eigentlich in der Vergangenheit stehen :/), wo jede Gruppe auch eine Partnergruppe zugeteilt bekommt. Ausgewählt wird das wohl nach dem inszenierten Material, gemeinsamen Themen, ähnlichem Theaterverständnis… ich kann jetzt nur mutmaßen, aber bei unserer Gruppe hat das alles gepasst. “Unsere Gruppe”, das ist das Oberstufentheater des Hölderlin-Gymnasiums Heidelberg, und man kann einfach nicht oft genug sagen, wie genial die alle sind.
Das aufgeführte Stück ist ein 2006 entdecktes Brecht-Stück, das sich einer Vorlage Yamamotos bedient. Ich klaue einfach mal frech die Zusammenfassung.
Der japanische Dramatiker und Romancier Yamamoto (1887-1974) veröffentlichte 1930 ein Stück über eine der populärsten Figuren aus der jüngeren Geschichte Japans, die Sängerin und Geisha Okichi. Sie wurde 1856, als die USA das Ende der japanischen Isolation erzwangen und Handelsbeziehungen forderten, ins Haus des ersten amerikanischen Konsuls geschickt, der im Stil imperialistischer Kanonenboot-Diplomatie mit der Beschießung der Hafenstadt Shimoda gedroht hatte. Es gelang Okichi, den Konsul zu besänftigen, aber ihre Landsleute, die dieses Opfer brauchten, waren noch nicht bereit, es ihr zu verzeihen. Deshalb wendet der Dichter, wie Brecht schreibt, „sein Hauptaugenmerk dem Leben seiner Heldin nach der Heldentat zu” – der traurigen Geschichte eines langsamen Untergangs der als ‘Ausländerhure’ Verfemten.
(Quelle: Bertolt Brecht: Die Judith von Shimoda. Nach einem Stück von Yamamoto Yuzo. In Zusammenarbeit mit Hella Wuolijoki. Rekonstruktion einer Spielfassung von Hans Peter Neureuter. Suhrkamp. Frankfurt/Main 2006.)
Die Geschichte Okichis ist in Brechts Fassung ein “Stück im Stück”. Während sich in dieser Inszenierung auf dem vorderen Teil der Bühne das Leben von Okichi abspielt, die erst regelrecht genötigt wird, zum Konsul zu gehen, um anschließend geächtet zu werden, sitzen dahinter und erhöht der Fürst und drei seiner Gefolgsleute, die sich das Schauspiel zu Gemüte führen. (Übrigens ein sehr aufwendiges Bühnenbild für eine Schulproduktion - komplett mit einer Rampe, Metallgerüst und dem sehr gelungenen Einsatz von viel Stoff). Nachdem Okichis Heldentat erzählt ist, besteht die amerikanische Journalistin darauf, weitere Szenen aus deren Leben zu sehen, woraufhin die Regisseurin des Stücks im Stück dies kurzerhand organisiert.
Ausnahmslos alle Schauspieler haben ihre Rollen wunderbar gelebt. Schönes Zusammenspiel gab es eigentlich zwischen allen, niemand hat sich da besonders versucht, in den Vordergrund zu rücken, und so wirkten die Beziehungen zwischen Okichi und ihrem Verlobten, zu ihren Freundinnen und auch zu den Politikern, die da ihre Drähte zogen, sehr gut und sehr echt. Größter Respekt gebührt vor allem den fünf, die immer auf der Bühne waren, aber nicht immer “dran” waren: der Regisseur, der Fürst, der Professor, die Journalistin, und - wie sie im Nachgespräch so treffend genannt wurde - die “Krähe”. Aber selbst wenn der Fokus nicht auf ihnen lag, blieben diese fünf immer in ihren Rollen, waren immer präsent und ließen sich auch kleine Späßchen einfallen. Besonders schön war der Professor, der während einer Liebesszene zwischen Okichi und ihrem Verlobten mit einem Schuh auf sich selbst einprügelte (diese äußerst verkitschte Szene wurde ihm zuliebe dann noch einmal gespielt, aber mit völlig anderem Ton, wütender und kraftvoller - ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Text interpretiert werden kann), aber auch die Krähe, die die ganzen zweieinhalb Stunden mit seltsam verzogenem Gesicht dasaß, war ein absoluter Höhepunkt.
Wobei wir dann auch schon bei der einzigen Kritik wären - mit den zweieinhalb Stunden. Dies war wohl die kürzeste Aufführung des Stücks, die die Gruppe bisher hatte (auf Zug gespielt). Leider hat sich die Länge eben manchmal auch negativ ausgewirkt. Es gab im zweiten Teil des Stücks hin und wieder kleine Längen, Stellen, wo ich dachte “Ja, jetzt könnte es aber bald aufhören”. Allerdings haben das alle durch ihre Komik und Bühnenpräsenz wieder wettgemacht.
Was mir auch gefiel: dass sich die Schauspieler auf/neben der Bühne umgezogen haben. Das hat sehr gut in die Atmosphäre des Stücks gepasst (außerdem war es ja Brecht, wie man uns wiederholt mitteilte) - ein ganz klein wenig hatte ich aber auch das Gefühl, das war ein bisschen für die Jungs. :D
Jedenfalls ein toller, toller Abend, der dann in einer Ballade auf die heldenhafte und reine Okichi ausklang, die es nie gegeben hat. Ich hoffe sehr, dass das the beginning of a wonderful Theaterpartnerschaft war. :)
(Übrigens, wen es interessiert: kleiner Artikel über die Eröffnungsrevue/Präsentation der Workshops und Stücke.)
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16.6.2009 von Franziska Kurtz.
Momentan finden in Heidelberg die 24. Schülertheatertage im zwinger3, Heidelbergs Kinder- und Jugendtheater, statt. (Asuführliches Programm hier.) In drei Tagen ist mir dort so viel Schönes passiert - was ich jetzt versuchen werde, in einen Blogeintrag zu komprimieren - und am schönsten ist: noch ist es nicht vorbei. :)
Am Samstag und Sonntag habe ich an Lorenz Hippes Workshop “Lass mich doch in Frieden” teilgenommen, wo es um das Verfassen und Erarbeiten dramatischer Text ging. Da Theatertexte etwas sind, was ich meiner Ansicht nach eigentlich überhaupt nicht kann, habe ich mich kurzerhand für diesen Workshop eingetragen und es auch nicht bereut. Wir haben nicht viel Theorie gemacht, dafür aber viel geschrieben und am zweiten Tag auch viel gespielt. Das, was einen Theatertext ausmacht, habe ich bei Lorenz, glaube ich, ganz gut begriffen, und auch, dass das eigentlich gar nicht so weit weg ist von meinem sonstigen Schreiben. Damit experimentieren will ich auf jeden Fall. Ich freu mich sehr, dass ich den Workshop gewählt habe, auch wegen der anderen Teilnehmer und ein bisschen deswegen:
Zwei Minuten zweiundzwanzig. Ab zwei Minuten zweiundzwanzig geht gar nichts. Ich zähle die Sekunden und das fängt klein an, 1, 2, 3, aber bei 36 zuckt zum ersten Mal mein rechtes Augenlid und dann wird das Zuhören auch anstrengender, weil das Zählen wichtiger wird. 52, sagt der Kopf und ich mag keine Telefone mit Display, weil die das machen für mich, das Zählen, das machen die und dabei ist das doch meins.
Ausschnitt aus einem noch immer ganz rohen 3-Minuten-Text, der im Workshop entstanden ist. Was ich damit machen werde, weiß ich noch nicht, aber dass ich was damit mache, das weiß ich schon. Dafür liebe ich Workshops: dass sie einen Impuls geben, einfach mal zu schreiben.
Neben eigenen Texten haben wir auch Texte geschrieben, die aus sämtlichen Workshoptexten zusammengewürfelt waren, überlegt, auf welche Art und Weise man Texte zu einem Stück verbinden kann, geschrieben, gelesen, geschrieben, gespielt - und letztlich eine kleien Präsentation für die Eröffnungsrevue der Theatertage auf die Beine gestellt. Dass wir in zwei Tagen doch so viel geschafft haben, das war toll.
Die anderen scheinen aber auch viel Spaß gehabt zu haben, wie man während der Revue dann sehen konnte - wo nicht nur die Workshops dokumentiert, sondern auch die Stücke vorgestellt wurden. Da haben wir auch einen kleinen Einblick in das Stück unserer Partnergruppe bekommen, die Die Judith von Shimoda (Brecht, ein Stück, das erst 2006 entdeckt wurde, so weit ich weiß) inszeniert hat. Ich freu mich schon sehr darauf (Donnerstag/Freitag wird es da dann sicher Begeisterungsstürme hier von mir geben!)
Montags, also gestern, war dann unsere Aufführung, für die wir gleich nach der Schule losgefahren sind. Da wir nach dem Schleppen der Requisiten aber noch so viel Zeit hatten, haben wir uns zum “Kaffeeklatsch” begeben (kostenloser Kuchen! Koffein!), wo Didi Sachser dann - als Impulsgeber für die Kaffeeklatschdiskussion - einen Vortrag über Theaterspielflow gehalten hat, ein Phänomen, das zwar durch aus bekannt ist und auch bei anderen Kunstformen schon untersucht wurde, vor allem aber im Theater eine relativ unerforschte Sache ist (und was man durch Ohrfeigen angeblich wunderbar auslösen kann). War sehr interessant und der gute Mann bringt demnächst auch ein Buch darüber heraus. (Von dem ich leider vergessen habe, wie es heißt, aber ein bisschen Didi Sachser und Flow und Recherche…)
Die Aufführung war dann jedenfalls klasse. Unsere Partnergruppe war zwar nicht ganz geschlossen da, aber, wie sich im Nachgespräch herausstellte, auch ziemlich begeistert (vor allem von unserer Doppelbesetzung mancher Rollen, die den persönlichen Zwiespalt darstellt). Neuheit: Im zwinger gibt es hinter der Bühne Lautsprecher/Fernseher, damit man das Bühnengeschehen mitverfolgen kann. Vorher ging das ja nie so, aber da konnte man dann die ganze Aufführung in Bild und Ton mitverfolgen, was auch mal ganz spannend war.
Also: es war toll und morgen wird es noch mal toll. Wir werden uns morgen früh Der Meister und Margarita anschauen, und abends dann eben das Stück unserer Partnergruppe, die Judith von Shimoda. Aber jetzt erst mal: schlafen.
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2.5.2009 von Franziska Kurtz.
Nachdem wir am Montag (eine ziemlich entsetzliche) Generalprobe hatten und schon um die Aufführungen gebangt haben, hat Sophokles’ Antigone doch am Dienstag und Mittwoch wahnsinnig viel Spaß auf der Bühne gemacht. Der ein oder andere Patzer wurde noch elegant gerettet und insgesamt waren es drei wunderschöne Tage.
Mit dem Stück sind wir in Vertretung unserer Schule auch am 15.06. im Rahmen der Schultheaterwoche in Heidelberg im zwinger zu sehen; wenn sich jemand dafür interessiert: einfach fragen, dann gibt es Näheres.

Inzwischen habe ich auch - trotz Theaterstress - den Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier fertig gelesen. Als Klappentext findet man unter der Zusammenfassung auch Auszüge aus zwei Buchrezensionen:
“[…] Geradezu atemlos liest man dieses Buch, kann es kaum aus der Hand legen.” (Die Welt)
“Ein Bewusstseinskrimi mit Tiefgang und ohne Gewähr. Ein beeindruckendes Buch.” (Die Zeit)
Während ich mit der zweiten Aussage vollkommen übereinstimme, muss ich zu der ersten leider sagen: es hat sich wahnsinnig gezogen. Nein, es war nicht schlecht, aber das Einlesen war schwerfällig und langwierig und hätte ich nicht so die Zähne zusammengebissen und mein ganzes Durchhaltevermögen hervorgekramt - ich hätte es vorzeitig abgebrochen.
Mir war schon anfangs klar, dass diese Geschichte sich zu einer guten entwickeln würde, allerdings macht es einem die Tatsache, dass man den Protagonisten, Gregorius, zu Anfang kaum kennt, sehr schwer. Die Nachvollziehbarkeit seiner Handlungen ist strittig, was man ja noch verzeihen könnte, da das für ihn selbst nicht anders ist, aber ich war bei seinem großen, lebensverändernden Entschluss, nach Lissabon zu gehen, einfach noch nicht mal im Ansatz tief genug in seine Persönlichkeit eingetaucht. Mit der Zeit habe ich ihn sehr liebgewonnen und seine Geschichte mit mildem Interesse verfolgt. Damit kam auch die Atemlosigkeit, so ab der Hälfte, bzw. dem dritten Drittel. Während ich da also endlich hineingefunden hatte in das Buch, kam das Ende schon fast zu schnell. Und noch ein Schlechtes hatte für mich das Ende: es war zu offen. An sich habe ich nichts gegen offene Enden, aber ich habe ein bisschen das Gefühl, der Autor wäre es mir schuldig, das Ganze geschlossener zu gestalten, vor allem wenn ich seiner Figur mit so viel Ausdauer über fünfhundert Seiten gefolgt bin. Was mich auch störte: der radikale Entschluss (Achtung, Spoiler - auch wenn das wohl eher irrelevant ist), nun doch nicht zurück nach Lissabon zu gehen, sobald Gregorius in Bern wieder “fertig” ist, sondern nach Salamanca. Wo er nur diese eine Frau kennt, seit einem einzigen Tag, und in Lissabon so viel mehr gefunden hat, wo ihn die erste Verrücktheit seines Lebens hingetrieben hat. Ich fand es schade.
Dennoch - kein schlechtes Buch. Aber trotz vieler schöner Momente und Tiefgang wird es wohl nie zu einem meiner Lieblingsbücher zählen. Trotzdem bin ich froh, bis zum Ende durchgehalten zu haben. :)
Oh, und hab ich schon erwähnt, dass man unsere Anthologie inzwischen auch auf der Seite des tja bewundern kann?
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