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18.7.2010 von Franziska Kurtz.
Okay, das ist vielleicht eine leichte Übertreibung. Aber es ist echt schön hier! Wir hatten schon große Abenteuer in den Marschländern, obwohl wir eigentlich nur spazieren gehen wollen. Unter anderem konnten wir dort die von den Schafen geschaffene Infrastruktur bewundern. (Also, Trampelpfade.) Wir wollten eigentlich eine Abkürzung zur Straße durchs Marschland nehmen, aber da gibt es überall diese Flussarme, die sich durch die Marschländer winden, und man kann die von weiter weg überhaupt nicht sehen. Das heißt, immer wenn man denkt, jetzt kann man gradeaus durchspazieren, dann steht man in der nächsten Minute vor so einem Arm, und es dauert eeeewig, bis man eine Stelle gefunden hat, wo man drüberhopsen oder drum herumlaufen kann. Und das macht erst recht keinen Spaß, wenn es auch noch regnet und stürmt…
Aber wir haben auch schon wirklich schöne Sachen gemacht. Wir waren schon zweimal auswärts und sehr gut essen. Das erste Mal waren wir im Borsalino, was wir noch von letztem Jahr kennen, wo es sehr leckeres Essen gibt. Ich hatte einen Salade Sauvage (und ich habe noch nie einen so guten Salat gegessen!), und eine Pizza Sicilienne, die auch gut war, deren Genuss aber durch die Sardellen und meine schlechte Erfahrung mit Fischgräten etwas getrübt war. Und gestern sind wir in einem etwas rustikaleren Restaurant essen gewesen, L’Auberge des Casses-Croûtes. Total schönes Ambiente; beim Anblick der Speisekarte hat meine kleine Schwester erst mal einen Schock gekriegt und der Rest der Familie hat sich gefreut. Ich hatte zur Vorspeise Melon et Canard Fumé (letztere war etwas schwer zu kauen…), dann Moules Frites und zum Nachtisch Ananas rôti au pain d’épices. Ich kann nicht so wahnsinnig viel Ananas essen, schon gar nicht warme, weil ich da Kopfschmerzen von kriege (keine Ahnung warum), aber die hat soooo fantastisch geschmeckt, dass ich sie ganz leer gemampft habe. Der Gewürzkuchen/Lebkuchen war ganz aufgeweicht von Ananassaft und total lecker. Und als wahrhaftes Sahnehäubchen gab’s dazu Sahne mit Kokosstreuseln. MIAM MIAM.
Auch noch bezüglich Essen: wir waren heute auf dem Markt. Ich finde, es gibt fast nichts Inspirierenderes als auf den Markt zu gehen, besonders in den ländlichen Regionen Frankreichs. Lauter braungebrannte Leute mit breitem Grinsen und ausgewaschenen Mützen, die ihre selbstgemachten Waren lauthals anpreisen. Ich liebe es. Wir haben auch ganz viel leckeres Zeugs gekauft: drei Pfund Erdbeeren, Himbeeren, Oliven (getrocknete, eingelegte und Olivenpaste), eine Saucisse Sèche und Baguette. Da werd ich gleich zuschlagen. :)
Aber ich sehe, ich habe bisher nur übers Essen geredet. Dabei bin ich auch mit anderen Sachen beschäftigt! Ich schreibe zum Beispiel fleißig Postkarten, und lese viel. Ich hab jetzt schon die ersten beiden Bücher Mose gelesen, und ich muss sagen, die Bibel ist manchmal wirklich urst repetitiv. Ich freu mich aber schon aufs Neue Testament. Nebenher lese ich The Chronicles of Narnia (ich krieg davon so Lust, die Filme zu sehen!) und vergleiche es die ganze Zeit mit His Dark Materials. (Pullman ist nicht grade ein Freund von Lewis’ Werken und Werten und eine ziemlich kritische Stimme, was Religion anbelangt.) Es macht Spaß, die Parallelen zu entdecken: beispielsweise eine ganze Menge an Welten, in die man reisen kann; dass der Weg in diese anderen Welten von einem Mann (aus Leichtsinn oder was auch immer) von einem Mann geöffnet wurde; dass alles aufgrund von Staub begann… wobei das in Narnia ganz gewöhnlicher Staub ist, in His Dark Materials eben Staub. Ach, was soll’s, ich liebe beide Buchserien!
Außerdem habe ich ein Gedicht geschrieben. Ich habe beschlossen, mich in nächster Zeit wieder mehr an die Lyrik zu halten, weil ich keine Ideen mehr habe, die groß genug für Kurzgeschichten wären, und das scheint ganz gut zu klappen. Ich weiß noch nicht so recht, was ich von dem Gedicht halten soll; ich mag es eigentlich, aber meine Mutter meinte, es würde noch ziemlich roh wirken, was es vermutlich auch ist. Beim Durchblättern meines Notizbuchs gestern hab ich außerdem festgestellt, dass ich mein restliches Gekritzel auch ganz gut finde. Es ist schön, wenn man sein Geschriebenes wieder mehr mag.
So, das war jetzt ziemlich durcheinander und ein bisschen nebensächlich. Aber ich warne euch schon mal: so in der Art werde ich jetzt hoffentlich öfter bloggen!
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3.4.2010 von Franziska Kurtz.
Franzi ist momentan allein zuhause. Das heißt, dass sie morgens im Schlafanzug zum Briefkasten stolpert, um die Post sofort in den Fingern zu haben. Manchmal verläuft das dann so erfreulich wie heute Morgen. :) Mal ganz abgesehen davon, dass vor der Tür eine kostenlose Getränkeprobe stand (hmm, Saft!), konnte ich, nachdem ich Unmengen von Werbung aus dem Briefkasten geklaubt hatte, auch endlich mein Belegexemplar der Kritischen Ausgabe herausziehen!

Die schlechte Qualität tut mir leid, ich hab momentan nur die etwas… schrottige Kamera meiner kleinen Schwester zur Verfügung. Aber es geht ja um den Tada-Effekt! Heft Nr. 18 plus coole Postkarten. Was will ein Autorenherz mehr?
Und psst. Ich hab was geschrieben. Was ganz Unfertiges, was erst mal noch ziemlich überarbeitungswürdig ist. Aber es ist heute beim Sport ganz langsam aus einem Notizbuch-Bruchstück gewachsen. Ich bin glücklich. :)
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16.2.2010 von Franziska Kurtz.
… weil es in ihr Bücher gibt und Schnee und Fernsehserien und Eiskunstlaufen und Tee und Liebe und Geschichten und Menschen.
Und vielleicht kommt das grade, weil ich eben Tintentod ausgelesen habe und mich das immer ganz glücklich macht und ganz traurig. Und ich in keiner anderen Welt leben will.
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25.1.2010 von Franziska Kurtz.
So, meine Homepage ist inzwischen ganz unten. Stattdessen erscheint unter franziska-kurtz.de so ein lustiges Startseiten-Dingens. :)
Grund dafür ist, dass ich die Homepage irgendwie überhaupt nicht mehr aktuell gehalten habe, und dass da außerdem viel überflüssiger Krams rumschwamm. Ich hab mir ein bisschen Gedanken gemacht von wegen Umleitung, da ich die Domain ja auch behalten wollte, hab mich dann aber schlicht und einfach dafür entschieden, einen Link zum Blog und zu meinem twitter-Account zu setzen.
Das wollte ich nur mal loswerden, damit sich keiner wundert (haha, als ob in den letzten fünf Jahren überhaupt jemand auf der Homepage gewesen wäre). Und: ich habe im Zug geschrieben! Es hat mich überkommen. Ich halte das für ein gutes Zeichen.
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12.9.2009 von Franziska Kurtz.
Kleines Update, das wahrscheinlich etwas durcheinander gewürfelt sein wird, weil ich vieles habe, über das ich was sagen könnte, aber wenig, was ich darüber sagen könnte.
Das, was mich momentan am meisten beschäftigt, ist meine Schreibblockade. Ich habe das Gefühl, dass ich einfach nicht genug Zeit habe, geschweige denn davon, nicht ausgeschlafen genug zu sein, um zu schreiben. Deshalb habe ich heute was ausprobiert: Write or Die. Und ich habe ein bisschen was geschrieben. Was ich richtig scheiße finde. Aber ich vertraue darauf, dass mit der Zeit was Gutes bei rauskommt. Außerdem habe ich mich bei NaNoWriMo (National Novel Writing Month) angemeldet, vielleicht kommt ja was bei rum. Andererseits ist das einfach nur verrückt vor mir, weil ich allein im November fünf Kursarbeiten schreibe und zwar meine ersten Kursarbeiten überhaupt.
Aus dem Grund kann ich auch leider nicht zum tja fahren - was wirklich, wirklich schade ist, weil, Leute, schaut mal auf die Gewinner! Ich kenne ein paar und ich freu mich riesig für alle, die ich kenne, und natürlich auch für alle, die ich nicht kenne. Und grade, weil ich Leute kenne, finde ich es extrem doof, dass ich dieses Jahr nicht hin kann.
Ansonsten war ich vor ein paar Tagen mit meinem Geschichts-Leistungskurs im Kino, in Inglourious Basterds. Ich persönlich fand den wirklich eklig, obwohl von rechts neben mir immer kam “neeein, überhaupt nicht!”. Vielleicht bin ich ja komisch, aber spritzendes Blut, Schießereien mit dem Maschinengewehr, das Skalpieren von Leichen und Leuten Hakenkreuze in die Stirn ritzen halt ich für etwas unappetitlich. Wie dem auch sei, obwohl der Film, vor allem was seine Gewaltszenen betrifft, wahnsinnig überspitzt war (was natürlich Absicht war, aber manchmal war es mir trotzdem ein bisschen zu viel), hat er mir ganz gut gefallen. Historisch gesehen darf man es da natürlich nicht so genau nehmen, aber interessant war er trotzdem. Vor allem die Dialoge, also die subtileren Teile, mit ihrem Psychoterror, waren wirklich gut. Ich fand es toll, wie die richtig in die Länge gezogen wurden - dieser Kontrast zwischen den überladenen Gewaltszenen und den simpel aber genial gemachten Dialogen mochte ich.
Was mich übrigens außer Schule noch vom Schreiben abhält, ist, zugegebenermaßen, wahrscheinlich Artemis Fowl. Ich habe gerade die ganze Buchreihe noch mal gelesen und bin jetzt beim sechsten Teil angekommen, dem einzigen Teil, den ich noch nicht gelesen hatte. Ich habe ganze Nachmittage mit den Büchern auf der Couch verbracht - ich liebe sie einfach. Trotzdem werde ich nicht gesondert über sie bloggen; ich halte Artemis Fowl einfach für tolle Fantasy, witzig, gut geschrieben, dramatisch genug, um zu fesseln. Dass ich für keins der Bücher trotz Schule länger als zwei bis drei Tage gebraucht habe, sagt, glaube ich, schon genug darüber aus. (Und nein, damit meinte ich jetzt nicht ausschließlich, dass sie einfach zu lesen sind. :D)
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28.6.2009 von Franziska Kurtz.
Ich habe es vor zwei Jahren oder so schon einmal mit Twitter probiert, bin allerdings nie richtig damit warm geworden. Inzwischen zwitschern aber mehr und mehr interessante Leute dort (beispielsweise Sarah Rees Brennan und R. J. Anderson - beides Autorinnen -, Kristin Chenoweth und Michael Kunze - beides Musicalmenschen) und ich habe beschlossen, es noch einmal zu versuchen. Ich stelle fest, es macht Spaß. Franziska Kurtz auf Twitter.
Außerdem: im Hinterkopf liegt bei mir schon lange eine Idee für ein Projekt, das vom Musical Assassins inspiriert wurde. Gerade ist das zweite Gedicht dazu fertig geworden. Mal sehen, was noch draus wird, und dazu vielleicht auch bald ausführlicher. :) Da dazu ein bisschen Recherche nötig ist, ist es etwas zeitaufwendiger, aber irgendwie ist gerade das toll.
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18.4.2009 von Franziska Kurtz.
Ich bin Sue wirklich dankbar, dass sie gestern Elena Kalis auf ihrem Blog verlinkt hat. Die Photographien auf dieser Seite haben nicht nur eine wundervolle Atmosphäre - sie sind der Höhepunkt der Ästhetik. Es ist unglaublich, was die Frau hinter der Linse vor die Linse kriegt und wie sie es in Szene setzt. Ich habe ja schon viele Photos gesehen (Photos ansehen ist mindestens so gut wie Lesen), aber von wenigen war ich so fasziniert wie von diesen.
Ganz besonders schön sind auch die Bilder ihres Unterwasser-Projekts. Wie kann man mit so wenig so viel machen?
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31.3.2009 von Franziska Kurtz.
Workshop in Oppenheim, das heißt: viele alte Lieblingsmenschen wiedersehen und viele neue Lieblingsmenschen kennenlernen. Und es heißt vor allem bis zu einem gewissen Grad: sich selbst verstehen. Textkritik ist toll, Textkritik von ganz vielen Leuten, die nicht nur das Wissen, sondern auch das Gefühl haben, ist am tollsten.
Nun, was haben wir gemacht? Mal abgesehen von Lesen, Schreiben und vielen wahnsinnig schlechten Wortwitzen, haben wir erschreckende Statistiken über Mobbingopfer unter Autoren aufgestellt, um ein Uhr in der Nacht mit zum Teil schon etwas angeheiterten Sangria-Trinkern Werwolf gespielt (wer das nicht kennt - man erklärt es am besten live; aber es ist lustig), in fremden Betten gesessen und angeblich mit der Handykamera aufgenommene Kurzfilme geguckt, die erstaunlich gute Qualität hatten, und leider nicht auf der Grundschultreppe gegessen.
Das klingt jetzt wieder so, als wären wir dauerhaft auf Drogen gewesen und hätten nichts Konstruktives gemacht. Dem ist aber selbstverständlich nicht so. Ich habe beschlossen, So was fragt man nicht mehr Luft zu geben (für den langen Atem) und bin gespannt, was dabei rauskommt, ich habe eine Figur in einer neuen Geschichte Mirabelle genannt und außerdem gemerkt, dass ich zu wenig tue. Weil: man lernt ja auch wahnsinnig viel aus der Textkritik, die andere anderen geben.
Unseren verpflichtenden Abstecher zum REWE haben wir natürlich auch gemacht. Zwischendurch haben wir aber die Köpfe und die Kaffeetassen qualmen lassen, zu wenig geschlafen und sehr viel gelacht. Ich vermisse das Rumänisch in Theas Stimme, das Polnisch in Davids und das Russisch in Yulias. Ich glaube, nirgends lernt man so viele schöne Akzente kennen wie da, wo schreibende Leute zusammenkommen. Es sind ja nicht nur die Akzente, die man hört, sondern die, die ein Mensch selbst setzt. Und die zusammenzufalten und in den Koffer zu packen, um sie zuhause wieder herauszuholen und glattzustreichen, ist sehr schön, vor allem wenn sie dem eigenen Schreiben dann Klang geben. So harret also der Dinge, die da kommen werden - denn ich habe vor, zu arbeiten.
Während ich nicht geschlafen habe, habe ich übrigens Knife von R. J. Anderson angefangen und bin schon fast durch. Ein schönes Buch, finde ich, und deshalb geh ich jetzt auch gleich lesen. Aber vorher: Danke, Peter, danke, danke für Oppenheim. :)
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16.3.2009 von Franziska Kurtz.
Leon Czolgosz - das ist eine der Figuren des Musicals Assassins, der Attentäter, der am 6. September 1901 den amerikanischen Präsidenten McKinley erschossen hat. Mein erster Gedanke, als ich im Booklet von ihm gelesen habe, war: schöner Name. (Ja, ich habe eine Schwäche für polnische Namen.) Und weil ich von Natur aus eine bestimmte Wissbegierde habe, habe ich angefangen, ein bisschen über Czolgosz zu recherchieren. Was dabei herauskam, waren einige interessante Infos und vor allem die Erkenntnis: ich mag diesen Menschen. Es ist etwas, das über einen Anflug von Interesse hinausgeht, und jetzt bin ich an ihm irgendwie hängen geblieben. Das Attentat an sich will ich damit auf keinen Fall schönreden, aber dieser Czolgosz war offensichtlich jemand mit starken moralischen Grundsätzen, der es als seine “Pflicht” (“I done my duty”) ansah, den Präsidenten, den er als “enemy of the good working people” bezeichnete, zu töten. Er war Sohn und Bruder, einfacher Arbeiter, Anarchist. Und er ist eine von den Personen, die in mir irgendwo den Wunsch wecken, sie auch anderen näher zu bringen.
Lyrik - das ist eine Sache, die ich unglaublich liebe, aber auch schon unglaublich lange nicht mehr gemacht habe. Aber ich würde gern. Und mein Thema habe ich gefunden. Mein einziges Problem: was ich im Kopf habe, das sind nur Gedankenfetzen, die so eingerissen sind, dass sich daraus nichts formen lässt. Es fällt mir nicht mehr so leicht wie früher, Metaphern zu greifen und kompakt in ein paar Zeilen in Worte zu fassen. In Prosa geht mir das inzwischen leichter von der Hand, weil ich mehr Raum habe, alles auszufalten. Aber für Czolgosz will ich Lyrik, unbedingt.
Das hier ist sozusagen eine Kampfansage an mich selbst - ein klares Lass es nicht schleifen, Franzi. Zur Erinnerung gegen die Faulheit.
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