Archiv der Kategorie Inspiration

Die Welt ist so schön

… weil es in ihr Bücher gibt und Schnee und Fernsehserien und Eiskunstlaufen und Tee und Liebe und Geschichten und Menschen.

Und vielleicht kommt das grade, weil ich eben Tintentod ausgelesen habe und mich das immer ganz glücklich macht und ganz traurig. Und ich in keiner anderen Welt leben will.

Homepage

So, meine Homepage ist inzwischen ganz unten. Stattdessen erscheint unter franziska-kurtz.de so ein lustiges Startseiten-Dingens. :)

Grund dafür ist, dass ich die Homepage irgendwie überhaupt nicht mehr aktuell gehalten habe, und dass da außerdem viel überflüssiger Krams rumschwamm. Ich hab mir ein bisschen Gedanken gemacht von wegen Umleitung, da ich die Domain ja auch behalten wollte, hab mich dann aber schlicht und einfach dafür entschieden, einen Link zum Blog und zu meinem twitter-Account zu setzen.

Das wollte ich nur mal loswerden, damit sich keiner wundert (haha, als ob in den letzten fünf Jahren überhaupt jemand auf der Homepage gewesen wäre). Und: ich habe im Zug geschrieben! Es hat mich überkommen. Ich halte das für ein gutes Zeichen.

Inglourious Basterds, Artemis Fowl und tja 2009

Kleines Update, das wahrscheinlich etwas durcheinander gewürfelt sein wird, weil ich vieles habe, über das ich was sagen könnte, aber wenig, was ich darüber sagen könnte.

Das, was mich momentan am meisten beschäftigt, ist meine Schreibblockade. Ich habe das Gefühl, dass ich einfach nicht genug Zeit habe, geschweige denn davon, nicht ausgeschlafen genug zu sein, um zu schreiben. Deshalb habe ich heute was ausprobiert: Write or Die. Und ich habe ein bisschen was geschrieben. Was ich richtig scheiße finde. Aber ich vertraue darauf, dass mit der Zeit was Gutes bei rauskommt. Außerdem habe ich mich bei NaNoWriMo (National Novel Writing Month) angemeldet, vielleicht kommt ja was bei rum. Andererseits ist das einfach nur verrückt vor mir, weil ich allein im November fünf Kursarbeiten schreibe und zwar meine ersten Kursarbeiten überhaupt.

Aus dem Grund kann ich auch leider nicht zum tja fahren - was wirklich, wirklich schade ist, weil, Leute, schaut mal auf die Gewinner! Ich kenne ein paar und ich freu mich riesig für alle, die ich kenne, und natürlich auch für alle, die ich nicht kenne. Und grade, weil ich Leute kenne, finde ich es extrem doof, dass ich dieses Jahr nicht hin kann.

Ansonsten war ich vor ein paar Tagen mit meinem Geschichts-Leistungskurs im Kino, in Inglourious Basterds. Ich persönlich fand den wirklich eklig, obwohl von rechts neben mir immer kam “neeein, überhaupt nicht!”. Vielleicht bin ich ja komisch, aber spritzendes Blut, Schießereien mit dem Maschinengewehr, das Skalpieren von Leichen und Leuten Hakenkreuze in die Stirn ritzen halt ich für etwas unappetitlich. Wie dem auch sei, obwohl der Film, vor allem was seine Gewaltszenen betrifft, wahnsinnig überspitzt war (was natürlich Absicht war, aber manchmal war es mir trotzdem ein bisschen zu viel), hat er mir ganz gut gefallen. Historisch gesehen darf man es da natürlich nicht so genau nehmen, aber interessant war er trotzdem. Vor allem die Dialoge, also die subtileren Teile, mit ihrem Psychoterror, waren wirklich gut. Ich fand es toll, wie die richtig in die Länge gezogen wurden - dieser Kontrast zwischen den überladenen Gewaltszenen und den simpel aber genial gemachten Dialogen mochte ich.

Was mich übrigens außer Schule noch vom Schreiben abhält, ist, zugegebenermaßen, wahrscheinlich Artemis Fowl. Ich habe gerade die ganze Buchreihe noch mal gelesen und bin jetzt beim sechsten Teil angekommen, dem einzigen Teil, den ich noch nicht gelesen hatte. Ich habe ganze Nachmittage mit den Büchern auf der Couch verbracht - ich liebe sie einfach. Trotzdem werde ich nicht gesondert über sie bloggen; ich halte Artemis Fowl einfach für tolle Fantasy, witzig, gut geschrieben, dramatisch genug, um zu fesseln. Dass ich für keins der Bücher trotz Schule länger als zwei bis drei Tage gebraucht habe, sagt, glaube ich, schon genug darüber aus. (Und nein, damit meinte ich jetzt nicht ausschließlich, dass sie einfach zu lesen sind. :D)

Twitter und Lyrik

Ich habe es vor zwei Jahren oder so schon einmal mit Twitter probiert, bin allerdings nie richtig damit warm geworden. Inzwischen zwitschern aber mehr und mehr interessante Leute dort (beispielsweise Sarah Rees Brennan und R. J. Anderson - beides Autorinnen -, Kristin Chenoweth und Michael Kunze - beides Musicalmenschen) und ich habe beschlossen, es noch einmal zu versuchen. Ich stelle fest, es macht Spaß. Franziska Kurtz auf Twitter.

Außerdem: im Hinterkopf liegt bei mir schon lange eine Idee für ein Projekt, das vom Musical Assassins inspiriert wurde. Gerade ist das zweite Gedicht dazu fertig geworden. Mal sehen, was noch draus wird, und dazu vielleicht auch bald ausführlicher. :) Da dazu ein bisschen Recherche nötig ist, ist es etwas zeitaufwendiger, aber irgendwie ist gerade das toll.

Die reine Faszination

Ich bin Sue wirklich dankbar, dass sie gestern Elena Kalis auf ihrem Blog verlinkt hat. Die Photographien auf dieser Seite haben nicht nur eine wundervolle Atmosphäre - sie sind der Höhepunkt der Ästhetik. Es ist unglaublich, was die Frau hinter der Linse vor die Linse kriegt und wie sie es in Szene setzt. Ich habe ja schon viele Photos gesehen (Photos ansehen ist mindestens so gut wie Lesen), aber von wenigen war ich so fasziniert wie von diesen.

 

Impression by Elena Kalis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz besonders schön sind auch die Bilder ihres Unterwasser-Projekts. Wie kann man mit so wenig so viel machen?

Der lange Atem II - Workshop in Oppenheim

Workshop in Oppenheim, das heißt: viele alte Lieblingsmenschen wiedersehen und viele neue Lieblingsmenschen kennenlernen. Und es heißt vor allem bis zu einem gewissen Grad: sich selbst verstehen. Textkritik ist toll, Textkritik von ganz vielen Leuten, die nicht nur das Wissen, sondern auch das Gefühl haben, ist am tollsten.

Nun, was haben wir gemacht? Mal abgesehen von Lesen, Schreiben und vielen wahnsinnig schlechten Wortwitzen, haben wir erschreckende Statistiken über Mobbingopfer unter Autoren aufgestellt, um ein Uhr in der Nacht mit zum Teil schon etwas angeheiterten Sangria-Trinkern Werwolf gespielt (wer das nicht kennt - man erklärt es am besten live; aber es ist lustig), in fremden Betten gesessen und angeblich mit der Handykamera aufgenommene Kurzfilme geguckt, die erstaunlich gute Qualität hatten, und leider nicht auf der Grundschultreppe gegessen.

Das klingt jetzt wieder so, als wären wir dauerhaft auf Drogen gewesen und hätten nichts Konstruktives gemacht. Dem ist aber selbstverständlich nicht so. Ich habe beschlossen, So was fragt man nicht mehr Luft zu geben (für den langen Atem) und bin gespannt, was dabei rauskommt, ich habe eine Figur in einer neuen Geschichte Mirabelle genannt und außerdem gemerkt, dass ich zu wenig tue. Weil: man lernt ja auch wahnsinnig viel aus der Textkritik, die andere anderen geben.

Unseren verpflichtenden Abstecher zum REWE haben wir natürlich auch gemacht. Zwischendurch haben wir aber die Köpfe und die Kaffeetassen qualmen lassen, zu wenig geschlafen und sehr viel gelacht. Ich vermisse das Rumänisch in Theas Stimme, das Polnisch in Davids und das Russisch in Yulias. Ich glaube, nirgends lernt man so viele schöne Akzente kennen wie da, wo schreibende Leute zusammenkommen. Es sind ja nicht nur die Akzente, die man hört, sondern die, die ein Mensch selbst setzt. Und die zusammenzufalten und in den Koffer zu packen, um sie zuhause wieder herauszuholen und glattzustreichen, ist sehr schön, vor allem wenn sie dem eigenen Schreiben dann Klang geben. So harret also der Dinge, die da kommen werden - denn ich habe vor, zu arbeiten.

Während ich nicht geschlafen habe, habe ich übrigens Knife von R. J. Anderson angefangen und bin schon fast durch. Ein schönes Buch, finde ich, und deshalb geh ich jetzt auch gleich lesen. Aber vorher: Danke, Peter, danke, danke für Oppenheim. :)

Leon Czolgosz & Lyrik

Leon Czolgosz - das ist eine der Figuren des Musicals Assassins, der Attentäter, der am 6. September 1901 den amerikanischen Präsidenten McKinley erschossen hat. Mein erster Gedanke, als ich im Booklet von ihm gelesen habe, war: schöner Name. (Ja, ich habe eine Schwäche für polnische Namen.) Und weil ich von Natur aus eine bestimmte Wissbegierde habe, habe ich angefangen, ein bisschen über Czolgosz zu recherchieren. Was dabei herauskam, waren einige interessante Infos und vor allem die Erkenntnis: ich mag diesen Menschen. Es ist etwas, das über einen Anflug von Interesse hinausgeht, und jetzt bin ich an ihm irgendwie hängen geblieben. Das Attentat an sich will ich damit auf keinen Fall schönreden, aber dieser Czolgosz war offensichtlich jemand mit starken moralischen Grundsätzen, der es als seine “Pflicht” (“I done my duty”) ansah, den Präsidenten, den er als “enemy of the good working people” bezeichnete, zu töten. Er war Sohn und Bruder, einfacher Arbeiter, Anarchist. Und er ist eine von den Personen, die in mir irgendwo den Wunsch wecken, sie auch anderen näher zu bringen.

Lyrik - das ist eine Sache, die ich unglaublich liebe, aber auch schon unglaublich lange nicht mehr gemacht habe. Aber ich würde gern. Und mein Thema habe ich gefunden. Mein einziges Problem: was ich im Kopf habe, das sind nur Gedankenfetzen, die so eingerissen sind, dass sich daraus nichts formen lässt. Es fällt mir nicht mehr so leicht wie früher, Metaphern zu greifen und kompakt in ein paar Zeilen in Worte zu fassen. In Prosa geht mir das inzwischen leichter von der Hand, weil ich mehr Raum habe, alles auszufalten. Aber für Czolgosz will ich Lyrik, unbedingt.

Das hier ist sozusagen eine Kampfansage an mich selbst - ein klares Lass es nicht schleifen, Franzi. Zur Erinnerung gegen die Faulheit.

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