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September 2010
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Archiv der Kategorie Bücher

GLEE!

Ich habe ja schon in meinem letzten Blogeintrag gesagt, dass ich Die Medlevinger von Kirsten Boie noch mal lese. Viele von euch wissen, dass ich vier Jahre in Frankreich verbracht habe. Ich hatte da nicht gerade viele Freunde, und deshalb habe ich einen Großteil meiner Zeit in der Schulbibliothek verbracht und versucht, Bücher zu finden, die ich noch nicht gelesen hatte. Bücher waren schon immer meine Freunde, aber in dieser Zeit waren sie meine allerbesten Freunde, und deshalb mag ich vieles, was ich in Frankreich gelesen habe, einfach unheimlich gerne. Darunter waren zum Beispiel The Lord of the Rings, Torture the Artist, Das blaue Mädchen und eben Die Medlevinger. Und genau aus dem Grund habe ich natürlich beschlossen, es meiner kleinen Schwester zu stehlen und noch mal zu lesen - weil mir davon ganz warm wird und ich mich fühle, als würde ich einen alten Freund wiedersehen.

Die Medlevinger ist die Geschichte von Johannes, der mit seiner Mutter Britta alleine lebt. Eines Tages kommen zwei kleine Wesen durch einen Tunnel in dem Rosenbeet im Hinterhof in seine Welt. Das sind Nis und Moa, die Nis’ Vater Vedur suchen, da er kurz vor Nis’ 13. Geburtstag einfach verschwunden ist - ein wichtiger Tag für jeden Medlevinger, da er an diesem Tag die Volljährigkeit erreicht. Diesen Tag hätte Vedur natürlich nie verpasst, wenn nicht etwas passiert wäre. Es stellt sich heraus, dass er, gemeinsam mit einem anderen Medlevinger, Antak, vom Kain entführt wurde. Der Kain ist der Erzfeind der Medlevinger und will seine Gefangenen nur dann gehen lassen, wenn sie ihm den Goldler bringen - einen Medlevinger, der alles in Gold verwandeln kann und ausgerechnet Antaks eigener Sohn ist.

Ich habe das Buch geliebt. Es ist eigentlich ein Kinderbuch und als solches - wie so viele - sehr intelligent. Es ist witzig, die Geschichte entwickelt sich sehr schön und ist voller liebenswerter Charaktere. Das Tollste war, dass ich, obwohl ich das Buch ja schon mal gelesen hatte, sehr lange nicht darauf kam, wer der Kain eigentlich war. Letztendlich ging mir dann ein Licht auf, und die Charaktere waren doch nicht schneller als ich. Dadurch wurde es dann so spannend, dass mir beim Lesen beinah der Geduldsfaden gerissen wäre. :) Kirsten Boie hat von Anfang an viele Hinweise versteckt, aber so schlau, dass man sie nicht als solche erkannt hat, bis man bei der relevanten Stelle ankam - und dann blättert man wie verrückt zurück, um nachzusehen, ob man das auch wirklich richtig verstanden hat.

Und dann sind da die tollen Mädchen/Frauen! Johannes Mutter, die ihren Sohn allein großgezogen und nie die Schule beendet hat, weil sie ihn so früh bekommen hat. Jetzt macht sie die Schule fertig und kellnert nebenher, und sie ist keinesfalls blöd und obendrein richtig scharfzüngig. Dann wäre da noch Line, Johannes’ beste Freundin, die gerne mit ihren Klassenkameradinnen über Mädchenkram redet, über Popstars und Nagellack. Sie zeigt Johannes gerne, dass er nicht über sie bestimmen kann, wenn er grade mal Lust hat, mit ihr zu reden, aber wenn es wirklich wichtig ist, ist sie für ihn da. Außerdem denkt sie wie ein Verbrecher und würde eine brillante Detektivin abgeben. Und zuguterletzt ist da noch Moa-Belle, die eine L-Fee werden soll, wenn sie groß ist, und nicht gerade begeistert ist von dieser Aussicht. (Dieses ganze Säuseln und Schweben und allgemein peinlich sein… nä.) Sie ist mutig und schnippisch und süß und verletzlich.

Das allerbeste ist, dass die Mädels die Jungs nicht total in den Schatten stellen, die sind nämlich auch toll. Der ängstliche Nis, der aber auch total neugierig ist und immer voreilig Schlüsse zieht. Thomas, Lines Vater und Johannes’ Vaterfigur. Und natürlich Johannes, der ein richtig typischer Teenager sein kann, aber ansonsten vernünftig, entschlossen und intelligent ist. Und dann hätte ich beinah Thoril vergessen, der bereit wäre, sich für die anderen zu opfern, und überhaupt ein richtig schlaues Kerlchen ist. Oh, ich liebe sie einfach alle!

GleeUuund ich liebe jetzt Glee! Mir war heute langweilig und ich hab mich durch meine Ordner geklickt auf der Suche nach etwas, das ich noch nicht geguckt habe, und bin auf die Pilotfolge von Glee gestoßen. Keine Ahnung, wie die auf meinen PC kommt, aber es war nichts anderes da und ich bin sowieso schon lange neugierig, deshalb habe ich mir das mal angeschaut - und war sofort begeistert! Bezüglich Musicals außerdem: ich hab heute im Gesangsunterricht I Dreamed a Dream gesungen. Das war mein zweiter Versuch, der erste vor eineinhalb Jahren war katastrophal. Diesmal war es natürlich auch nicht perfekt, war ja klar, besonders da ich immer noch erkältet bin, aber ich hab mich um einiges verbessert und bin richtig stolz. Ich fasse langsam immer mehr Vertrauen zu meiner Stimme. Was ich von meinem neuen Lehrer halten soll, weiß ich immer noch nicht so recht, aber wir werden sehen! :)

Die Schlafmütze ist zurück!

Eigentlich wollte ich schon sooo lange bloggen, aber die letzte Woche über war ich eine ziemliche Schlafmütze. Ich bin so um Samstag rum krank geworden, bzw. hatte Halsschmerzen, war aber nicht so schlimm. Montag war ich ziemlich mitgenommen und hab dann auch den ganzen Nachmittag geschlafen. Dem Hals ging’s besser, ich war aber ziemlich verschnupft. Mittwoch hab ich dann wieder Halsschmerzen und leichtes Fieber bekommen, und am Donnerstag hat mir der Arzt dann bestätigt, dass ich mal wieder mit einer Mandelentzündung rumlaufe. Ich war ja so begeistert. Ich hatte vor ungefähr einem halben Jahr schon mal eine und die war recht schlimm. Inzwischen geht es mir wieder besser, aber ich habe ein wenig Angst, dass ich immer und immer wieder Mandelentzündung bekomme und die Mandeln rausmüssen, und da hab ich doch mächtig Muffensausen vor. Drückt mir die Daumen, dass es so weit nicht kommt. :)

Ich hab aber auch schöne Dinge zu erzählen! Ich hab endlich meine neue Brille und sie ist sooo hübsch. Ich hatte auch ganz schön viel Glück. Ich wollte ja das blaue Modell, das gab’s bei meinem Optiker allerdings nicht mehr. Wir haben die also gebeten, das noch mal zu bestellen und sie haben gemeint, sie werden sehen, was sich machen lässt. Dienstag haben die dann angerufen und wir sind hin, um die Brillen abzuholen. Die nette Frau dort (ich mag die sooo gern, ich könnte dauernd zu dem Optiker gehen, nur um mit ihr zu reden!) meinte dann, die blaue wäre ausverkauft gewesen, als sie die bestellen wollte. Sie hat dann herausgefunden, dass sie in einer Nachbarstadt in einer Filiale noch ein Modell von der Brille hatten - und das hab ich jetzt. Ich war echt erleichtert. Und eine Sonnenbrille hab ich auch, in grüüün! Also, die Gläser sind auch grün, und immer, wenn ich die aufsetze, wird die Welt ganz grün und ich fühle mich total wicked. Ich hab die neue Brille noch nicht so wirklich oft getragen, weil ich ja krank bin und lieber meine gewohnte, bequeme Brille aufhabe, aber ich liebe sie trotzdem!

Hm, was noch? Ach ja, ich hab mein 45. Buch dieses Jahr gelesen. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Es war The Adventures of Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle. Ich kriege einfach nicht genug von Mr Holmes und Dr Watson! Es war mal ganz nett, eine Sammlung von kürzeren Geschichten statt einer langen zu haben - es war irgendwie erholsam, für einen Fall nur einen Abend zu brauchen. Manchmal kamen mir die Geschichten aber fast ein wenig zu kurz vor, um den Fall richtig zu entwickeln. Klient kommt, erzählt seine Geschichte, Sherlock Holmes denkt, und la! Fall gelöst. Fand ich hin und wieder ein wenig unglücklich, aber die meiste Zeit über waren die Fälle trotzdem spannend. Oh, und in einem kam Irene Adler vor, die wahnsinnig tolle Dame aus dem Film! LIEBE. Diese Frau. Diese Frau. Sie hat Sherlock Holmes geschlagen. Sie muss toll sein, richtig?

Die MedlevingerJetzt lese ich Die Medlevinger von Kirsten Boie.  Das ist so süß! Ich hab das vor ein paar Jahren schon mal gelesen, und als ich meine kleine Schwester letztens damit gesehen habe, habe ich beschlossen, es mir auszuleihen. Gute Entscheidung. :) Ah, und erinnert ihr euch daran, wie ich über Don Carlos gebloggt hatte? Ich hab das doch extra in den Ferien gelesen, damit ich das nicht während der Schulzeit machen muss, und dann sagte meine Lehrerin letzte Woche, wir sollten während des Lesens ein Szenarium anfertigen. Ich hätte sie beinah gelyncht! Ich hab dann alle Information (Seite, Zeile, Akt, Szene, Personen, Ort) abgetippt, was eine Heidenarbeit war - aber wenigstens war die nochmalige Lektüre dann wenigstens nicht so viel Arbeit, weil ich nur noch die Inhaltsangaben schreiben musste, und hat sogar Spaß gemacht. Beim ersten Lesen hab ich ja nicht alles verstanden gehabt, weil es eine recht komplexe Geschichte ist, aber beim zweiten Mal wurden mir die Zusammenhänge richtig klar. Und dann hab ich mich verliebt. Hals über Kopf. Schiller hat mit Don Carlos so ein brillantes Stück geschrieben, und ich kann es kaum abwarten, bis wir am Montag in der Schule drüber sprechen.

À propos Schule  - eine Freundin hat mir gemailt, dass die Kursarbeitslisten aushängen, und wer ist natürlich nicht in der Schule, um die Termine fieberhaft abzuschreiben, sondern krank zuhause? Genau, ich. Diejenige, die immer mit schrecklicher Ungeduld auf die Listen wartet, damit sie endlich ihre Musicalbesuche planen kann. ICH WILL, DASS ES MONTAG IST. JETZT.

Andererseits sollte ich eigentlich noch ein Referat über den American Civil War zusammenschustern, also sollte ich mir vielleicht nicht zu sehr wünschen, dass Montag wird.

Von gutaussehenden Dämonen und Moralvorstellungen

Langsam werde ich wieder einer dieser unregelmäßigen “ups, schon seit zwei Wochen nicht mehr gebloggt, sollte mal wieder… später”-Blogger. Das liegt allerdings nicht daran, dass ich zu faul wäre, sondern viel mehr daran, dass mein Computer wohl gehackt wurde. Der Arme Arnulf schaut mich mit seinem schwarzen Bildschirm ganz traurig an, während ich vom PC meiner Mutter aus blogge. Wir werden ihn wohl neu installieren müssen, und ich hoffe, dass das heute klappt, inklusive Back-up und allem. (Wisst ihr, wie viel es auf meinem Computer zu sichern gibt? :() - ETA: Inzwischen sieht es so aus, als wäre eine Neuinstallation nicht nötig, aber wir sichern trotzdem mal alles fleißig.

Na ja, die erste Schulwoche ist jetzt jedenfalls rum und war eigentlich sogar ganz schön. Besonders deshalb, weil ich an keinem Tag außer Donnerstag früh aufstehen musste (Stundenausfall). Am ersten Schultag wollten die uns erst in den Putzraum stecken, es stellte sich dann aber raus, dass das ein Zahlendreher gewesen war. Diese Woche haben wir noch nicht so viele Hausaufgaben bekommen, aber uns wird immer wieder in Erinnerung gerufen, dass wir jetzt groß sind - permanent bekommen wir irgendwelche Referate fürs Jahr aufs Auge gedrückt. Jetzt hatte ich aber noch Zeit zum Lesen und habe mich deshalb endlich mal an Nybbas Träume von Jennifer Benkau gemacht - eine deutsche Dark Romance! Der Nybbas - Nicholas - ist ein Dämon, der sich von menschlichen Gefühlen ernährt und sich einen attraktiven Menschenkörper als Hülle ausgesucht hat. Die einzigen, die er fürchten muss, sind die Clerica, Dämonenjäger, die ihm allerdings auch nur auf die Schliche kommen können, wenn er seinen menschlichen Körper verlässt. Als er Joana kennen lernt, die ihren Verlobten und ihr Baby verloren hat, und deren Vater auf mysteriöse Weise in einer Höhle umkam, als sie selbst noch ein Baby war, werden die beiden in einen Konflikt zwischen Gut und Böse verstrickt.

Nybbas TräumeDas Buch war natürlich vollgepackt mit Klischees, bis oben hin, aber es war gut geschriebenes Klischee. Bad Boy, der eigentlich gar nicht so böse ist, verliebt sich in hübsches Mädchen mit geheimnisvollen Fähigkeiten. Was mir an dieser Beziehung wirklich gefallen hat, war, dass es tatsächlich einen Grund gab, warum Nicholas (ein zweihundert-und-noch-was Jahre alter Dämon) sich ausgerechnet in Joana verlieben sollte. Sie ist nämlich zur Abwechslung mal eine echte Person mit echter Persönlichkeit. Klar ging es ihr anfangs ziemlich schlecht, aber sie war nicht das kleine depressive Mädchen, das in irgendeiner Ecke heult. Sie war ein starker Charakter mit klar definierten Eigenschaften und nicht nur “verknallt in Nicholas”, die Liebe ihres Lebens oder so. Ich muss übrigens auch zugeben, dass ich auch recht schnell in Nicholas verknallt war - wie das bei uns Mädels halt so geht. Er ist scharfzüngig, grüblerisch, sarkastisch und gutaussehend. Was will man mehr?

Aber um genau zu sein ist Nicholas ein Monster, und zwar kein total weichgespültes. Er ist, was seine “Nahrungsaufnahme” betrifft, recht skrupellos - er braucht menschliche Gefühle, um zu überleben, also nimmt er sie sich. Bei Joana ist das alles ein bisschen anders, aber auch erst, während sich ihre Beziehung entwickelt, und das war von der Autorin überzeugend geschrieben. Vor allem da Nicholas Joana irgendwann sagt, dass er bei ihren Freunden keine Ausnahme machen wird, da er dafür keinen Grund sieht - ob ihre Freunde vielleicht bessere Menschen wäre, nur weil es ihre Freunde sind? Die Unterhaltung hat mir super gefallen, weil man da eben sieht, dass Nicholas nicht das arme missverstandene Monster ist, das gewzungen ist, so zu leben. Er sagt, dass er Moral nicht wirklich versteht, aber daran, wie er sich verhält, merkt man schon, dass er das doch ganz gut begriffen hat. Er wendet Moral einfach anders an.

Ich glaube, Nybbas Träume war die erste Dark Romance, die ich gelesen habe. Natürlich gab’s auch die ein oder andere Sexszene, aber es war gut geschrieben und die Autorin hat die Grenze auch gezogen, bevor es zu viel wurde. Stellenweise kam mir der Schreibstill noch ein bisschen roh vor, aber an sich war er wirklich nicht schlecht. Das einzige, was mich ein bisschen enttäuscht hat, war das Ende, weil es mir einfach ein bisschen zu passend vorkam und weil ich glaube, dass dieses Buch eigentlich keine Fortsetzung braucht. Ich werde sie aber trotzdem lesen. Ich finde selten deutsche Autoren, die ich unterstützen will, und wenn das mal der Fall ist, wie bei Jennifer Benkau, dann freu ich mich um so mehr. :)

Ein bisschen Slash ist immer

Nachdem ich heute mein zweites Experiment mit meinem Mikrofon gemacht habe, habe ich wieder was zu bloggen. Das Mikro habe ich mir vor einer Ewigkeit gekauft, um in diesem tollen Hörspielforum mitmachen zu können, und bin dann ziemlich lange nicht dazu gekommen, mal was einzusprechen. Gestern habe ich dann endlich mal Gelegenheit dazu gehabt, und es ist natürlich promt schiefgegangen. Nachdem ich eine halbe Stunde aufgenommen hatte, habe ich die Speicherkarte in den Computer geschoben, nur um festzustellen, dass nichts drauf ist. Ich weiß immer noch nicht so genau, was eigentlich schiefgelaufen ist, aber ich habe noch ein paar Einstellungen geändert und heute hat es geklappt. Ich hatte eine Stunde lang total viel Spaß beim Einsprechen. Ach, und in ein Mikrofon zu singen = so toll.

Desweiteren habe ich in den letzten Tagen Don Carlos von Friedrich von Schiller und The Sign of the Four von Doyle gelesen. Eigentlich hatte ich ja geplant, Torture the Artist in den Ferien zu lesen, damit ich meinen book report nicht machen muss, wenn die Schule schon wieder angefangen hat, aber irgendwie hatte ich keine Lust, und ich habe sowieso zu lang für The Sign of the Four gebraucht. Aber egal, Don Carlos war eigentlich auch wichtiger, da wir das in Deutsch besprechen werden, sobald die Schule los geht.

Ich kannte von Schiller bisher nur ein paar Ausschnitte aus Maria Stuart, aber die habe ich immer gemocht, deshalb war ich recht optimistisch, als ich mit meiner Lektüre von Don Carlos begann. Es hat sich herausgestellt, dass es in Don Carlos ziemlich slashigen Subtext gibt (wenn man danach sucht…), besonders zwischen Carlos und Roderich, einem seiner Vertrauten. Die beiden nennen sich Liebling ihrer Seele und sind eigentlich nur am Kuscheln ;), und obwohl ich weiß, dass das damals in gewissen gesellschaftlichen Kreisen eben normal war, kann ich mich dessen einfach nicht erwehren: Carlos und Roderich wären so ein schönes Paar!

Don CarlosAber worum geht es in Don Carlos eigentlich? Es geht um Spaniens Kronprinzen, der sich mit seinem Vater nicht sonderlich gut verträgt, schon gar nicht mehr, seit der ihm seine Verlobte weggeheiratet hat, die jetzt seine Mutter ist. In die er unsterblich verliebt ist. Nun ja, jedenfalls vertraut er Roderich sein Geheimnis an, und der versucht alles, damit es nicht noch von jemand anderem entdeckt wird. Allerdings bleibt so etwas bei Hof selten lang geheim, und als eine Prinzessin, eine Hofdame der Königin, herausfindet, dass seine Gesten der Zuneigung nie ihr galten, wird sie ziemlich sauer. Und dann sind da auch noch Pater Domingo und Herzog Alba, die aus ihren ganze eigenen Gründen ein Hühnchen mit dem König zu rupfen haben. Der König erfährt also über Umwege von den unziemlichen Gefühlen seines Sohns gegenüber der Frau seines Vaters, und Intrigen und Katastrophen folgen auf dem Fuß.

An sich habe ich das Buch durchaus gemocht. Ich lese ja lieber englische als deutsche Klassiker, weil mir der Stil und die Atmosphäre in ersteren besser gefallen, aber ich habe vor, demnächst ein paar deutsche zu lesen, darunter Maria Stuart, und bin gespannt, ob die mir genauso gut gefallen werden wie Don Carlos. Wie das bis jetzt mit jedem Klassiker so war, den ich für Deutsch gelesen habe, gab es mal wieder eine Phase, wo ich fast gar nichts verstanden habe (das Verstehen kommt dann immer später), aber was ich wirklich mochte, waren die Dialogue, die gut ausgeführten Wendungen und die Charakterisierung allein durch den Dialog. Nur das Ende fand ich, gelinde gesagt, etwas bescheuert, aber etwas anderes kann man bei einem Charakter wie Don Carlos, der es nicht gerade gewohnt ist zu denken, wohl kaum erwarten. [SPOILER] Ich fand es schon schade genug, dass Roderich sich für Carlos geopfert hat, aber dass Carlos dann auch noch alles verderben musste, indem er seinem Vater gesagt hat, dass er einen Unschuldigen ermordet hat, weil alles nur eine große Intrige zu Carlos’ Gunsten war, auf die er reingefallen ist, das empfand ich als ziemlich unnötig. [/SPOILER]

Dann habe ich wieder zu meinem dicken Sherlock Holmes-Buch gegriffen, weil ich Watson und Holmes schon nach kurzer Zeit total vermisst habe! The Sign of the Four mochte ich nicht ganz so gern wie A Study in Scarlet; die Tat und die Tätersuche waren so interessant und aufregend wie immer, aber was mich ein bisschen gestört hat, war das Motiv. (Eine Erklärung mit ein paar Spoilern folgt.) In A Study of Scarlet geschieht der Mord aus Rache aufgrund einer alten Liebe, in dieser Geschichte aus Rache aufgrund eines gestohlenen Schatzes, und ich finde es ziemlich ekelhaft, jemanden zu töten, weil er einem einen Schatz gestohlen hat, den man selbst erst dadurch erhalten hat, dass man jemanden umgebracht hat. Gier und Immoralität - nicht so meins. Abgesehen davon hat der Wilde alle Schuld für den Mord bekommen, während der Weiße mit einer Anklage wegen Diebstahls fein weggekommen ist. Vielleicht lese ich da zu viel rein, aber das waren jedenfalls die Gründe, aus denen mich The Sign of the Four nicht so begeistert hat wie A Study in Scarlet.

So, jetzt wo ich gebloggt habe, ist mein Tagwerk vollbracht und ich werde den Rest des Tages noch ein wenig faulenzen und Trash TV gucken. Goodbye Deutschland, yay. :) Das heißt, sobald ich den Kaninchenbalkon saubergemacht und die beiden Frechdachse gefüttert habe.

Nimm ein Bad, Mister Umwerfend

Der eine oder andere weiß vielleicht, dass ich Alan Rickman für immer ergeben bin, und dass alles begann, als er zum ersten Mal Snape spielte. Seitdem habe ich einige Filme mit ihm gesehen, aber noch lange nicht genug, und vor allem eher die neueren. Als meine Mutter mir mal gesagt hat, dass er in ihrer Lieblingsverfilmung von Robin Hood (The Prince of Thieves mit Kevin Costner) den Sheriff von Nottingham spielt, wollte ich die natürlich sofort sehen. Aber der ist leider FSK 16. Und als ich dann endlich 16 war, hat es noch mal mehr als ein Jahr gedauert, bis ich ihn mir endlich angesehen habe. Aber jetzt hab ich! Und Gott, ich konnte diesen Film einfach nicht ernst nehmen! :D

Infolgedessen habe ich natürlich angefangen, alles zu kommentieren. Als Robin Azeem befreit hat, habe ich gleich gefragt: “Die freunden sich doch jetzt an, oder?” Und so ging es immer weiter.

JOHN LITTLE: Ich bin ein bärtiger kleiner Gnom und ich werde dich mit diesem Stab verprügeln, bis du mir deine Halskette gibst!
ROBIN: Das kann ich nicht zulassen! Ich hänge an meinem Schmuck!
ICH: Gleich freunden sie sich an, ich seh’s schon kommen!
PRÜGELEI: zieht sich in die Länge
JOHN LITTLE: Okay, und jetzt lass uns Freunde sein!

MÖNCH: Ich bin ein sehr gefährlicher Mönch! Um meine Bierfässer zu verteidigen, werde ich fast alles tun! Dir meinen Fuß ins Gesicht rammen und dich ins Bein beißen zum Beispiel!
ICH: Der macht doch auch bei denen mit, oder?
MEINE MUTTER: Woher weißt du das immer?

Um ehrlich zu sein haben meine Kindheitserinnerungen geholfen. Wir hatten nämlich mal eine LEGO-Kiste, und auf deren Deckel waren Robin Hood und seine Freunde aufgedruckt. Ich kann mich nicht mehr sonderlich gut dran erinnern, aber an den bärtigen Typen und den dicken Mönch erinnere ich mich noch.

Was mir an dem Film besonders gut gefallen hat, waren die starken Frauen. Zuerst mal war da Fanny (ich glaube, so heißt sie), Littles Frau. Mal ganz abgesehen davon, dass die Gute acht Kinder auf die Welt gebracht hat, weiß sie ganz genau, wie sie mit den Kerlen umspringen muss. Ich habe sie von dem Augenblick an geliebt, als sie einem von Nottinghams Bluthunden mitteilte, ihr Mann sei letzten Winter gestorben - und zwar in einem so sachlichen Ton, dass dem daraufhin auch nichts mehr einfiel. Und was besonders toll war, war, wie sie klipp und klar gesagt hat, dass sie mit den Männern mitgehen und kämpfen wird, statt dabei zuzusehen, wie ihr Sohn aufgehängt wird. Und dann waren da noch Sarah und Marian.

ROBIN: Sei gegrüßt, Marian! Erinnerst du dich noch, wie wir damals immer miteinander gespielt haben? War das nicht toll?
SARAH: Ich seh schon, immer noch der selbe Angeber wie früher.
ROBIN: Tritt ins Licht, holdes Fräulein, damit ich dich sehen kann!
SARAH: trittt ins Licht
ROBIN: Du-
ROBIN: zu sich -bist nicht halb so hübsch wie ich erwartet hatte!
ROBIN: laut -bist ja eine Schönheit!

Marian war dann einfach toll und hätte Robin beinah aufgespießt. Es war schön, dass sie nicht sofort angefangen hat, ihren großen, gutaussehenden Helden anzubeten, ihn und sich aber mit einer List gerettet hat. Während des Films wurde es recht offensichtlich, dass sie problemlos dazu in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen, sei es mit Worten oder Waffen. Weder Robin noch der Sheriff hatten leichtes Spiel mit ihr.

ROBIN: Ich habe einen total coolen, geflickten Umhang gefunden und ich finde, ich sehe darin einfach umwerfend aus!
MARIAN: Würdest du mir einen Gefallen tun, Mister Umwerfend?
ROBIN: Selbstverständlich! Was willst du? Soll ich dich auf Händen tragen? Willst du knutschen? Oder-
MARIAN: Eigentlich nichts von beidem. Könntest du ein Bad nehmen?

MARIAN: Wow, das ist so toll! Ich bin im Lager der Geächteten! Mal gucken, was ich hier so anstellen kann.
ROBIN: Guter Schuss, Wulf, aber kannst du das auch, wenn du abgelenkt bist? *kitzelt ihn am Ohr*
PFEIL: trifft trotzdem sein Ziel
MARIAN: Kannst du das auch?
ROBIN: Äh ja, hm… aber klar!
MARIAN: pustet ihn an
PFEIL: fliegt ins Nirgendwo
MARIAN: Gut gemacht, großer Held!

MARIAN: So, jetzt wo ich hier in diesem Baumhaus bin, komme ich wie wieder runter…? Ich muss zurück in mein großes tolles Schloss!
ROBIN: Keine Sorge, ich werde dich in meine starken Arme nehmen und das wird total Tarzan! Und ich habe sogar gebadet!
MARIAN: Nun gut, all diese Anstrengungen verdienen einen Kuss.

Und dann wurde Marian vom Sheriff entführt und zu einem Fräulein in Nöten gemacht, das nur noch dazu gut war, im richtigen Moment dramatisch “ROBIN!” zu schreien.

SHERIFF & ROBIN: haben sich gegenseitig im Schwitzkasten
MARIAN: ROBIN! Pass auf, oder ich sinke gleich ohnmächtig zu Boden!
SHERIFF: MWAHAHAHA ICH WERDE DICH MIT DEM SCHWERT DEINES VATERS TÖTEN!
MARIAN: ROBIN PASS AUF ER HAT EIN GROSSES SPITZES SCHWERT ICH GLAUBE ER WILL DICH TÖTEN!

Ich finde, Marian hätte ruhig ein bisschen Action bekommen können, also den Sheriff mit stumpfen Gegenständen auf den Kopf hauen oder ihm in den Arsch treten oder so was. Alan Rickman war nebenbei bemerkt ziemlich toll! Ich hatte ja keine Ahnung, dass er tatsächlich mal gut aussah! Jedenfalls hat mir sein gnomisches Rumgehüpfe ungemein gut gefallen, ebenso wie seine Wutanfälle. Und ich habe etwas rausgefunden! Will Scarlett (der mit Zipfelmütze einfach umwerfend aussieht) hat auch den nervigen Novizen in Im Name der Rose gespielt. Er hat es wieder gut gemacht! So nervig ich ihn in dem Film fand, so gut war Christian Slater in Robin Hood. Und mit Zipfelmütze sieht er umwerfend aus.

Sherlock HolmesÀ propos scarlet. Heute habe ich A Study in Scarlet von Sir Arthur Conan Doyle gelesen. Mit ihm ist es immer so ein schmaler Grad zwischen Nerverei und Spannung. Es dauert so unglaublich lange, bis er endlich die Auflösung des Falles bekannt gibt, und es fehlt wirklich nicht viel, dass ich vor Aufregung sterbe. Ich wollte am Ende von Teil Eins unbedingt wissen, was eigentlich los war, und dann fängt der an, Jefferson Hopes Geschichte ganz von Anfang an zu erzählen. Ich wäre beinah durchgedreht, aber die Geschichte selbst war auch so spannend und hat mich total gefesselt, so dass das schlussendlich nicht so schlimm war. Ich liebe Sherlock Holmes einfach. Er ist ein bisschen der Monk des neunzehnten Jahrhunderts, wundervoll exzentrisch und intelligent. Und Doyles Geschichten erinnern mich immer ein bisschen an meine Zeit in der Bilingual-Klasse, die in der ganzen Zeit, in der ich schon Englisch lerne, eigentlich die beste war.

His Dark Materials, Narnia, Die Bibel - Parallelen ziehen

Bestimmt langweile ich euch alle inzwischen mit meinen Abenteuern; jedenfalls muss ich ehrlich zugeben, dass es mich ein bisschen langweilt, sie aufzuschreiben. Deshalb wird der heutige Eintrag ein Buch-Post!

His Dark MaterialsIch erzähle ja schon die ganze Zeit immer wieder von His Dark Materials, Narnia und der Bibel, aber jetzt, wo ich The Chronicles of Narnia ausgelesen habe, habe ich beschlossen, mal richtig über die drei zu bloggen. Als erstes - His Dark Materials. Das habe ich als Kind schon mal gelesen (ich muss da so alt gewesen sein wie meine Schwester jetzt - also 12 - die die Bücher auch kürzlich gelesen hat), aber ich glaube, ich habe sie da nicht in dem Ausmaß verstanden, in dem ich das jetzt tue. Was ich an His Dark Materials sehr schätze, ist die starke weibliche Protagonistin, die die Bücher in Lyra haben. Ich fände es aber dennoch besser, wenn sie ein bisschen älter wäre, da sie sich einfach nicht wie eine 11-jährige (bzw. später 12-jährige) verhält, und aus noch einem weiteren, etwas Spoiler-haltigen Grund, den ich nachher noch mal ansprechen werde. Ich bin auch froh, dass Pullman es geschafft hat, ihr einige Talente zuzuschreiben, z.B. die Fähigkeit, das Alethiometer zu lesen, ohne dass sie wie eine Mary Sue wirkt, da die Erklärungen dafür, warum sie das kann, doch recht logisch sind (wenn auch etwas rar).

Ich halte His Dark Materials für einen der wichtigsten Repräsentanten epischer Fantasy, gemeinsam mit Lord of the Rings und The Chronicles of Narnia. Es ist interessant, dass His Dark Materials teilweise sehr wie ein Klassiker anmutet, obwohl es viel später geschrieben wurde. Ich denke, das liegt zum Teil daran, dass Pullman einen Gegenpol zu Narnia schaffen wollte, was er meiner Meinung nach auch ganz gut hingekriegt hat. Die Parallelen sind nicht zu übersehen; ein paar habe ich schon erwähnt, zum Beispiel dass mit Staub alles anfing, und die Existenz vieler Welten nebeneinander, aber auch andere Dinge wie die sprechenden Tiere (die in Narnia einfach “normale” sprechende Tiere sind, in HDM die gepanzerten Bären), dass es Kinder sind, die da zwischen den Welten hin- und herreisen und das Schicksal aller bestimmen, usw. Der große Unterschied ist die Gottessicht. In HDM gibt es keinen richtigen Gott, sondern eine Autorität, die, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Engel ist, der mehr oder weniger ein Thronräuber ist. Infolge dessen ist der Kampf gegen die Autorität das, was den Plot treib, und man kann Unmengen an religiöser Kritik in den Büchern finden, wenn man genau hinsieht. Das ist vollkommen okay - man braucht auch kritische Stimmen, um über Dinge nachdenken zu können - aber in manchen Fällen hat Pullman es zu weit getrieben. Da ist dieser ganze Kram über Staub, der von Erwachsenen wegen der ursprünglichen Sünde angezogen wird, also Evas Sünde im Paradies. Und dann ist da noch dieser ganze andere Kram über Lyra, die Eva ist, und einer großen Versuchung ausgesetzt sein wird. Ich hätte mit dem allen sehr gut leben können, wenn Pullman nicht die Liebe zwischen Lyra und Will zu der Sünde gemacht hätte. (Ich glaube die katholische Kirche - oder Teile von ihr - haben mal behauptet, das wäre Evas Sünde gewesen, nicht dass sie von der verbotenen Frucht gekostet hat.) Während des ganzen letzten Buches wartet man auf etwas Großes, das explosionsartig hochgeht - die Versuchung eben - und dann wählt Pullman ausgerechnet die unschuldige Liebe zwischen Will und Lyra. Das ist, nebenbei bemerkt, der zweite Grund, warum ich finde, dass ihr junges Alter etwas seltsam ist. Die beiden sind zwölf (Will vielleicht dreizehn), und verlieben sich unsterblich und so weiter. Ich find’s einfach seltsam. Andererseits weiß Pullman einfach genau, wie er mein Herz zum Schmelzen bringen kann. Nicht nur mit der Szene, in der Will und Lyra sich zum ersten Mal küssen, sondern auch mit vielen anderen Dingen. Mit der Szene, in der Mary Malone von ihrer ersten Liebe erzählt. Roger in der Totenwelt. Solche Sachen. Deshalb war es schlussendlich auch gar nicht so wichtig, was Pullmans Absicht religiös gesehen war. Darauf kam es nicht so an wie auf die Charaktere, das Lustige, den Herzschmerz… (Ich wollte noch tagelang nach Beenden der Trilogie heulen.)

Chronicles of NarniaUnd dann habe ich Narnia gelesen und es war ganz anders, aber einfach toll. Ich LIEBE die Filme, und infolgedessen mag ich die Geschichten über die Pevensies einfach am liebsten. Ich mochte die anderen Bücher auch, aber die Pevensy-Geschichten haben einfach am meisten Spaß gemacht. Im Gegensatz zu Pullman macht Lewis es sehr offensichtlich, dass er religiöse Werte und Normen schätzt, und es ist fast noch offensichtlicher, dass Aslan Gott ist. Teilweise kommt es einem wirklich so vor, als hätte Lewis von der Bibel abgeschrieben, und stellenweise habe ich echt gedacht, dass er es, genau wie Pullman, ein bisschen übertrieben hat. Erst schafft Aslan die Welt und gibt sie den Narnianern. Dann sagt er, dass nur Töchter Evas und Söhne Adams das Land regieren können - klingelt da was? Gott gibt die Natur ja auch in Evas und Adams Hände, gibt ihnen die Herrschaft über die Tiere - und in Narnia wohnen größtenteils eben solche. Dann ist da dieser Garten mit den Früchten, von denen man nicht aus Egoismus essen soll. Und Unmengen anderer Sachen. So wie Aslans Land, dass im Prinzip das Leben nach dem Tod darstellt. Und Aslan ist natürlich immer und ohne Zweifel gut. Was mich aber schlussendlich dann, “oh nein, Lewis!” denken ließ, war das Ende des letzten Buches. Das mochte ich sowieso schon nicht so sehr, weil es eigentlich nur Mord und Totschlag ist, und dann dürfen am Ende auch noch alle bleiben, weil sie - oh wie passend! - alle bei einem Zugunglück gestorben sind. Ganz ehrlich, mir hätte es besser gefallen, wenn sie in ihrer eigenen Welt hätten leben müssen. Aber alles andere habe ich einfach geliebt, auch wenn es hin und wieder ein bisschen vorhersehbar war. (So klar, dass Shasta der Sohn des Königs ist, und auch klar, dass Eustace nur mitgeschleift wurde, damit er sich bessern kann.) Aber Lewis weiß einfach, wie man Geschichten erzählt.

Der Grund, warum der ganze Kram aus der Bibel grade so präsent in meinem Kopf ist, ist, dass ich das alles grade gelesen habe. Die ersten fünf Bücher Mose und das Buch Josua hab ich hinter mir. Ich hab schon erwähnt, dass ich die Bibel ziemlich repetitiv finde, und deshalb überspringe ich inzwischen einiges. Ein anderer Grund, aus dem ich das Alte Testament nicht so sonderlich mag, ist die Darstellung Gottes. “So, jetzt müssen mal ein paar Völker leiden, damit alle sehen, wie toll ich doch bin!” Ich muss wohl kaum sagen, dass da auch permanent Mord und Totschlag herrschen, weil die Israeliten die ganze Zeit Städte und Länder erobern. Okay, da gibt es also dieses Gepriesene Land, in dem sie leben wollen - muss man wirklich Tausende von Leuten umbringen, um das zu erreichen? Nur um die davon abzuhalten, einem zum Götzendienst zu verführen? Nur damit alle sehen, welche Wunder der eigene Gott vollbringen kann? Ich gebe ja zu, dass ich bei den LotR-Filmen immer voller Begeisterung bin, wenn es eine Kampfszene gibt, und dass ich bei Edgar Wallace und Columbo immer die Morde am besten fand, aber bei Büchern ist das noch mal was anderes, weil meine Fantasie da mit mir durchgeht. Das ist nicht der Grund, warum mir das ganze Abschlachten in der Bibel so sauer aufstößt. Ich finde es einfach moralisch falsch, und denke, dass man ohne unnötiges Blutvergießen auskommen sollte, wenn man doch so einen tollen Gott hat.

Ich hoffe, ich hab jetzt nicht total unzusammenhängenden Quark geschrieben, aber ich bin momentan ein großes Wehwehchen. Ich hab mir heute Nacht beim Schlafen irgendwie einen Nerv eingeklemmt, und als ich aufgewacht bin, tat mein Nacken höllisch weh. Ich halte ihn schön warm und es wird langsam besser, aber viel bewegen kann ich mich immer noch nicht. Aber heut Abend gehen wir wieder in der Brasserie essen, in der mein Alan arbeitet. :)

Fresst Sand, ihr verflixten Toursiten, fresst Sand

So, der Blogeintrag sollte eigentlich ein bisschen kürzer werden als die letzten beiden, aber wenn ich mir die englische Vorschrift auf lj so ansehe, dann klappt das eher nicht. Ich hoffe, ich kriege noch alles zusammen; die letzte Woche purzelt in meinem Kopf ziemlich durcheinander, ich bin soooo müde.

Wie schon gesagt waren wir am Mittwoch wieder Reiten, und ich habe gemerkt, wie sehr ich es verlernt habe. Traben? Kein Problem, geht noch. Galloppieren? Na ja, nicht so gut… Gott, es war schwierig, in den Rythmus zurückzufinden. Ich glaube, wir haben den anderen Leuten, die bessere Reiter waren, ein bisschen den Spaß verdorben. Es war aber trotzdem ein netter Ausritt. Was mir am besten gefallen hat, war, auf dem Pferderücken durchs Meer zu waten. Man wird dabei ziemlich nass, aber es ist einfach schön, vor allem bei Sonnenuntergang. Einer von den anderen Reitern war ein Niederländer (ein echt netter Mensch, der uns immer wieder deutsche Satzbrocken zuwarf), und ich habe natürlich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und mein unglaubliches Sprachkönnen zur Schau gestellt. Als er zu uns am Schluss “tschüss” sagte, habe ich mit “doei” geantwortet - Wahnsinn, ich weiß. :) Aber obwohl es nur ein Wort war - es ist irgendwie ein gutes Gefühl, wenn man etwas in einer Fremdsprache sagt und ein Muttersprachler es versteht.

Worauf ich mich nebenbei besonders freue, ist unser morgiger Familienausritt. Schneller als im Schritt werden wir da wahrscheinlich nicht reiten, weil weder meine Eltern noch mein Bruder jemals Reitstunden genommen haben, aber ich finde es ja schon toll, dass sich überhaupt alle haben überreden lassen.

Bevor wir mittwochs reiten waren, haben wir übrigens den Markt in Coudeville besucht, der sich als ziemlich kleiner Markt herausstellte. Wirklich viel gab’s nicht zu kaufen und zu sehen. (Ich glaube, ich bin aus dem Alter raus, wo mich buntes Plastikspielzeug fasziniert hat.) Wir sind dann mit ein paar Oliven und getrockneten Erdbeeren und Kumquats wieder nach Hause gefahren. Und à propos Essen: gestern sind wir nach Cherbourg gefahren, wo wir eine der unangenehmsten Restaurant-Erfahrungen hatten, die ich je gemacht habe. Zuerst mal hat in den meisten Speisekarten die Getränkekarte gefehlt, was nicht so schlimm war, weil wir unsere Karten dann einfach rumgereicht haben. Meine beiden jüngeren Geschwister hatten jeweils eine Pizza Margarita, die nicht nur riesig sondern auch noch echt lecker waren. Ich hatte einen Salat Sole Mio, mit Artischocken, Oliven, Paprika und Palmherzen, und der hat einfach hervorragend geschmeckt. Meine ältere Schwester und meine Mutter haben sich Moules Frites bestellt, und da war das Problem. Geschmacklich waren die echt in Ordnung, nur waren die ziemlich al dente, da voller Sand. Die beiden haben dann beschlossen, dass sie sich beschweren, und die Kellnerin meinte daraufhin, das wären halt die örtlichen Muscheln, das wäre normal, sonst hätte sich noch nie jemand beschwert. Ob die beiden das jetzt nicht mehr essen wollten. Auf deren Verneinung ist sie dann einfach gegangen, hat sich nicht entschuldigt, hat keinen Ersatz angeboten, wie man das in einem guten Restaurant macht, und sie hat nicht mal die Muscheltöpfe weggeräumt.

Da meine Mutter und Schwester die Muscheln schlecht essen konnten, haben wir einfach alles am Tisch geteilt (war ja dank der großen Portionen gut möglich). Meine Mutter hat aber beschlossen, die Muscheln nicht zu bezahlen - die hat die Kellnerin uns tatsächlich berechnet - und ist an die Theke gegangen, um ihr das auch mitzuteilen. Wir standen natürlich alle hinter ihr, schließlich spricht keiner von uns perfekt Französisch, und wenn dann einer so was machen muss, dann wird er tatkräftig unterstützt. Die Kellnerin sagte uns noch mal, dass sich noch nie jemand beschwerte habe (klar, es wird auch jeder Tourist mit mangelhaftem Französisch Lust auf so eine Konfrontation haben), dass sie eine andere Kundin hier habe, die ihre Muscheln ohne Beschwerde gegessen habe, und dass sie selbst welche probiert, an denen aber nichts gefunden hätte. (Die richtige Variante wäre gewesen, die an unserem Tisch zu probieren, da das schließlich die sandigen Muscheln waren.) Dann meinte sie, sie könnte uns ja nicht zwingen zu zahlen und besaß tatsächlich die Frechheit, uns zu fragen, ob wir das in jedem Restaurant abziehen würden. Mal ehrlich, was sollten wir denn davon haben? Mit leerem Magen in ein Restaurant gehen und das Essen dann nicht essen - was für ein Spaß. So, das musste ich einfach mal loswerden, da ich finde, dass man seine Kunden so wirklich nicht behandelt.

Danach sind wir dann noch zur Cité de la Mer gegangen, aber da haben wir dann schnell rausgefunden, dass die Tour vier Stunden dauert (45 Minuten davon im U-Boot), und das war uns dann einfach zu lang. Stattdessen sind wir zu einem Strand im nördlichsten Zipfel Frankreichs gefahren und sind haben noch einen Spaziergang gemacht. Das Handy meiner Schwester hat uns darüber informiert, dass wir in einer anderen Zeitzone seien, und wir haben BBC empfangen. Das war das erste Mal, dass ich britisches Radio gehört habe, und lustigerweise (obwohl das Thema jetzt nicht so lustig ist) kam sogar was über Jon Venables, über den ich letztes Jahr eine Sozialkunde-Hausaufgabe geschrieben habe. War also alles in allem doch noch ein schöner Tag. :)

Ich habe übrigens noch zwei Narnia-Bücher zu lesen, aber zuerst werde ich mal die letzten drei Bücher Mose lesen.

Noch mehr Abenteuer, zum Beispiel… Ganztagesnickerchen!

Was, kein Interesse an dieser Abenteuergeschichte? BITTE? Dann kann ich ja nur vermuten, dass alle außer mir sich permanent versündigen und ein Leben führen, über das man niemals bloggen sollte. Wegen der Kinder, meine ich.

Na ja, ich habe ja nicht die ganze Zeit geschlafen seit meinem letzten Eintrag. Am Montag sind wir zu einem Pferderennen gegangen, in einer niedlichen kleinen Stadt ganz hier in der Nähe, nämlich derselben, in der auch der Markt war. Es stellte sich heraus, dass wir ein bisschen später hätten kommen sollen, weil wir wieder gehen mussten, bevor es an die Gallopprennen und das Country Cross ging, sodass wir nur die Trabrennen mitbekommen haben. Die sind aber auch ganz interessant. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, worauf es bei Pferderennen genau ankommt, und genau aus dem Grund würde ich auch nie wetten (wie ich mich kenne, würde ich da ja nur Unsummen verlieren!), aber wenn alle aufstehen und in die Hände klatschen und die Pferde auf der Zielgeraden anfeuern, dann wird man davon einfach mitgerissen. Genauso wie man in den Chor von “oh NEIN”s einstimmt, wenn ein Pferd wegen Galloppierens disqualifiziert wird. Bei einem Rennen zum Beispiel habe ich Sissi Impératrice die Daumen gedrückt (weil Musicalsucht, wegen Elisabeth eben…), und nach einer Runde im Mittelfeld hat dieses Pferd alles überholt, was da war, und als sie ganz vorne war, ist die für Sekundenbruchteile in den Gallopp gewechselt… und war raus. Oh, und wir haben auch einen Fehlstart miterlebt! Aber ich hab keine Ahnung, was da schiefgegangen ist, für mich sieht das immer total unorganisiert aus.

Vor uns saßen zwei ziemlich grummelig wirkenden Franzosen, die uns immer wieder böse Blicke zugeworfen haben. Ich glaube, die waren ein bisschen genervt von unserem fröhlichen Geplapper, aber mal ganz ehrlich, kann man jemandem bei so einem Event den Mund (und vor allem das Lachen, Gott bewahre!) verbieten? Ich glaube eher nicht. Ach, und es waren auch nicht so wahnsinnig viele Leute mit Hut da, und schon gar nicht mit so extravaganten Hüten, wie man sie von Fotos von großen Pferderennen kennt. :( Wir haben dafür aber einen Jungen gesehen, der fast die gleiche Frisur hat wie mein Bruder (also ziemlich strubbelige Locken) und haben alle beschlossen, dass er sich mit ihm anfreunden soll. (Wir necken ihn wegen seiner Haare immer.)

BRUDER: Hier gibt es auch Unmengen von Männern, die die gleiche Frisur haben wie du, also geh du doch und freunde dich mit denen an!

FRANZI: Ich bilde mir gern ein, dass meine kurzen Haare meine weiblichen Züge betonen!

Nach den Rennen hat meine Mutter meine Schwester am Bahnhof abgeholt (jetzt ist meine große Schwester auch da!), während ich schon mal das Gemüse für unser leckeres Abendessen geschnippelt habe. (Couscous, Gemüsepfanne mit Auberginen, Zucchini und Paprika und Hackfleisch.) Meine Mutter hat außerdem Délices au caramel gekauft, und ich bin wirlich froh, dass es diese Süßigkeit in Deutschland nicht gibt, die gehört nämlich zu den leckersten Sachen, die ich je gegessen habe! Gestern haben wir eine Brasserie ausprobiert, wo es angeblich die besten Moules Frites in der Normandie gibt oder so was in der Art. Auf den ersten Blick sah es ein bisschen billig aus, mit Plastikstühlen und -tischen, aber das Essen war ganz gut. Wir haben uns als Vorspeise ein Fricassée de Poulet bestellt, das wir alle geteilt haben, und dann hatte ich eine Pizza Capitano mit Tomaten, Mozzarella, Ziegenkäse und Schinken. Die hat gut geschmeckt, aber ich konnte aufgrund der unglaublichen Menge an Käse nur ungefähr die Hälfte davon essen. Allerdings haben wir auch alle die Moules Frites meiner Mutter probiert, und die sind einem wirklich auf der Zunge zergangen! Danach hab ich mir noch eine Crème caramel au beurre salé bestellt, die zwar ein bisschen an Wackelpudding erinnert hat, aber trotzdem sehr lecker war! Und dann war da noch der Kellner- in den hab ich mich sofort verliebt. Der hatte ein total liebes, sommersprossiges Gesicht, und eine Brille, und so ein süßes Grinsen! Und er war total ALAN. Ich schwöre bei Gott, er sah genauso aus wie Alan aus Demon’s Lexicon! Ich wollte ihn am liebsten aus der Brasserie klauen, aber Menschen zu klauen ist ja kriminell und ich weiß auch nicht, ob er das so toll gefunden hätte.

Und gestern sind wir reiten gegangen. Ich hab wirklich aua, aber es hat sich sehr gelohnt. Mittags war ich dann total müde und habe beschlossen, für ein paar Minuten zu dösen. Innerhalb dieser paar Minuten hat meine Schwester ihre eigenen Nägel, die meiner Mutter und schließlich noch meine gefeilt. Daran habe ich festgemacht, dass irgendwas nicht stimmen kann- und als ich dann wieder aufstehen konnte, war es schon halb fünf. Ich glaube aber nicht, dass das vom Reiten kam, sondern eher vom Wetter. Heute Abend gehen wir wieder reiten, so mit Galloppieren am Strand, und ich freue mich schon total. :)

Was auch toll ist, ist unser Plan, vielleicht einen Tag nach Jersey zu fahren. Das wäre mein erstes Mal in Großbritannien, und ich würde sooo gerne fahren, aber es ist erstens sauteuer und zweitens muss mein Vater eine Erlaubnis unterschreiben, dass meine Mutter mit uns französischen Boden verlassen darf (sie könnte uns ja entführen!). Was echt doof ist, ist, dass wir den Familientarif nicht nutzen können, da mein Vater ja vermutlich nicht mitkommt, und der Tarif nur für Paare mit Kindern gilt. Soo mittelalterlich! Ich meine, was ist denn mit alleinerziehenden Müttern? Oder Vätern? Im 21. Jahrhundert müsste denen so was doch schon in den Sinn gekommen sein. Das ist doch ein riesiges Klischee. Hallo, Welt? Rollenverteilungen und so was… war zum größten Teil mal.

Ach, und diesbezüglich… ich lese immer noch Narnia und die Bibel gleichzeitig, und ich habe angefangen, Unmengen an Parallelen zwischen Aslan und Gott zu finden. Es gibt doch diese Stelle in der Bibel, wo Mose Gott fragt, was er denn sagen soll, wenn die Israeliten wissen wollen, in wessen Auftrag er sie aus Ägypten führt. In Narnia gibt es eine ganz ähnliche Stelle, wo Shasta erfährt, dass Aslan die ganze Zeit seine Schritte gelenkt hat, und als er fragt, wer Aslan eigentlich ist, sagt der “myself”. Fast das gleiche sagt Gott auch zu Mose. Ich find’s so faszinierend! His Dark Materials, die Bibel und Narnia auf einmal zu lesen ist einfach total interessant. (In HDM wird die religiöse Autorität zum Beispiel als die zerstörerische, böse Macht hingestellt, während Aslan in Narnia der Schöpfer ist.)

In der Normandie folgt ein Abenteuer aufs nächste

Okay, das ist vielleicht eine leichte Übertreibung. Aber es ist echt schön hier! Wir hatten schon große Abenteuer in den Marschländern, obwohl wir eigentlich nur spazieren gehen wollen. Unter anderem konnten wir dort die von den Schafen geschaffene Infrastruktur bewundern. (Also, Trampelpfade.) Wir wollten eigentlich eine Abkürzung zur Straße durchs Marschland nehmen, aber da gibt es überall diese Flussarme, die sich durch die Marschländer winden, und man kann die von weiter weg überhaupt nicht sehen. Das heißt, immer wenn man denkt, jetzt kann man gradeaus durchspazieren, dann steht man in der nächsten Minute vor so einem Arm, und es dauert eeeewig, bis man eine Stelle gefunden hat, wo man drüberhopsen oder drum herumlaufen kann. Und das macht erst recht keinen Spaß, wenn es auch noch regnet und stürmt…

Aber wir haben auch schon wirklich schöne Sachen gemacht. Wir waren schon zweimal auswärts und sehr gut essen. Das erste Mal waren wir im Borsalino, was wir noch von letztem Jahr kennen, wo es sehr leckeres Essen gibt. Ich hatte einen Salade Sauvage (und ich habe noch nie einen so guten Salat gegessen!), und eine Pizza Sicilienne, die auch gut war, deren Genuss aber durch die Sardellen und meine schlechte Erfahrung mit Fischgräten etwas getrübt war. Und gestern sind wir in einem etwas rustikaleren Restaurant essen gewesen, L’Auberge des Casses-Croûtes. Total schönes Ambiente; beim Anblick der Speisekarte hat meine kleine Schwester erst mal einen Schock gekriegt und der Rest der Familie hat sich gefreut. Ich hatte zur Vorspeise Melon et Canard Fumé (letztere war etwas schwer zu kauen…), dann Moules Frites und zum Nachtisch Ananas rôti au pain d’épices. Ich kann nicht so wahnsinnig viel Ananas essen, schon gar nicht warme, weil ich da Kopfschmerzen von kriege (keine Ahnung warum), aber die hat soooo fantastisch geschmeckt, dass ich sie ganz leer gemampft habe. Der Gewürzkuchen/Lebkuchen war ganz aufgeweicht von Ananassaft und total lecker. Und als wahrhaftes Sahnehäubchen gab’s dazu Sahne mit Kokosstreuseln. MIAM MIAM.

Auch noch bezüglich Essen: wir waren heute auf dem Markt. Ich finde, es gibt fast nichts Inspirierenderes als auf den Markt zu gehen, besonders in den ländlichen Regionen Frankreichs. Lauter braungebrannte Leute mit breitem Grinsen und ausgewaschenen Mützen, die ihre selbstgemachten Waren lauthals anpreisen. Ich liebe es. Wir haben auch ganz viel leckeres Zeugs gekauft: drei Pfund Erdbeeren, Himbeeren, Oliven (getrocknete, eingelegte und Olivenpaste), eine Saucisse Sèche und Baguette. Da werd ich gleich zuschlagen. :)

Aber ich sehe, ich habe bisher nur übers Essen geredet. Dabei bin ich auch mit anderen Sachen beschäftigt! Ich schreibe zum Beispiel fleißig Postkarten, und lese viel. Ich hab jetzt schon die ersten beiden Bücher Mose gelesen, und ich muss sagen, die Bibel ist manchmal wirklich urst repetitiv. Ich freu mich aber schon aufs Neue Testament. Nebenher lese ich The Chronicles of Narnia (ich krieg davon so Lust, die Filme zu sehen!) und vergleiche es die ganze Zeit mit His Dark Materials. (Pullman ist nicht grade ein Freund von Lewis’ Werken und Werten und eine ziemlich kritische Stimme, was Religion anbelangt.) Es macht Spaß, die Parallelen zu entdecken: beispielsweise eine ganze Menge an Welten, in die man reisen kann; dass der Weg in diese anderen Welten von einem Mann (aus Leichtsinn oder was auch immer) von einem Mann geöffnet wurde; dass alles aufgrund von Staub begann… wobei das in Narnia ganz gewöhnlicher Staub ist, in His Dark Materials eben Staub. Ach, was soll’s, ich liebe beide Buchserien!

Außerdem habe ich ein Gedicht geschrieben. Ich habe beschlossen, mich in nächster Zeit wieder mehr an die Lyrik zu halten, weil ich keine Ideen mehr habe, die groß genug für Kurzgeschichten wären, und das scheint ganz gut zu klappen. Ich weiß noch nicht so recht, was ich von dem Gedicht halten soll; ich mag es eigentlich, aber meine Mutter meinte, es würde noch ziemlich roh wirken, was es vermutlich auch ist. Beim Durchblättern meines Notizbuchs gestern hab ich außerdem festgestellt, dass ich mein restliches Gekritzel auch ganz gut finde. Es ist schön, wenn man sein Geschriebenes wieder mehr mag.

So, das war jetzt ziemlich durcheinander und ein bisschen nebensächlich. Aber ich warne euch schon mal: so in der Art werde ich jetzt hoffentlich öfter bloggen!

31 Tage - 31 Bücher verlinkt

31 Tage - 31 Bücher

Tag 1 – Das Buch, das du zurzeit liest: Magic Bleeds
Tag 2 – Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst: Jan, mein Freund
Tag 3 – Dein Lieblingsbuch: Torture the Artist
Tag 4 – Dein Hassbuch: Die Welle
Tag 5 – Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest: Tintenherz
Tag 6 – Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst: Wicked
Tag 7 – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert: A Tale of Two Cities
Tag 8 – Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert: Die Rebellin
Tag 9 – Das erste Buch, das du je gelesen hast: Die kleine Raupe Nimmersatt
Tag 10 – Ein Buch von deinem Lieblingsautoren: Warbreaker
Tag 11 – Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst: Harry Potter and the Deathly Hallows
Tag 12 – Ein Buch, das du empfohlen bekommen hast: Die Eleganz des Igels
Tag 13 – Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst: Bartimäus
Tag 14 – Ein Buch aus deiner Kindheit: Der Summstein
Tag 15 – Das 4. Buch in deinem Regal v.r.: Good-bye and Keep Cold
Tag 16 – Das 9. Buch in deinem Regal v.l.: The Demon’s Covenant
Tag 17 – Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen: The Chronicles of Narnia
Tag 18 – Das Buch, mit dem schönsten Cover, das du besitzt: His Dark Materials
Tag 19 – Ein Buch, das du schon immer lesen wolltest: Die Bibel
Tag 20 – Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast: Emilia Galotti
Tag 21 – Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast: Die Leiden des jungen Werther
Tag 22 – Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat: The Lord of the Rings
Tag 23 – Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat: König Ödipus
Tag 24 – Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast: Treasure Island
Tag 25 – Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt: Shrinking Violet
Tag 26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest: Der Wind in den Weiden
Tag 27 – Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist: Knife
Tag 28 – Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt: Das Parfum
Tag 29 – Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt? Eragon
Tag 30 – Das Buch, das du zurzeit liest: The Amber Spyglass
Tag 31 – Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst: Urlaubslektüre