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Rebel- und ein bisschen Percy Jackson

Anfang Knife by R. J. Andersonletzten Jahres habe ich R. J. Andersons Knife gelesen (und sogar drüber gebloggt), und seitdem sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Weil es einfach die niedlichste Fantasy war, die ich je gelesen habe, mit winzigen Feen, die winzige, liebenswerte Charakterzüge haben und einer ganz wunderbaren Geschichte.

Und jetzt werde ich wahrscheinlich ein bisschen spoilern.

Vor kurzem hab ich mir Rebel nun endlich bestellt und es innerhalb kürzester Zeit gelesen. Obwohl das gar nicht so einfach war wie bei dessen Vorgänger. In Knife habe ich total schnell hineingefunde, da wird man direkt in die Handlung hineingesogen, die auch gleich recht actiongefüllt ist, weil Knife so eine kleine Kriegernatur ist. :D Bei Rebel fand ich das um einiges schwieriger. Erst mal gab es gleich zwei Figuren, an deren Blickwinkel ich mich gewöhnen musste (weil abwechselnd sowohl aus Timothys Sicht als auch aus Lindens Sicht erzählt wird). Und dann: info dumping. Das war mir etwas zu viel. Zur Erklärung: man ist vorher eigentlich nie aus dem Oakenwyld rausgekommen, also dem Haus/Garten, wo Knife und die anderen Feen leben, nur ein einziges Mal und das war ein recht kurzer Ausflug. Und auf einmal gurke ich mit den Figuren in London rum und in ganz England und Wales und meine Güte, die ganze Hintergrundgeschichte! Es gab auf einmal so viele Informationen über die Feen außerhalb und die Vorgeschichte und was nicht noch, hinzu kam noch Timothys eigene Geschichte- also, es war ein bisschen anstrengend. Aber ich bin zum Glück dran geblieben (konnte es mir auch leisten, die Kursarbeiten fangen erst jetzt wieder an) und hab dadurch dann doch noch reingefunden. Und bin kleben geblieben. Wie es ja eigentlich nicht anders zu erwarten war.

Rebel by R. J. Anderson

Und jetzt aber: SPOILER. Eigentlich habe ich schon relativ früh vermutet, dass die geheimnisvolle Empress vermutlich Jasmine ist, die ja an der ganzen Misere der Feen im Oakenwyld schuld war. Bei Knife hatte ich so früh noch keine Vermutungen (und später eigentlich auch nicht), aber das hat mich nicht weiter gestört. Außerdem hatte dieses Buch eines, worauf wir Frauen ja total stehen: einen Bad Boy, der aber eigentlich, tief im Innern, gut ist! Rooob. :D Auch als es den Anschein hatte, dass er gaanz abgrundtief böse ist, habe ich natürlich noch an ihn geglaubt. (Also bitte, die paar Zweifel zählen nicht.) Und er ist ganz klar einer meiner Lieblingscharaktere aus diesem Buch. Wobei ich Wink und Thorn, zwei Feen, die man schon aus dem ersten Buch kennt, auch furchtbar, furchtbar mag! SPOILER ENDE.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, dieses Buch zu lesen. Ich mag Fortsetzungen im Allgemeinen und besonders zweite Bücher, wobei das angeblich immer die schlechtesten in einer Reihe sind. Hier bin ich fast geneigt zu sagen, dass das zutrifft, aber dazu warte ich erst mal das nächste Buch ab. Das erst im Januar 2011 rauskommt. :(

Percy JacksonNoch zwei Wörtchen zu Percy Jackson - Diebe im Olymp, den ich am Samstag gesehen habe. Zu meiner Verteidigung: ich wurde eingeladen. Ich muss auch sagen: ich fand den Film richtig schlecht. :D Eigentlich schade, weil ich Chris Columbus doch mag. Aber das hat die Sache auch nicht besser gemacht. Ach, immer dieses seelenvolle Versinken in den Augen des anderen von Percy und Annabeth (wobei ich ehrlich nicht weiß, was sie an ihm findet, und keines der Mädels, mit denen ich im Kino war, versteht diese meine negativen Gedankengänge bezüglich Percy). Immer dieser… exorbitant logische Plot! Diese brillianten Jungschauspieler! Wuahahaha. Verzeihung. (Aber der Darsteller, der Percy gespielt hat… der konnte wirklich nicht spielen!) Wodurch der Film allerdings um Längen besser wurde: Sean Bean und Rosario Dawson, die zwei meiner Lieblingsschauspieler sind. Ich hab’s schon mal bei der Päpstin gesagt: es gibt Leute, die einen Film gut machen. Allerdings- hier hat das auch nicht mehr viel geholfen. Aber ein Gutes hatte die ganze Sache. Es war saulustig.

EDIT: Wuah! Ich hab endlich rausgefunden, wie ich es anstelle, dass die Bilder und der Text nicht so zusammenkleben!

Viel Text um nichts

Ich habe festgestellt, dass es schon wieder ein bisschen länger her ist, seit ich gebloggt habe. Und da ich die zweite Folge von White Collar (einer amerikanischen Serie, die ich heute entdeckt habe) auch durch Tricksen nicht gucken kann, weil ich die Zeit überschritten habe, hege und pflege ich mal wieder meinen Blog. Den ich demnächst übrigens mit gedankenvollen Gedanken zu all den tollen Serien dieser Welt vollspammen werde.

Aber jetzt erst mal: jammern. Hab mir eine Halsentzündung eingefangen. Ergo: ich darf nicht singen. Wääh. Ich erwisch mich immer wieder dabei, wie ich ein paar Töne summe und muss mich dann schnell ablenken. Ich find’s grausam! :( Aber ich bin froh, dass ich heute beim Arzt war, der mir ein Antibiotikum verschrieben und ein Attest für Sport geschrieben hat. Mit ein bisschen Glück ist die Entzündung bis Ende der Woche weg. Das wäre auch deshalb gut, weil ich mir inzwischen zwei Nachhilfeschüler aufgehalst (haha) habe, die mich ja nicht dafür bezahlen, dass ich mit Triefaugen neben ihnen hänge und ab und zu schwach niese.

Brave New World

Aber Kranksein hat ja, wie ich schon öfter festgestellt habe, auch seine guten Seiten. Ich hatte nämlich endlich die Zeit, Brave New World und Le bal fertigzulesen und mit Tintentod anzufangen (bin schon bei über 500 Seiten, habe also für meine Verhältnisse innerhalb von drei Tagen ziemlich viel geschafft - sonst lass ich mich zu leicht ablenken). Fazit Brave New World: interessante Zukunftsvision, an sich auch gut ausgebaut, nur leider in einem Schreibstil, der mir überhaupt nicht zusagt und mit einigen Längen im Plot, die wohl von den elendigen Beschreibungen und inneren Monologen kommen. Hin und wieder kam’s mir auch ein wenig unzusammenhängend vor. Fazit Le bal: Das Gesülze eines Emo-Teenagers, mit wenig Plot, wenig Spannungsbogen und wenig Tiefe der Charaktere. Ein bisschen schade, weil es rein theoretisch eine Geschichte wäre, aus der man was machen könnte, wenn es nicht nur so melodramatischer Kram wäre. Ich weiß ja auch nicht, woran es liegt, aber ich will das ewige Geheule einer Vierzehnjährigen, die sich für so hässlich hält, irgendwie nicht lesen, egal aus welcher Zeit das Buch stammt. Der Machtkampf mit ihrer Mutter hätte mich ja vielleicht noch interessieren können. Aber obwohl es immer so schön hieß, dass die beiden sich einfach nicht abkönnen, war es einfach viel zu wenig Buch, um das auszuarbeiten. Aber nicht, dass ich mich beschweren wollte. So war es wenigstens schnell rum.

TintentodTintentod hingegen hat mich gleich wieder gefangen genommen. Es scheint mir aber, ich habe bei Trilogien nicht mit dem zweiten Buch ein Problem, sondern mit dem dritten. Bei Mistborn geht mir das so, bei der Tintenwelt… bei der Black Magician Trilogie ist mir das dritte jedoch das liebste, also ist das vielleicht keine allgemeine Regel. Ich werd dieses Jahr aber noch mehr Trilogien lesen, mal sehen. Jedenfalls gefällt mir Tintentod zwar, aber mir fehlt doch ein klein bisschen die Magie, die die ersten beiden Bücher noch für mich haben - weil sie frischer sind, alles neuer, auch für die Charaktere? Weil die Geschichte mir stringenter erscheint? Ich kann es nicht wirklich an irgendetwas festmachen. Ich weiß nur, dass mich eines ganz enorm stört: Staubfingers Veränderung. Er ist einer meiner allerallerliebsten Charaktere - ich hätte am liebsten selbst einen Staubfinger :D - aber in Tintentod werde ich einfach nicht mehr mit ihm warm. Da kommt er mir falsch vor. Das ist sehr schade.

So, was noch? Durch eine Freundin auf livejournal hab ich Johnny Weir entdeckt, den man sich unbedingt ansehen sollte (ich kann das Lied, zu dem er da läuft, zwar gar nicht ausstehen, aber - waah!). Er ist ein Eiskunstläufer (auch dieses Jahr bei den Olympischen Spielen dabei), der wohl in den USA alles andere als unbekannt ist. Ich finde ihn ganz seltsam, aber auch auf ganz seltsame Weise faszinierend. Und er ist der Grund dafür, dass ich mir momentan alle Eiskunstlauf-Events der Olympischen Spiele zum Aufnehmen programmiere. Nur bei den Herren finde ich mich nicht zurecht, was ich aufnehmen muss- ausgerechnet da, wo er dabei ist!

Ich glaube, jetzt habe ich mal wieder genug geschwallt. Muss Tintentod weiterlesen. Und schlafen. Morgen wartet noch immer ein Deutschaufsatz darauf, geschrieben zu werden, und ein Referat über die Hexenverfolgung will zumindest schon mal grob vorbereitet sein. Gute Nacht. :)

Ein bisschen 2010 ist erst rum

Und ich hab mir schon eine Erkältung eingefangen. Eine böse. Die mich nachts vom Schlafen abhält, weil ich keine Luft bekomme, und tagsüber so müde macht, dass ich das Gefühl habe, mein Gehirn hätte sich in Luft aufgelöst. Grade versuche ich mich auch von der Müdigkeit abzulenken, weil ich, wenn ich jetzt einschlafe, nur heute Nacht wieder nicht schlafen kann.

Außerdem wartet mein Januar-Fazit schon länger darauf, geschrieben zu werden. Der erste Monat von 2010 ist rum, und es hat eigentlich gut angefangen. Ich war in Musical Highlights, in Elisabeth und in Wicked, alles drei sehr tolle Erlebnisse. Ich habe mein Zeugnis bekommen, das einen sehr hübschen Zweierschnitt hat und mit dem ich sehr zufrieden bin. Ich habe meine Kursarbeitstermine, sind auch alle fein säuberlich eingetragen (einzig ärgerlich: die Bio-Kursarbeit, die mich wohl davon abhalten wird, mit auf Theaterfahrt zu fahren, weil ich Bio einbringen muss). Und ich habe natürlich gelesen.

Über die ersten beiden Bücher diesen Jahres hab ich ja schon etwas ausführlicher gebloggt- die anderen bekommen jetzt nicht die gleiche Behandlung, vor allem aus Unlust und Müdigkeit. Nachdem ich Inkheart gesehen hatte (mocht ich gern, hab ich aber erwähnt, oder?) habe ich ganz furchtbar Sehnsucht (Lessucht?) nach Tintenherz & Co. bekommen. Damit ich die Trilogie auch endlich mal komplett im Regal stehen habe, hab ich mir deshalb auch kurzerhand noch Tintentod bestellt. Mit den ersten beiden Büchern bin ich inzwischen durch, und ich liebe sie immer noch genauso wie beim ersten Mal. (Es müsste jetzt das dritte Mal sein, dass ich sie lese.) Diese Welt wird von Cornelia Funke so fein und detailliert erschaffen, die Charaktere so liebevoll ausgemalt - ich verliebe mich jedes Mal aufs Neue. Sowohl ihre Hauptfiguren als auch die Antagonisten wirken einfach nur so … traumhaft echt. Es ist ein richtiges Paradox, aber eins, das mich immer wieder zu Cornelia Funkes Büchern greifen lässt. Tintentod habe ich noch nicht angefangen, da ich noch ein bisschen was für die Schule lesen muss, aber spätestens nächstes Wochenende werd ich es aufklappen und reinhüpfen. ;) Und ich glaube, ich werde meine restlichen Funke-Bücher auch mal wieder lesen.

Für die Schule lese ich gerade Brave New World von Aldous Huxley und Le bal von Irène Némirovsky. Brave New World mag von der Idee her gut sein und der Plot gefällt mir auch, aber den Schreibstil finde ich… nicht schön. Stellenweise viel zu verwirrend und ich meine, grade bei einer so komplexen Idee sollte der Autor dafür sorgen, dass der Leser nicht in seltsamen Schreibexperimenten verloren geht. Besonders Kapitel 3: katastrophal. Ich hab gar nichts mehr verstanden. Und das lag nicht an der Sprache. Es ist schade, eigentlich.

Le bal von Mme Némirovsky hingegen ist vom Verständnis absolut kein Problem für mich, zeigt mir aber mal wieder mehr als deutlich, dass ich französische Bücher aus dem 20. und 19. Jahrhundert nicht mag. Aber wirklich nicht. Es hat sich bis jetzt bei jedem Buch aus dieser Epoche, das ich für die Schule lesen musste, bestätigt: ich finde sie schrecklich. Dabei gibt es durchaus französische Bücher, die ich mag. Ensemble, c’est tout zum Beispiel (es war LIEBE) und L’élégance du hérisson. Aber mit diesen seltsamen, in meinen Augen fast aufgesetzt wirkenden Büchern kann ich mich einfach nicht anfreunden. Vielleicht hab ich auch ein Trauma von meiner Schulzeit in Frankreich.

Aber ich werde auch das überstehen. Ich habe nämlich noch viel, worauf ich mich freuen kann, darunter noch einige übriggebliebene Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, die ungelesen sind (wie His Dark Materials von Pullman und Elantris von Sanderson). Und außerdem habe ich mir Rebel, die Fortsetzung von Knife, von dem ich letztes Jahr so begeistert war, bestellt, sowie The Secret Garden, worauf ich auch schon ziemlich gespannt bin. (Ein englischer Klassiker, hurra!) Visuellen Genüssen werde ich mich natürlich auch hingeben, unter anderem Holmes im Kino, diese oder nächste Woche, Ciske de Rat, My Fair Lady (das ich heute gucken wollte, bevor ich beinah eingeschlafen wäre) und natürlich Die Drei Fragezeichen Live and Ticking, die diese Woche rauskommen. Ach, ich freu mich. :)

Und jetzt geh ich wieder Tee trinken.

Notwendige Streitgenossen (und anderes Zeug)

Die Notwendigen Streitgenossen von Georg Miggel liegen jetzt auch schon wieder ein paar Tage zurück - trotzdem will ich auf jeden Fall eine Rezension dazu schreiben, da ich das Buch gewonnen habe und man das als Gegenleistung ja wohl erwarten kann. :)

Notwendige Streitgenossen

Notwendige Streitgenossen war mal wieder einer meiner Ausflüge in ein Genre, das ich sonst nicht lese: Krimis. Leider muss ich sagen, dass dieser Ausflug… nun, nicht so ganz gelungen war. Als ich das Buch angefangen habe, war ich ehrlich begeistert. Die Interaktion zwischen Theo, der Hauptfigur, und seiner Frau Martina war toll. Es hat mir richtig gut gefallen, wie die beiden miteinander umgegangen sind, und das ging auch bei anderen Beziehungen so weiter. Da dachte ich schon, hey, das ist was, das bei Krimis sonst oft vernachlässigt wird und ich fand es toll, dass das mal ein Krimiautor konnte. Ich will jetzt nicht sagen, dass das aber auch schon alles war, was er konnte. Einige meiner Kritikpunkte, die gleich folgen, sind reine Geschmackssachen, und es wird Leute geben, die sich öfter in diesem Genre bewegen, denen das gefällt, was mir nicht gefallen hat.

Was ich als Erstes anbringen will, weil es das Erste war, was mich gestört hat: die Einführung neuer Figuren. Es waren wirklich, wirklich viele Leute, die vorgestellt wurden, da es um eine Sozietät mit 52 Partnern geht, und von den ganzen Juniorpartnern und was nicht noch will ich jetzt gar nicht anfangen. Aber jedes einzelne Mal, wenn jemand Neues auftauchte, wurden aufgelistet: sein Name, sein Alter, wie er mit der Hauptfigur in Verbindung steht, sein Aussehen.Wenn nötig (wobei das relativ ist) auch Sprachfehler oder Angewohnheiten, die die Person besitzt. Was ich dabei am schlimmsten fand, war die Erwähnung (bei mehreren Personen!), die Augen der Person benötigten keine Brille. Das ist schön. Aber total überflüssig. Und bei dem Überfluss an Informationen, der bei der Vorstellung der Charaktere sowieso schon geherrscht hat, wäre weniger wirklich mehr gewesen. Ich konnte mir irgendwann auch einfach nicht mehr merken, wer wer ist und woher XY nun schon wieder kommt.

Ich habe in dem Buch auch durchaus nicht alles verstanden, was darauf zurückzuführen ist, dass es im Anwaltsmilieu spielt und ich davon nun mal nicht viel verstehe. Erst zogen sich nur die Passagen, wo ich ohnehin nichts verstanden habe, aber später die ganze Story. Einer der Partner der Sozietät wird entführt und die verbliebenen sollen ein Lösegeld von 20 Millionen zahlen. In unendlichen Versammlungen wird erläutert ob und wie und warum und ob man nicht lieber die Polizei einschalten sollte, ob man es verantworten kann, zu riskieren, dass dadurch dem Entführten etwas passiert usw. usf. Das hat sich alles wiederholt und wurde zwar durch die Marotten der Herren und Frauen Anwälte aufgelockert (die mir auch wieder gefielen), aber insgesamt war es einfach zu viel.

Und dann noch ein letztes, was eher persönliche Enttäuschung ist als Enttäuschung meiner Erwartungen an ein Buch: irgendwann hat die Hauptfigur Theo Lindner gemeinsam mit seiner Frau entschieden, dass sie moralisch dazu verpflichtet sind, das Geld zu zahlen, entgegen aller Sorgen, dass sie dann ihr Haus nicht mehr abbezahlen können, eventuell die Ausbildung ihrer Kinder nicht mehr finanzieren können…- in dieser Situation hat er sich moralisch absolut richtig entschieden. (Ich muss es ja wissen, ich habe ja Ethik. :D) Und jetzt: Achtung Spoiler! Kaum dass am Schluss rauskam, dass die Entführung nur vorgetäuscht war und der Mitwisser Schumann ihm eine Millionen Schweigegeld bot, hat er zwar nur das genommen, was er auch gezahlt hatte - aber keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, wie moralisch oder unmoralisch das ist, und an den Schaden, den sämtliche seiner Partner (von denen er mit mindestens einem befreundet ist!) davontragen. Da musste ich erst mal schlucken und habe das Buch etwas traurig zugeschlagen.

Nun, als Fazit: meine Tasse Tee war es nicht. Aber ich bin trotzdem froh, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe. Disziplin! Und schließlich gab es auch Dinge, die mir ganz gut gefallen haben, sonst hätte ich das auch nicht gemacht.

Inzwischen lese ich Tintenherz noch mal, weil ich am Mittwoch den Film geschaut und unbändige Lust bekommen habe, mich mal wieder in ein bisschen Fantasy zu versenken, die ich schon kenne. Der Film hat mir zwar in einigen Punkten nicht so gut gefallen (”hey, lass uns da mal noch ein paar Effekte reinhauen, dann fällt es nicht so auf, dass wir vom Buch abweichen!”), aber die Darsteller fand ich alle gut, obwohl sie zum Großteil nicht so waren, wie ich mir die Figuren vorstelle. Ich bin aber froh, festzustellen, dass ich meine eigenen Bilder noch im Kopf habe. :)

Und eine schöne Neuigkeit zum Schluss: So was fragt man nicht wird im März in der Literaturzeitschrift Kritische Ausgabe veröffentlicht. Ich hab noch mal ordentlich dran geschraubt und bin jetzt sehr stolz auf mein Baby, und auch schon ganz gespannt, wie es sich in der Kritischen Ausgabe machen wird. An dieser Stelle auch noch mal ein ganz großes Dankeschön an Marcel Diel, fürs anfängliche Anschreiben, fürs Lesen und Lektorieren- danke. :)

Frohes Neues!

He, schaut mich nicht so vorwurfsvoll an. Das ist ein obligatorischer Post. (Und während ich so auf meine Kategorien-Spalte hier linse, fällt mir auf, wie verloren und traurig “2009″ als oberste dasteht.) Ich wünsche euch allein ein ganz wundertolles 2010, Inspiration, Gesundheit und was man nicht noch so alles gut gebrauchen kann. Ich hoffe, ihr habt das neue Jahr schön eingeläutet. Ich für meinen Teil hatte zwischen den Jahren viel Spaß und wenig Schlaf. Und wie es sich auf einer richtigen Party gehört, haben wir natürlich auch Alkohol getrunken (okay, es war ein Glas Sekt) und Mobiliar zerstört (also, fast).

Das soll’s jetzt aber nicht gewesen sein! Ich kann nämlich mit dem ersten Buch für meine Buchliste 2010 aufwarten. (Himmel, sieht das jämmerlich aus, so ganz allein.)

RebeccaRebecca - mal wieder ein Buch, das vor allem deshalb mein Interesse geweckt hat, weil ich das darauf basierende Musical kenne. Bisher hat sich mit Jane Eyre, Dracula und Wicked erwiesen, dass das nicht die schlechteste Grundlage ist. Und auch von Rebecca wurde ich, wenn auch nicht völlig überzeugt, so zumindest auch nicht enttäuscht.

Die Geschichte kannte ich nun natürlich schon, aber das Buch weicht natürlich in einigem vom Musical ab, was ich teils besser, teils schlechter gelöst finde. Die Szene vorm Ball zum Beispiel, in der Ich in dem Kostüm hinunter in die Halle geht, das auch Rebecca beim letzten Kostümball getragen hat, findet im Buch in einem viel kleineren Rahmen statt. Das hat mir so besser gefallen, weil ich gerade in diesem Moment unheimlich mit Ich mitleide, und es ist doch ein Unterschied, ob eine Bloßstellung im einem kleinen Kreis von Personen, mit denen man vertraut ist, geschieht, oder vor Unmengen fremder Menschen. Andererseits finde ich es schade, dass das Buch sehr abrupt endet, während das Musical noch einmal einen Bogen zum Anfang schlägt, also noch mal in die Gegenwart in dem Hotel in Italien zurückkehrt, und sich der Kreis somit schließt. Vielleicht bin ich davon aber auch nur verwöhnt und das Ende hätte mir gefallen, wenn ich es nicht anders gewohnt wäre.

In jedem Fall ist der Roman von Daphne du Maurier ein weiteres Buch, das mich voller Begeisterung ausrufen lässt: “Ich liebe englische Klassiker!” Einziger Minuspunkt ist, dass ich die deutsche Übersetzung gelesen habe, aber da ich das Buch von einem sehr lieben Menschen (danke, Heike!) bekommen habe, will ich mich darüber gar nicht beschweren, vor allem, da die Übersetzung größtenteils sehr gelungen war. (Gut, hin und wieder gab es einen mir unpassend vorkommenden Ausdruck oder auch mal einen weniger eleganten Satz hier und da, aber insgesamt war es wirklich gut gemacht.) Was mir auch immer wieder negativ aufgefallen ist, ist Maxims Verhalten gegenüber Ich. Wie sie mehrmals selbst feststellt, behandelt er sie wie Jasper, den Hund der Familie; streichelt ihr abwesend übers Haar, während er mit jemand anderem spricht, etc. Und wenn er sie nicht grade wie einen Hund behandelt, dann wie ein Kind (”mein liebes Kind”, “sprich nicht mit vollem Mund”, “kau nicht an den Nägeln, du bist eh schon hässlich genug”, als dein Ehemann enthalte ich dir alles vor, wovon ich glaube, dass es dich nichts angeht, und vertrauen tue ich dir erst recht nicht…). Mir ist klar, dass die Rollenverteilung früher eben so war, aber manchmal stört es mich schon extrem - was hier vielleicht ein bisschen daran gelegen hat, dass Ich sozusagen Maxims kleine Glückspille ist, aber mehr auch nicht, keine richtige Person. Bei Jane Eyre hat es mich hin und wieder gestört, weil Rochester immer wieder davon redet, wie gleich er sich Jane fühlt, sie aber dennoch hin und wieder mehr wie ein Ding denn eine Person behandelt.

Andererseits sind es aber auch die Rollenverteilung, die Konventionen und diese Dinge einer der Punkte, weswegen ich englische Klassiker so gerne lese. Es interessiert mich einfach. Und ich denke, gerade bei Rebecca dürfte es auch durchaus in der Absicht der Autorin gelegen haben, diese Kluft zwischen Maxim und Ich zu zeigen; und insgesamt hat es mich auch nicht daran gehindert, das Buch gut zu finden.

Was vielen an den Rhododendron-Büschen so aufstößt, das habe ich allerdings immer noch nicht rausgefunden. Hm. :D

Die Eleganz des Igels & Kate Daniels

Ich hinke wieder total hinterher. Und eigentlich sollte ich jetzt auch an meinen Kurzgeschichten schreiben, statt zu bloggen. Aber ich kann irgendwie nicht so gut schreiben, wenn ich noch etwas anderes zu tun habe - deshalb erledige ich das jetzt mal zuerst und danach wird fleißig geschrieben.

Die Eleganz des Igels

Die liebe Lisanne hatte mir zum Geburtstag Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery geschenkt. Erst hab ich gedacht hm, ein bisschen schade, ich wollte es doch auf Französisch lesen. Inzwischen bin ich Lisanne dankbar, dass sie mich davor bewahrt hat! Ich bin mir nämlich relativ sicher, dass ich kaum etwas verstanden hätte. (Es macht mir zugegebenermaßen ein bisschen Sorgen, wie eingerostet mein Französisch inzwischen ist.)

Anfangs hatte ich außerdem ein bisschen Angst, dass es mir zu kompliziert wäre. Uff, nee, nicht so was Anstrengendes, wo man sich die ganze Zeit konzentrieren muss. So war es aber gar nicht. Statt dass diese philosophischen Anklänge, die überall mitschwingen, das Buch schwer und langwierig machen würden, tun sie eher das Gegenteil. Das hab ich ehrlich gesagt selten erlebt und ich habe großen Respekt vor Muriel Barbery, dass sie das so gut hinbekommen hat. Mal abgesehen davon, dass sie einen ganz wunderbaren Humor hat. Ich liebe Renée, ihre Concierge, einfach, und das Ende des Buches kann ich ihr daher nicht so ganz verzeihen. Ich habe meinen “Ich runzle böse die Stirn, was ich sowieso höchstens zwei Minuten lang durchhalten kann”-Blick aufgesetzt, nur zu eurer Information.

Schön war aber, wie sich das Buch aufgebaut hat - diese zwei parallelen Erzählstränge, einer aus Renées Sicht und einer aus der Sicht der hochintelligenten, fast dreizehnjährigen Paloma, die Selbstmord begehen will. Es war wirklich recht lustig, wie die beiden manchmal die selbe Meinung von einem der Hausbewohner hatten, wie sie sich ähnliche Gedanken gemacht haben, schließlich beide dieselbe Person näher kennengelernt haben - und wie dann so ihre beiden Geschichten miteinander verflochten wurden.

Aber ganz besonders liebe ich das Buch aus einem Grund: die Protagonistin geht darin aufs Klo. Danke, Muriel Barbery. Danke.

Nachdem ich mit Die Eleganz des Igels fertig war, habe ich was gesucht, was ich lesen könnte, und da Sarah Rees Brennan in den Kommentaren zu einem ihrer Blogeinträge erwähnt hat, dass sie Ilona Andrews toll findet, habe ich beschlossen, es noch mal mit Magic Bites zu versuchen. Weil ich Sarahs Geschmack vertraue. Kurze Zusammenfassung meiner ersten Begegnung mit diesem Buch:

Umzug, kein Internet, so gut wie nichts zu lesen. Dreißig Seiten zähen Dahinfließens. Die mir nach wenigen Zeilen verhasste Badass Progagonistin Kate Daniels. Ein ekliger Vampir. Kapitulation meinerseits.

Magic BitesUnd so was war mir mit einem Buch, das ich mir selbst gekauft habe, noch nie passiert. Es tat mir monatelang weh, ein Buch im Regal stehen zu haben, dass ich nicht gelesen habe. Also, zweite Begegnung: Unvoreingenommen sein. Franzi! Unvoreingenommen. Okay, tief durchatmen. Vorsichtig das erste Kapitel lesen und- wuah, ist das GUT. Ich hatte das Buch innerhalb von zwei oder drei Tagen durch. Und dann hab ich mir die nächsten beiden bestellt. Per Overnight Express. Die ich ebenfalls beide verschlungen habe. Ich weiß nicht, warum ich das erste Buch vor einem Jahr so gehasst habe. Ich versteh es einfach nicht mehr. Es ist geniale Urban Fantasy. Damit können nicht alle Leute was anfangen, auch nicht alle Fantasy-Fans, aber ich gehöre zu den Leuten, die Urban Fantasy lieben. Und Fantasy mit einer bescheuerten Romanze, über die man sich stundenlang aufregen könnte. Mit Konflikten und wunderbaren und furchtbaren Nebencharakteren. Und zu guter letzt: der Humor. Diese Dialoge! Diese Monologe!

Ich bin total verliebt. Und im Mai kommt erst das nächste Buch raus. Irgendjemand muss mich hassen.

Wicked & A Little Bit Wicked

Es ist sieben. Es ist Samstag. WARUM KANN ICH NICHT MEHR SCHLAFEN?

Pfuh. Das tat gut. Und da morgens sowieso die beste Zeit ist, um zu denken, habe ich mir gedacht, ich schreibe endlich mal diesen Blogeintrag über all die wicked Bücher, die ich so gelesen habe. Den schulde ich euch nämlich schon lange.

Wicked Wicked von Gregory Maguire wollte ich lang, lang schon lesen. Das hängt natürlich höchstens ein klitzekleines bisschen damit zusammen, wie sehr ich das Musical liebe. :D Ich bin dann auf die blöde Idee gekommen, es im November zu lesen (bzw. ich bin vorher einfach nicht fertig geworden), so dass es eine sehr unregelmäßige Lektüre wurde. Und dabei hatte ich mir doch geschworen, nicht so lange für das Buch zu brauchen wie meine Mutter, die es während unseres Umzugs gelesen hat.

Dafür war es dann aber ein bisschen wie eine Reise. Es gab zwar Tage, da habe ich überhaupt nicht gelesen, aber ich habe immer versucht, wenigstens ein paar Seiten zu schaffen - und an manchen Abenden konnte ich mich nicht mehr losreißen. Ja, so entstehen Augenringe.

Das war mal wieder ein englisches Buch, wo ich mich richtig drauf konzentrieren musste, nicht in den langen Sätzen verloren zu gehen. Normalerweise habe ich damit ja keine Probleme, aber wenn man nebenher versucht, 50k in den Computer zu hauen und sowieso noch krank ergo müde ist, dann kann das schon mal anstrengend werden.

Das Schönste war für mich eigentlich, die Charaktere, die man aus dem Musical (vielleicht nur oberflächlich) kennt, ein bisschen besser kennenzulernen. Boq, Nessa, Glindas Freundinnen… die ganze Geschichte zu Dr Dillamond - und dann auch Fiyero, der im Buch so viel anders ist als im Musical. Ich glaube, Fiyero war eine der Figuren, die mir am besten gefallen haben. Der Unterschied zum Musical ist schon ziemlich drastisch, denn im Buch ist er nicht so ein oberflächlicher Schnösel und auch nicht Schwarm aller Frauen. Schon gar nicht der von Glinda. :D

Was ich toll fand, war, dass Boq und Elphaba im Buch eigentlich eine relativ starke Verbindung haben, und die hat mir sehr gut gefallen. Und Elphaba war nicht so naiv wie im Musical am Anfang - sie hat dem Zauberer von Oz gleich von Anfang an misstraut. Insgesamt ist sie furchtbar interessant gewesen - es gehen so viele widersprüchliche Dinge in ihr vor, das macht so viel Spaß, das zu lesen. Man kommt auch als Leser sehr schwer durch ihre kühle Hülle durch, aber manchmal hat sie so seltene Momente, wo man spürt, dass sie traurig oder verzweifelt ist.

Ich finde, das ist das, was Gregory Maguire gut kann: Charaktere. Beim Plot hat er so einiges offen gelassen, das hätte man vielleicht am Schluss ein bisschen besser zusammenknoten können. Aber es gibt ja noch ein weiteres Buch. :)

A Little Bit WickedNachdem ich mit Wicked fertig war, wusste ich nicht so recht, was ich lesen sollte - es sollte was Unkompliziertes sein. Und da A Little Bit Wicked sowohl das verspricht, als auch etwas mit dem vorherigen Buch zu tun zu haben, habe ich mich schlussendlich dafür entschieden.

Das war auch eine sehr, sehr gute Entscheidung. A Little Bit Wicked ist leicht und bubbly (das Wort passt einfach so gut), witzig, aber manchmal auch ein wenig tiefsinnig. Da ich ein großer Fan von Kristin Chenoweth bin, war es total schön, bei ihr mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen zu dürfen und es war sehr interessant, zu erfahren, was sie in bestimmten Situationen während bestimmter Projekte gefühlt hat, wie sie beim Musical gelandet ist (obwohl sie ja eine klassische Ausbildung hat), wie sie beim Fernsehen gelandet ist - und so weiter.

Natürlich will ich auch die “echte” Autorin, die an dem Buch beteiligt war, nicht vergessen: Joni Rodgers, die es wirklich toll hinbekommen hat, Kristin in Worten zu verpacken. Man findet sehr viel wieder von dem, was man glaubt, das es Kristin ausmacht, und es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen. Ich hatte es innerhalb von ein paar Tagen durch. Wenn alle Autobiographien von irgendwelchen Stars so schön und gut geschrieben wären, dann wäre die Welt ein besserer Ort.

GESCHAFFT

Leute, ich bin eine NaNoWriMo-Gewinnerin 2009! Ich habe fertig! 50.028 Wörter (es war so verdammt knapp) und das Projekt ist beendet.

Alle, die noch auf E-mails warten, dürfen dieses Wochenende damit rechnen. Ich werde Texte einsprechen, um mich vielleicht am AdventPodcast zu beteiligen. Ich werde Texte schreiben, für eine Literaturzeitschrift, für Wettbewerbe. Ich werde Wicked endlich fertig lesen. Ich werde wieder regelmäßiger bloggen! Ich werde meinen Teekonsum zurückschrauben. Meinen Schokoladenkonsum auch. Ich werde wieder ruhig schlafen.

Ja, liebe Menschen. Jetzt, wo ich ein Buch geschrieben habe, wende ich mich wieder den wichtigen Dingen des Lebens zu. :D

Wow. Ich bin glücklich.

Der Blog liegt brach

… das geb ich ja zu. Falls jemand trotzdem gerne wissen wollen sollte (uh-huh), dass ich noch lebe: ich twittere fleißig. Frisst nicht ganz so viel Zeit, die man eigentlich fürs Schreiben verwenden müsste, wie das Bloggen.

Ja, Schreiben. Inzwischen ist mir die Realität auf den Kopf gekracht: NaNoWriMo. Ist. Anstrengend. 50 000 Worte schreiben sich nicht mal so eben weg. Anfangs war ich noch ein bisschen hinterher, inzwischen bin ich meinem Wortziel um ungefähr zwei Tage voraus; ein gutes Polster für Tage, an denen ich mal nicht so viel schaffe.

Ich bin jetzt bei 25 419 Wörtern und habe die Hälfte eines zugegebenermaßen eher schlechten Buches damit geschafft. Aber: ich wollte ja eigentlich vor allem üben. Handlung zu schreiben. Dialoge zu schreiben. Fantasy zu schreiben. Ich bin nicht mit der Erwartung reingegangen, dass ich ein Meisterwerk schreibe. Und ich habe durchaus das Gefühl, dass es mir etwas bringt. Und weil das Lyrische, das Franzi immer so mit sich rumträgt, natürlich auch nicht fehlen darf, hier mein Lieblingssatz aus dem Wortsalat:

“Man konnte schon die Hügel sehen und Rauchfahnen, die in den Himmel stiegen wie graue, filigrane Säulen, die die Spätherbstwolken trugen.”

 

Wer noch auf eine e-Mail von mir wartet (ich weiiiß, Nadja): ich geb mir wirklich Mühe, aber es bleibt alles ein bisschen liegen momentan. Dieses Wochenende will außerdem noch der ganze Stoff für die Geschichts-Kursarbeit gelernt werden. Und die 30 000 würd ich gerne schaffen.Versprechen tu ich nichts, außer, dass ich versuchen werde, mich zu melden.

 

Heute übrigens: die Lesung der tja-Preisträger, denen ich hier schnell ganz viel Erfolg und Glück, eine wunderwunderbare Lesung und noch ein aufregendes und lehrreiches restliches tja wünschen will. (Wär so gern dabei gewesen mäh.)

About a Boy & Shrinking Violet

Ich dachte mir, es ist mal wieder Zeit für einen Bücherbeitrag, wo doch noch zwei Bücher unkommentiert sind und ich schon wieder das nächste angefangen habe.

About a Boy

About a Boy von Nick Hornby war eigentlich Schullektüre, die ich ja sonst nicht hier erwähne, aber da ich das Buch in den Ferien gelesen habe und nicht so zum Sezieren gezwungen war (das reading log hab ich schließlich nach fünf Kapiteln aufgegeben…), konnte ich mich ein bisschen mehr darauf konzentrieren, wie es mir denn nun gefällt.

Eine Sache: vielleicht bin ich doof, aber ich weiß nicht, was alle (oder nur die Kritiker?) an dem Buch so wahnsinnig toll finden. Dass ich den Film gesehen habe, ist zwar schon eine Weile her, aber den mochte ich lieber als das Buch; und das passiert gar nicht so häufig. Meine Englischlehrerin hat letzte Stunde die Vermutung geäußert, dass wir viele Witze nur sicher nicht verstanden hätten (Sprache, kultureller Hintergrund), wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass das bei mir nicht der Fall war. Gut, ein paar Mal habe ich beim Lesen durchaus durch die Nase geschnaubt oder grinsen müssen, aber überragend witzig fand ich es jetzt nicht. Was mir ganz gut gefiel, war die Zeichnung der Charaktere, auch wenn Will ein furchtbar unreifer Erwachsener ist. Die Beziehungen waren schön gemacht, finde ich.

Das hat mir dann auch manchmal darüber hinweggeholfen, dass ich die Geschichte zeitweise etwas langweilig und vorhersehbar fand. Schade war das schon, aber es gab ein paar schöne Momente, wie das Singen mit geschlossenen Augen bei Fiona und Marcus, solche Dinge. Also: in den Feinheiten fand ich es ganz gut, aber im Großen und Ganzen war es mir manchmal zu viel Geschwafel.

Ach ja. Ich danke der höheren Fußnotenmacht, dass die Vokabeln in dieser wundervollen Ausgabe nicht am Ende jeder Seite standen. Danke, danke.

Shrinking VioletJetzt zu einem Buch, das ich vollkommen freiwillig gelesen habe: Shrinking Violet von Danielle Joseph. Ich war auf ihren Debütroman aufmerksam geworden durch eine Kampagne, die sie gestartet hatte, um zu verhindern, dass der Druck des Buches gestoppt wird. Hab mich dann gleich mal beteiligt und es bestellt. :)

Shrinking Violet ist ein Young Adult-Roman, in dem es um Tere, einen extrem schüchternen Teenager geht. Und sie ist nicht einfach nur schüchtern, sondern es fällt ihr unheimlich schwer, in der Gegenwart anderer Leute zu sprechen, die sie nicht richtig gut kennt. Sie will aber unbedingt Radiomoderatorin werden, was sie dann auch schafft, und das verändert doch einiges in ihrem Leben.

Ich war selber mal schüchtern - nicht so schüchtern wie Tere, gottlob! - und fand es deshalb sehr schön, mal über einen so schüchternen Menschen zu lesen. Anfangs kam mir Tere immer ein wenig “abgekapselt” vor, als würde sie nicht mit den Menschen in ihrem Umfeld fühlen, allerdings hat sich das im Laufe der Zeit gewandelt und ich fand das im Nachhinein sogar gut; weil sie eben nicht so mit ihrer Umwelt kommuniziert hat, wie man das normalerweise tut, da eben nicht so drinsteckte.

Auch hier war der Plot etwas vorhersehbar, aber auf eine andere Art als bei Nick Hornby, auf eine etwas niedlichere Weise. Vor allem die Liebesgeschichte - die obligatorische - besaß ein recht großes Maß an Vorhersehbarkeit, aber mei, es war so süß. Eigentlich lese ich Bücher mit der Thematik “Teenie verliebt sich und versucht, den Schwarm abzubekommen” ja nicht, aber abgesehen davon, dass es hier noch ein paar ausgleichende Faktoren gab, die das besser gemacht haben, finde ich, ab und zu hat man so was mal nötig. Es war jedenfalls genau das richtige Buch, um bei Kerzenschein und mit einem Schwarztee gelesen zu werden.