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17.8.2010 von Franziska Kurtz.
Die Schule hat wieder angefangen und die Zeit der Abenteuer ist vorbei. Ach, die guten alten Zeiten! Aber Samstag hatten wir noch ein letztes Abenteuer, da sind wir nämlich auf den Mittelaltermarkt gegangen. Zugegebenermaßen, Essen fassen und kaufen ist nicht sehr abenteuerlich, aber schön ist es trotzdem. In Kaiserslautern gibt es im August immer einen Mittelaltermarkt und wir versuchen eigentlich immer hinzugehen, und da wird dann der obligatorische Flammkuchen gegessen. Außerdem gab’s wieder Datteltee (sehr süß und sehr, sehr lecker), und eine ganze Menge an Dattel-, Feigen- und Rosinengebäck. Und ich habe Baklava gegessen! SO GUT.
Jedenfalls habe ich beschlossen, dass ich - jetzt wo ich den zweiten Schultag hinter mir habe (wir versuchen langsam wieder, in den Trott zu kommen. Unterricht? Ah, das, wo man nichts macht? Ja, das können wir noch!) - mal dramatisch auf meine abenteuerreiche Ferienzeit zurückblicken könnte, auf drei Wochen Normandie und eine Woche Nordrhein-Westfalen, die mir viel länger vorkam als die ganze Zeit in Frankreich. Ich glaube, dass ich in den sechs Wochen sechs Bücher gelesen habe, die sechs Bücher aus der Bibel nicht mitgerechnet. Ich habe 25 Blogeinträge und drei Gedichte geschrieben. Ich habe fünf Musicals gesehen, Unmengen neuer Musicaltermine geplant, Dutzende großartige Lieder gehört, und bin jetzt um einige schöne Erinnerungen reicher. Ich war in zwei Ländern und - von meinem Wohnort mal abgesehen - in geschätzten acht Städten. Außerdem habe ich ungefähr 200 € ausgegeben, wobei das meiste Geld für die Jugendherberge draufgegangen ist. Das einzige, was ich nicht gemacht habe? Bücher gekauft. Aber sobald ich wieder Geld zur Verfügung habe, wird das sicher das erste sein, was ich mache.
Gestern war ich übrigens beim Augenarzt, wo ich die Pupillen weit getropft bekommen habe, damit der Arzt sich die Netzhaut angucken kann, und die sind immer noch riesig. Ich hoffe, dass ich morgen wieder ohne Sonnenbrille in die Schule gehen kann, ganz besonders weil es hier so grau und kalt ist und ich das Haus nicht ohne Regenjacke verlasse. (Komische Mischung.) Aaaber ich kriege endlich eine neue Brille! JUHU!
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15.8.2010 von Franziska Kurtz.
Ich bin wieder da! Eigentlich ja schon seit Freitag, aber ich hatte weder so richtig Lust noch so richtig Zeit zu bloggen. (Und zuerst waren die Musicalberichte im Forum dran.) Jetzt hab ich mich endlich mal dazu durchgerungen und höre nebenher das Playback von Wenn Rosenblätter fallen - Playback deshalb, um nicht vom Text abgelenkt zu werden.
Letzten Donnerstag bin ich also zu meinem letzten Abenteuer in diesen Ferien aufgebrochen. Gegen Mittag ging es mit dem Zug in Richtung Tecklenburg. Fabian hab ich im ICE gleich getroffen, Denise haben wir dann in Köln gefunden - und festgestellt, dass unser IC nach Münster ausfällt. Alles halb so wild, wir haben uns eine andere Verbindung rausgesucht, und sind dann eben doppelt so lange mit dem RE gefahren. Leider war der natürlich entsprechend voll und wir mussten mit unserem ganzen Gepäck stehen. Unseren Bus in Lengerich haben wir dann auch nicht mehr bekommen, aber da ich bei unserer Anreisezeit für die Jugendherberge sowieso schon Puffer eingerechnet hatte, mussten wir uns da nicht noch mal extra melden. In Tecklenburg sind wir dann gegen sechs Uhr gestrandet und hatten keine Ahnung, wie wir zur Jugendherberge kommen. Es stellte sich dann heraus, dass das ein ganzes Stück gewesen wäre, aber ein sehr netter Herr erbot sich, uns hinzufahren, damit wir nicht als Kofferkarawane durch ganz Tecklenburg ziehen mussten.
In der Jugendherberge war dann auch nicht für viel mehr Zeit als für Einchecken, Betten beziehen, Umziehen, noch mal aufs Klo- und dann ging es auch schon ab zur Bühne! West Side Story ist wirklich ideal für eine Freilichtaufführung; das Bühnenbild hat in Verbindung mit der Burgruine super gewirkt und es war alles sehr atmosphärisch. Ursprünglich hatte ich gezweifelt, ob mir West Side Story überhaupt gefallen würde, aber ich war sehr begeistert. Es ist eindeutig ein Stück, das ich mir noch mal angucken würde. (West Side Story am 05.08.) Am nächsten Abend haben wir das ja zum Glück noch mal getan. Aber vorher haben wir noch mehr Abenteuer erlebt!
In der Jugendherberge mussten wir immer vor acht Uhr aus dem Bett fallen (unmenschliche Zeit für Musicalgänger, insbesondere, wenn die nach dem Stück noch an der Stage Door waren), weil es nur von acht bis neun Frühstück gab. Bei selbigem habe ich dann mal wieder festgestellt, dass ich eine furchtbar langsame Esserin bin, aber ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich einen Obstsalat mehr hatte als die anderen beiden. :D Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich bezahlen (danach hat man zwar weniger Geld, aber es ist gut, wenn man weiß, wie viel Budget man noch zur Verfügung hat), wurden aber wieder weggeschickt, genauso wie am Vorabend. Gut, haben wir uns gesagt, dann eben morgen! und sind mit einem Stadtplan bewaffnet losgezogen, den Supermarkt zu suchen. Dort haben wir uns Getränke gekauft und sind noch mal zum Bäcker gewandert, um uns mit Laugengebäck für den Tag einzudecken. In einem Laden, der irgendwie einfach alles hatte, haben wir dann auch noch ein paar Geschenke gefunden, und ich hätte am liebsten den Petterson & Findus-Kalender gekauft, aber im Nachhinein war’s ganz gut, dass ich das nicht gemacht habe, so von wegen knapp bemessenes Geld. Jedenfalls kam dann schon ganz bald Maren an, mit der wir dann eine ganze Weile durch Tecklenburg und die Natur drum herum gelaufen sind. Wenn es nicht so brütend heiß und wir mit unseren Supermarkteinkäufen nicht so schwer bepackt gewesen wären, wäre das sicher noch schöner gewesen.
Nach unserem Gewaltmarsch haben wir uns dann allerdings im Café Rabbel Milchshakes gegönnt, was alles wieder gut gemacht hat. Die hatten wir leider ziemlich schnell leer und sind dann so lange sitzen geblieben, bis unsere Kellnerin kam und fragte, ob wir nicht mal bezahlen wollten, sie hätte gleich Pause. Daraufhin haben wir uns eine Bank gesucht und “Darsteller erkennen” geübt. Idiotensichere Checkliste: Darstellersonnenbrille bzw. Darstellermütze? Darstellerrucksack bzw. -umhängetasche (in seltenen Fällen auch Darstellerrollkoffer)? Wenn diese Dinge nicht greifen, dann auf jeden Fall der letzte Punkt: der zielstrebige Darstellergang. Zwischen fünf und sechs kam auch Michaela dazu, wir haben uns dann aber schon bald verabschiedet, um uns in der Jugendherberge umzuziehen.
Die zweite West Side Story war dann eigentlich noch besser, und obwohl wir anfangs gerne so geplant hätten, dass wir die 3 Musketiere zweimal sehen, waren wir am Ende ganz froh, uns für die West Side Story entschieden zu haben. Da ich die Geschichte nur bruchstückhaft kannte, war es mir beim zweiten Mal eher möglich, auf Einzelheiten und Darsteller zu achten, weil mir die Zusammenhänge schon klarer waren. (West Side Story am 06.08.)
Auch am nächsten Tag ging’s wieder früh raus und wir hatten ein sehr unterhaltsames Frühstück, bedingt durch die amüsanten Unterhaltungen unserer Tischnachbarn. Dann haben wir uns noch mal todesmutig mit unseren Geldbeuteln zum Empfang gewagt und durften tatsächlich bezahlen! Die Mitgliedschaftsausweise haben wir dank irgendeiner Aktion sogar kostenlos bekommen.
Wie tags zuvor sind wir wieder in die Stadt gezogen, mit einem Ziel vor Augen: die Zeit rumbringen. In Tecklenburg gibt es nämlich ein Problem: die Stadt ist winzig. Man läuft einmal durch und einmal drum herum, und dann hat man alles gesehen. Und es gibt sehr wenige Möglichkeiten, sich außerhalb der Musicals zu beschäftigen. Erst mal haben wir also den Bahnhof gesucht, weil wir ursprünglich mit dem Zug nach Köln weiter wollten, und obwohl wir die Bahnhofsstraße entlanggelaufen sind, gestaltete sich die Suche eher erfolglos. Also ging’s noch zum nahkauf (dem Tecklenburger Supermarkt), wo wir uns direkt noch für die Fahrt am nächsten Tag versorgt haben, und zum Bäcker, wieder mal Laugengebäck kaufen. Jedem, der ernsthaft über eine Laugengebäck-Diät nachdenkt, kann ich nur eins sagen: das Zeug ist zwar günstig und mag auch ganz lecker sein, aber wenn man sich drei Tage lang fast ausschließlich davon ernährt, bleibt immer so ein nagendes Hungergefühl und die Sehnsucht nach einer warmen Mahlzeit wächst und wächst und wächst… also, nicht sehr empfehlenswert. Um noch mehr Zeit zu verschwenden, sind wir noch mal zur Jugendherberge und haben unsere Einkäufe abgeladen (aus Fehlern lernt man!) und uns eine Busverbindung nach Münster raussuchen lassen. Und dann endlich kam Maren! Den Großteil des Nachmittages haben wir dann damit verbracht, Milchshakes zu trinken. Wir wollten uns nicht wieder so schnell aus dem Café vertreiben lassen und haben uns deshalb auferlegt, möglichst lange für unsere Shakes zu brauchen. Den Rekord hält Maren mit einer Stunde und fünfzehn Minuten. Für circa 300 ml?
Danach haben wir uns wieder eine Bank gesucht, eine, von der man wunderbar die Treppe zur Burg - also zum Backstagebereich ;) - im Blick hatte, und es zog einiges an Darstellern an uns vorüber. Der Rest unserer Truppe - Melly, Heike und Marije - kam schließlich auch irgendwann an, und nach großem Begrüßungsknuddeln und “ihr seid aber dünn geworden!” (das sich nur in meinem Kopf abgespielt hat… Halluzinationen von Laugengebäck!) war’s schon wieder beinah Zeit fürs Musical. Geschickt habe ich es geschafft, dass wir noch etwas länger beschäftigt waren, da ich meine Uhr in der Jugendherberge “vergessen” hatte, und wir noch mal zurück mussten. :D 3 Musketiere hat mich jedenfalls wirklich weggepustet. Eine sehr schöne Inszenierung mit viel Raum für Interpretation und Improvisation, sehr souverän und nicht so straff wie manch andere Inszenierung. (3 Musketiere am 07.08.)
Sonntags mussten wir zu einer noch unmenschlicheren Zeit aufstehen als die Tage vorher, weil wir um neun aus unserem Zimmer rausmussten, und dabei waren wir ja erst ein paar Stunden vorher ins Bett gekommen. Wenigstens mussten wir uns mit unserem ganzen Kram nicht bis zur Bushaltestelle schleppen, weil Maren sich netterweise bereit erklärt hatte, uns bis nach Duisburg mitzunehmen. Wir haben ihrer Wohnung noch einen Besuch abgestattet und in ein paar DVDs reingeguckt, dann hat sie uns zum Bahnhof und in den RE nach Köln verfrachtet (wieder stehen…). Dort wurden wir dann gleich von Melly in Empfang genommen und haben bei ihr zuhause auch Marije und Heike wiedergetroffen. Und dann begann eine musicallose Zeit von drei Abenden, die kaum zu ertragen war. Aber wenigstens hatten wir mal wieder richtig Zeit für Abenteuer. Und für ein warmes Essen sonntagabends. GÖTTLICH. Montags waren wir im Zoo, wo wir viele niederländische Tiernamen von Marije gelernt haben (Erdmännchen sind zum Beispiel stokstaartjes). Vollkommen erschöpft von dem ganzen Rumlaufen (auf FÜSSEN) kamen wir wieder bei Melly an, wo’s leckeren Salat gab. Beim Spülen hatten wir ganz schön viel Spaß, und es könnte sein, dass wir das ein oder andere bescheuerte Video gedreht haben… vielleicht aber auch nicht. :D
Dienstag war zum Glück erholsamer und bestand aus “Rumsitzen im Park”. Wir haben ein bisschen in der aktuellen musicals gelesen, u.a. einen Artikel über die 3 Musketiere in Tecklenburg, und Activity gespielt, wo Fabian und ich von hinten gewonnen haben. Man wollte unseren Sieg allerdings nicht anerkennen. Mittwoch war es dann endlich wieder so weit! Es ging auf nach Oberhausen. Nach nur ein wenig Stau kamen wir sogar noch vor allen anderen an, aber Maren traf auch bald ein, und dann Melly, Denise und Marije. Wir sind ein bisschen durchs CentrO geschlendert, haben im alex gegessen (wo die hundsgemeine Kellnerin in einem unachtsamen Moment meinerseits Fabians Kartoffeln abgeräumt hat, an denen ich mich noch gütlich tun wollte!) und dann an der Stage Door rumgelungert. Unter anderem um zu erfahren, dass einige der Leute, die wir wahnsinnig gerne sehen wollten, nicht spielen würden. Aber dafür waren doch noch einige bekannte Gesichter aus Stuttgart dabei! Es war jedenfalls wunderwunderschön, Wicked endlich wiederzusehen, und ich vermisse es jetzt schon! Glücklicherweise ist für Oktober noch ein Besuch geplant. (Wicked am 11.08.)
Donnerstags sind wir durch Köln gezogen und haben von Heike eine Führung ganz für uns allein bekommen. Stationen waren unter anderem das historische Rathaus, das Rheinufer, Tünnes und Schäl und natürlich der Kölner Dom. Außerdem haben wir noch ein paar Legenden und Sagen über Köln zu hören bekommen. Nach dem Essen sind wir zur Stage Door aufgebrochen, wo wir Maren und Moni getroffen haben, und kurz darauf ging’s auch schon in Hairspray! Es wird bestimmt nicht mein Lieblingsmusical, aber es ist eine Show, die sehr viel Spaß macht. (Hairspray am 12.08.) Als wir nachher an der Stage Door waren und grade keine Darsteller kamen, haben wir noch ein paar Abschiedsfotos gemacht, unter Tränen natürlich.
Abends haben wir an die Daheimgebliebenen eine fortlaufende Postkarte geschrieben, und sind dann todmüde auf unsere Luftmatratze gefallen, da wir am nächsten Morgen früh raus mussten. Die Luftmatratze ist übrigens auch recht erwähnenswert. Bei dem Krach, den die macht, wenn man sich umdreht, wäre es schon schlimm genug, wenn man allein drauf schläft, aber wir mussten sie uns ja teilen. Durch Synchron-Umdrehen und andere Späßchen war es nachts durchaus mal ein bisschen lauter. :D
Freitags hat Heike uns dann zur Bahn gebracht, am Bahnhof haben wir noch mal die anderen getroffen, und dann mussten wir uns auch schon verabschieden, und es ging mit dem Zug zurück nach Hause. Ich hab mich irgendwie immer noch nicht wieder dran gewöhnt. Zum Glück sind für die nächsten Monate noch mehr Musicals geplant! Ich weiß gar nicht, wie ich die sonst durchstehen sollte…
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4.8.2010 von Franziska Kurtz.
So, jetzt wo ich endlich mal angefangen habe, oft und regelmäßig zu bloggen, werde ich eine Woche lang aus dem Internet verschwinden, von morgen bis nächsten Freitag. Eine Woche lang keine Einträge von mir - genießt es! Ich werde in Tecklenburg sein, wo ich mir West Side Story (zweimal) und 3 Musketiere angucke, und dann geht’s weiter nach Köln zu Freunden, wo wir dann in Wicked und Hairspray gehen. Es wird bestimmt supertoll!
Ich würde jetzt gerne noch mehr erzählen, zum Beispiel über die wunderbare Folge CSI: Miami, die ich gestern geguckt habe, und wo eine LED eine halbe Stunde lang als “Plastiksplitter mit irgendwelchen Drähten” bezeichnet wurde. Aber ich habe noch nicht ganz fertig gepackt, und deshalb muss ich hinforteilen! Bis nächsten Freitag!
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24.7.2010 von Franziska Kurtz.
So, der Blogeintrag sollte eigentlich ein bisschen kürzer werden als die letzten beiden, aber wenn ich mir die englische Vorschrift auf lj so ansehe, dann klappt das eher nicht. Ich hoffe, ich kriege noch alles zusammen; die letzte Woche purzelt in meinem Kopf ziemlich durcheinander, ich bin soooo müde.
Wie schon gesagt waren wir am Mittwoch wieder Reiten, und ich habe gemerkt, wie sehr ich es verlernt habe. Traben? Kein Problem, geht noch. Galloppieren? Na ja, nicht so gut… Gott, es war schwierig, in den Rythmus zurückzufinden. Ich glaube, wir haben den anderen Leuten, die bessere Reiter waren, ein bisschen den Spaß verdorben. Es war aber trotzdem ein netter Ausritt. Was mir am besten gefallen hat, war, auf dem Pferderücken durchs Meer zu waten. Man wird dabei ziemlich nass, aber es ist einfach schön, vor allem bei Sonnenuntergang. Einer von den anderen Reitern war ein Niederländer (ein echt netter Mensch, der uns immer wieder deutsche Satzbrocken zuwarf), und ich habe natürlich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und mein unglaubliches Sprachkönnen zur Schau gestellt. Als er zu uns am Schluss “tschüss” sagte, habe ich mit “doei” geantwortet - Wahnsinn, ich weiß. :) Aber obwohl es nur ein Wort war - es ist irgendwie ein gutes Gefühl, wenn man etwas in einer Fremdsprache sagt und ein Muttersprachler es versteht.
Worauf ich mich nebenbei besonders freue, ist unser morgiger Familienausritt. Schneller als im Schritt werden wir da wahrscheinlich nicht reiten, weil weder meine Eltern noch mein Bruder jemals Reitstunden genommen haben, aber ich finde es ja schon toll, dass sich überhaupt alle haben überreden lassen.
Bevor wir mittwochs reiten waren, haben wir übrigens den Markt in Coudeville besucht, der sich als ziemlich kleiner Markt herausstellte. Wirklich viel gab’s nicht zu kaufen und zu sehen. (Ich glaube, ich bin aus dem Alter raus, wo mich buntes Plastikspielzeug fasziniert hat.) Wir sind dann mit ein paar Oliven und getrockneten Erdbeeren und Kumquats wieder nach Hause gefahren. Und à propos Essen: gestern sind wir nach Cherbourg gefahren, wo wir eine der unangenehmsten Restaurant-Erfahrungen hatten, die ich je gemacht habe. Zuerst mal hat in den meisten Speisekarten die Getränkekarte gefehlt, was nicht so schlimm war, weil wir unsere Karten dann einfach rumgereicht haben. Meine beiden jüngeren Geschwister hatten jeweils eine Pizza Margarita, die nicht nur riesig sondern auch noch echt lecker waren. Ich hatte einen Salat Sole Mio, mit Artischocken, Oliven, Paprika und Palmherzen, und der hat einfach hervorragend geschmeckt. Meine ältere Schwester und meine Mutter haben sich Moules Frites bestellt, und da war das Problem. Geschmacklich waren die echt in Ordnung, nur waren die ziemlich al dente, da voller Sand. Die beiden haben dann beschlossen, dass sie sich beschweren, und die Kellnerin meinte daraufhin, das wären halt die örtlichen Muscheln, das wäre normal, sonst hätte sich noch nie jemand beschwert. Ob die beiden das jetzt nicht mehr essen wollten. Auf deren Verneinung ist sie dann einfach gegangen, hat sich nicht entschuldigt, hat keinen Ersatz angeboten, wie man das in einem guten Restaurant macht, und sie hat nicht mal die Muscheltöpfe weggeräumt.
Da meine Mutter und Schwester die Muscheln schlecht essen konnten, haben wir einfach alles am Tisch geteilt (war ja dank der großen Portionen gut möglich). Meine Mutter hat aber beschlossen, die Muscheln nicht zu bezahlen - die hat die Kellnerin uns tatsächlich berechnet - und ist an die Theke gegangen, um ihr das auch mitzuteilen. Wir standen natürlich alle hinter ihr, schließlich spricht keiner von uns perfekt Französisch, und wenn dann einer so was machen muss, dann wird er tatkräftig unterstützt. Die Kellnerin sagte uns noch mal, dass sich noch nie jemand beschwerte habe (klar, es wird auch jeder Tourist mit mangelhaftem Französisch Lust auf so eine Konfrontation haben), dass sie eine andere Kundin hier habe, die ihre Muscheln ohne Beschwerde gegessen habe, und dass sie selbst welche probiert, an denen aber nichts gefunden hätte. (Die richtige Variante wäre gewesen, die an unserem Tisch zu probieren, da das schließlich die sandigen Muscheln waren.) Dann meinte sie, sie könnte uns ja nicht zwingen zu zahlen und besaß tatsächlich die Frechheit, uns zu fragen, ob wir das in jedem Restaurant abziehen würden. Mal ehrlich, was sollten wir denn davon haben? Mit leerem Magen in ein Restaurant gehen und das Essen dann nicht essen - was für ein Spaß. So, das musste ich einfach mal loswerden, da ich finde, dass man seine Kunden so wirklich nicht behandelt.
Danach sind wir dann noch zur Cité de la Mer gegangen, aber da haben wir dann schnell rausgefunden, dass die Tour vier Stunden dauert (45 Minuten davon im U-Boot), und das war uns dann einfach zu lang. Stattdessen sind wir zu einem Strand im nördlichsten Zipfel Frankreichs gefahren und sind haben noch einen Spaziergang gemacht. Das Handy meiner Schwester hat uns darüber informiert, dass wir in einer anderen Zeitzone seien, und wir haben BBC empfangen. Das war das erste Mal, dass ich britisches Radio gehört habe, und lustigerweise (obwohl das Thema jetzt nicht so lustig ist) kam sogar was über Jon Venables, über den ich letztes Jahr eine Sozialkunde-Hausaufgabe geschrieben habe. War also alles in allem doch noch ein schöner Tag. :)
Ich habe übrigens noch zwei Narnia-Bücher zu lesen, aber zuerst werde ich mal die letzten drei Bücher Mose lesen.
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21.7.2010 von Franziska Kurtz.
Was, kein Interesse an dieser Abenteuergeschichte? BITTE? Dann kann ich ja nur vermuten, dass alle außer mir sich permanent versündigen und ein Leben führen, über das man niemals bloggen sollte. Wegen der Kinder, meine ich.
Na ja, ich habe ja nicht die ganze Zeit geschlafen seit meinem letzten Eintrag. Am Montag sind wir zu einem Pferderennen gegangen, in einer niedlichen kleinen Stadt ganz hier in der Nähe, nämlich derselben, in der auch der Markt war. Es stellte sich heraus, dass wir ein bisschen später hätten kommen sollen, weil wir wieder gehen mussten, bevor es an die Gallopprennen und das Country Cross ging, sodass wir nur die Trabrennen mitbekommen haben. Die sind aber auch ganz interessant. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, worauf es bei Pferderennen genau ankommt, und genau aus dem Grund würde ich auch nie wetten (wie ich mich kenne, würde ich da ja nur Unsummen verlieren!), aber wenn alle aufstehen und in die Hände klatschen und die Pferde auf der Zielgeraden anfeuern, dann wird man davon einfach mitgerissen. Genauso wie man in den Chor von “oh NEIN”s einstimmt, wenn ein Pferd wegen Galloppierens disqualifiziert wird. Bei einem Rennen zum Beispiel habe ich Sissi Impératrice die Daumen gedrückt (weil Musicalsucht, wegen Elisabeth eben…), und nach einer Runde im Mittelfeld hat dieses Pferd alles überholt, was da war, und als sie ganz vorne war, ist die für Sekundenbruchteile in den Gallopp gewechselt… und war raus. Oh, und wir haben auch einen Fehlstart miterlebt! Aber ich hab keine Ahnung, was da schiefgegangen ist, für mich sieht das immer total unorganisiert aus.
Vor uns saßen zwei ziemlich grummelig wirkenden Franzosen, die uns immer wieder böse Blicke zugeworfen haben. Ich glaube, die waren ein bisschen genervt von unserem fröhlichen Geplapper, aber mal ganz ehrlich, kann man jemandem bei so einem Event den Mund (und vor allem das Lachen, Gott bewahre!) verbieten? Ich glaube eher nicht. Ach, und es waren auch nicht so wahnsinnig viele Leute mit Hut da, und schon gar nicht mit so extravaganten Hüten, wie man sie von Fotos von großen Pferderennen kennt. :( Wir haben dafür aber einen Jungen gesehen, der fast die gleiche Frisur hat wie mein Bruder (also ziemlich strubbelige Locken) und haben alle beschlossen, dass er sich mit ihm anfreunden soll. (Wir necken ihn wegen seiner Haare immer.)
BRUDER: Hier gibt es auch Unmengen von Männern, die die gleiche Frisur haben wie du, also geh du doch und freunde dich mit denen an!
FRANZI: Ich bilde mir gern ein, dass meine kurzen Haare meine weiblichen Züge betonen!
Nach den Rennen hat meine Mutter meine Schwester am Bahnhof abgeholt (jetzt ist meine große Schwester auch da!), während ich schon mal das Gemüse für unser leckeres Abendessen geschnippelt habe. (Couscous, Gemüsepfanne mit Auberginen, Zucchini und Paprika und Hackfleisch.) Meine Mutter hat außerdem Délices au caramel gekauft, und ich bin wirlich froh, dass es diese Süßigkeit in Deutschland nicht gibt, die gehört nämlich zu den leckersten Sachen, die ich je gegessen habe! Gestern haben wir eine Brasserie ausprobiert, wo es angeblich die besten Moules Frites in der Normandie gibt oder so was in der Art. Auf den ersten Blick sah es ein bisschen billig aus, mit Plastikstühlen und -tischen, aber das Essen war ganz gut. Wir haben uns als Vorspeise ein Fricassée de Poulet bestellt, das wir alle geteilt haben, und dann hatte ich eine Pizza Capitano mit Tomaten, Mozzarella, Ziegenkäse und Schinken. Die hat gut geschmeckt, aber ich konnte aufgrund der unglaublichen Menge an Käse nur ungefähr die Hälfte davon essen. Allerdings haben wir auch alle die Moules Frites meiner Mutter probiert, und die sind einem wirklich auf der Zunge zergangen! Danach hab ich mir noch eine Crème caramel au beurre salé bestellt, die zwar ein bisschen an Wackelpudding erinnert hat, aber trotzdem sehr lecker war! Und dann war da noch der Kellner- in den hab ich mich sofort verliebt. Der hatte ein total liebes, sommersprossiges Gesicht, und eine Brille, und so ein süßes Grinsen! Und er war total ALAN. Ich schwöre bei Gott, er sah genauso aus wie Alan aus Demon’s Lexicon! Ich wollte ihn am liebsten aus der Brasserie klauen, aber Menschen zu klauen ist ja kriminell und ich weiß auch nicht, ob er das so toll gefunden hätte.
Und gestern sind wir reiten gegangen. Ich hab wirklich aua, aber es hat sich sehr gelohnt. Mittags war ich dann total müde und habe beschlossen, für ein paar Minuten zu dösen. Innerhalb dieser paar Minuten hat meine Schwester ihre eigenen Nägel, die meiner Mutter und schließlich noch meine gefeilt. Daran habe ich festgemacht, dass irgendwas nicht stimmen kann- und als ich dann wieder aufstehen konnte, war es schon halb fünf. Ich glaube aber nicht, dass das vom Reiten kam, sondern eher vom Wetter. Heute Abend gehen wir wieder reiten, so mit Galloppieren am Strand, und ich freue mich schon total. :)
Was auch toll ist, ist unser Plan, vielleicht einen Tag nach Jersey zu fahren. Das wäre mein erstes Mal in Großbritannien, und ich würde sooo gerne fahren, aber es ist erstens sauteuer und zweitens muss mein Vater eine Erlaubnis unterschreiben, dass meine Mutter mit uns französischen Boden verlassen darf (sie könnte uns ja entführen!). Was echt doof ist, ist, dass wir den Familientarif nicht nutzen können, da mein Vater ja vermutlich nicht mitkommt, und der Tarif nur für Paare mit Kindern gilt. Soo mittelalterlich! Ich meine, was ist denn mit alleinerziehenden Müttern? Oder Vätern? Im 21. Jahrhundert müsste denen so was doch schon in den Sinn gekommen sein. Das ist doch ein riesiges Klischee. Hallo, Welt? Rollenverteilungen und so was… war zum größten Teil mal.
Ach, und diesbezüglich… ich lese immer noch Narnia und die Bibel gleichzeitig, und ich habe angefangen, Unmengen an Parallelen zwischen Aslan und Gott zu finden. Es gibt doch diese Stelle in der Bibel, wo Mose Gott fragt, was er denn sagen soll, wenn die Israeliten wissen wollen, in wessen Auftrag er sie aus Ägypten führt. In Narnia gibt es eine ganz ähnliche Stelle, wo Shasta erfährt, dass Aslan die ganze Zeit seine Schritte gelenkt hat, und als er fragt, wer Aslan eigentlich ist, sagt der “myself”. Fast das gleiche sagt Gott auch zu Mose. Ich find’s so faszinierend! His Dark Materials, die Bibel und Narnia auf einmal zu lesen ist einfach total interessant. (In HDM wird die religiöse Autorität zum Beispiel als die zerstörerische, böse Macht hingestellt, während Aslan in Narnia der Schöpfer ist.)
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18.7.2010 von Franziska Kurtz.
Okay, das ist vielleicht eine leichte Übertreibung. Aber es ist echt schön hier! Wir hatten schon große Abenteuer in den Marschländern, obwohl wir eigentlich nur spazieren gehen wollen. Unter anderem konnten wir dort die von den Schafen geschaffene Infrastruktur bewundern. (Also, Trampelpfade.) Wir wollten eigentlich eine Abkürzung zur Straße durchs Marschland nehmen, aber da gibt es überall diese Flussarme, die sich durch die Marschländer winden, und man kann die von weiter weg überhaupt nicht sehen. Das heißt, immer wenn man denkt, jetzt kann man gradeaus durchspazieren, dann steht man in der nächsten Minute vor so einem Arm, und es dauert eeeewig, bis man eine Stelle gefunden hat, wo man drüberhopsen oder drum herumlaufen kann. Und das macht erst recht keinen Spaß, wenn es auch noch regnet und stürmt…
Aber wir haben auch schon wirklich schöne Sachen gemacht. Wir waren schon zweimal auswärts und sehr gut essen. Das erste Mal waren wir im Borsalino, was wir noch von letztem Jahr kennen, wo es sehr leckeres Essen gibt. Ich hatte einen Salade Sauvage (und ich habe noch nie einen so guten Salat gegessen!), und eine Pizza Sicilienne, die auch gut war, deren Genuss aber durch die Sardellen und meine schlechte Erfahrung mit Fischgräten etwas getrübt war. Und gestern sind wir in einem etwas rustikaleren Restaurant essen gewesen, L’Auberge des Casses-Croûtes. Total schönes Ambiente; beim Anblick der Speisekarte hat meine kleine Schwester erst mal einen Schock gekriegt und der Rest der Familie hat sich gefreut. Ich hatte zur Vorspeise Melon et Canard Fumé (letztere war etwas schwer zu kauen…), dann Moules Frites und zum Nachtisch Ananas rôti au pain d’épices. Ich kann nicht so wahnsinnig viel Ananas essen, schon gar nicht warme, weil ich da Kopfschmerzen von kriege (keine Ahnung warum), aber die hat soooo fantastisch geschmeckt, dass ich sie ganz leer gemampft habe. Der Gewürzkuchen/Lebkuchen war ganz aufgeweicht von Ananassaft und total lecker. Und als wahrhaftes Sahnehäubchen gab’s dazu Sahne mit Kokosstreuseln. MIAM MIAM.
Auch noch bezüglich Essen: wir waren heute auf dem Markt. Ich finde, es gibt fast nichts Inspirierenderes als auf den Markt zu gehen, besonders in den ländlichen Regionen Frankreichs. Lauter braungebrannte Leute mit breitem Grinsen und ausgewaschenen Mützen, die ihre selbstgemachten Waren lauthals anpreisen. Ich liebe es. Wir haben auch ganz viel leckeres Zeugs gekauft: drei Pfund Erdbeeren, Himbeeren, Oliven (getrocknete, eingelegte und Olivenpaste), eine Saucisse Sèche und Baguette. Da werd ich gleich zuschlagen. :)
Aber ich sehe, ich habe bisher nur übers Essen geredet. Dabei bin ich auch mit anderen Sachen beschäftigt! Ich schreibe zum Beispiel fleißig Postkarten, und lese viel. Ich hab jetzt schon die ersten beiden Bücher Mose gelesen, und ich muss sagen, die Bibel ist manchmal wirklich urst repetitiv. Ich freu mich aber schon aufs Neue Testament. Nebenher lese ich The Chronicles of Narnia (ich krieg davon so Lust, die Filme zu sehen!) und vergleiche es die ganze Zeit mit His Dark Materials. (Pullman ist nicht grade ein Freund von Lewis’ Werken und Werten und eine ziemlich kritische Stimme, was Religion anbelangt.) Es macht Spaß, die Parallelen zu entdecken: beispielsweise eine ganze Menge an Welten, in die man reisen kann; dass der Weg in diese anderen Welten von einem Mann (aus Leichtsinn oder was auch immer) von einem Mann geöffnet wurde; dass alles aufgrund von Staub begann… wobei das in Narnia ganz gewöhnlicher Staub ist, in His Dark Materials eben Staub. Ach, was soll’s, ich liebe beide Buchserien!
Außerdem habe ich ein Gedicht geschrieben. Ich habe beschlossen, mich in nächster Zeit wieder mehr an die Lyrik zu halten, weil ich keine Ideen mehr habe, die groß genug für Kurzgeschichten wären, und das scheint ganz gut zu klappen. Ich weiß noch nicht so recht, was ich von dem Gedicht halten soll; ich mag es eigentlich, aber meine Mutter meinte, es würde noch ziemlich roh wirken, was es vermutlich auch ist. Beim Durchblättern meines Notizbuchs gestern hab ich außerdem festgestellt, dass ich mein restliches Gekritzel auch ganz gut finde. Es ist schön, wenn man sein Geschriebenes wieder mehr mag.
So, das war jetzt ziemlich durcheinander und ein bisschen nebensächlich. Aber ich warne euch schon mal: so in der Art werde ich jetzt hoffentlich öfter bloggen!
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