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29.7.2010 von Franziska Kurtz.
Der eine oder andere weiß vielleicht, dass ich Alan Rickman für immer ergeben bin, und dass alles begann, als er zum ersten Mal Snape spielte. Seitdem habe ich einige Filme mit ihm gesehen, aber noch lange nicht genug, und vor allem eher die neueren. Als meine Mutter mir mal gesagt hat, dass er in ihrer Lieblingsverfilmung von Robin Hood (The Prince of Thieves mit Kevin Costner) den Sheriff von Nottingham spielt, wollte ich die natürlich sofort sehen. Aber der ist leider FSK 16. Und als ich dann endlich 16 war, hat es noch mal mehr als ein Jahr gedauert, bis ich ihn mir endlich angesehen habe. Aber jetzt hab ich! Und Gott, ich konnte diesen Film einfach nicht ernst nehmen! :D
Infolgedessen habe ich natürlich angefangen, alles zu kommentieren. Als Robin Azeem befreit hat, habe ich gleich gefragt: “Die freunden sich doch jetzt an, oder?” Und so ging es immer weiter.
JOHN LITTLE: Ich bin ein bärtiger kleiner Gnom und ich werde dich mit diesem Stab verprügeln, bis du mir deine Halskette gibst!
ROBIN: Das kann ich nicht zulassen! Ich hänge an meinem Schmuck!
ICH: Gleich freunden sie sich an, ich seh’s schon kommen!
PRÜGELEI: zieht sich in die Länge
JOHN LITTLE: Okay, und jetzt lass uns Freunde sein!
MÖNCH: Ich bin ein sehr gefährlicher Mönch! Um meine Bierfässer zu verteidigen, werde ich fast alles tun! Dir meinen Fuß ins Gesicht rammen und dich ins Bein beißen zum Beispiel!
ICH: Der macht doch auch bei denen mit, oder?
MEINE MUTTER: Woher weißt du das immer?
Um ehrlich zu sein haben meine Kindheitserinnerungen geholfen. Wir hatten nämlich mal eine LEGO-Kiste, und auf deren Deckel waren Robin Hood und seine Freunde aufgedruckt. Ich kann mich nicht mehr sonderlich gut dran erinnern, aber an den bärtigen Typen und den dicken Mönch erinnere ich mich noch.
Was mir an dem Film besonders gut gefallen hat, waren die starken Frauen. Zuerst mal war da Fanny (ich glaube, so heißt sie), Littles Frau. Mal ganz abgesehen davon, dass die Gute acht Kinder auf die Welt gebracht hat, weiß sie ganz genau, wie sie mit den Kerlen umspringen muss. Ich habe sie von dem Augenblick an geliebt, als sie einem von Nottinghams Bluthunden mitteilte, ihr Mann sei letzten Winter gestorben - und zwar in einem so sachlichen Ton, dass dem daraufhin auch nichts mehr einfiel. Und was besonders toll war, war, wie sie klipp und klar gesagt hat, dass sie mit den Männern mitgehen und kämpfen wird, statt dabei zuzusehen, wie ihr Sohn aufgehängt wird. Und dann waren da noch Sarah und Marian.
ROBIN: Sei gegrüßt, Marian! Erinnerst du dich noch, wie wir damals immer miteinander gespielt haben? War das nicht toll?
SARAH: Ich seh schon, immer noch der selbe Angeber wie früher.
ROBIN: Tritt ins Licht, holdes Fräulein, damit ich dich sehen kann!
SARAH: trittt ins Licht
ROBIN: Du-
ROBIN: zu sich -bist nicht halb so hübsch wie ich erwartet hatte!
ROBIN: laut -bist ja eine Schönheit!
Marian war dann einfach toll und hätte Robin beinah aufgespießt. Es war schön, dass sie nicht sofort angefangen hat, ihren großen, gutaussehenden Helden anzubeten, ihn und sich aber mit einer List gerettet hat. Während des Films wurde es recht offensichtlich, dass sie problemlos dazu in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen, sei es mit Worten oder Waffen. Weder Robin noch der Sheriff hatten leichtes Spiel mit ihr.
ROBIN: Ich habe einen total coolen, geflickten Umhang gefunden und ich finde, ich sehe darin einfach umwerfend aus!
MARIAN: Würdest du mir einen Gefallen tun, Mister Umwerfend?
ROBIN: Selbstverständlich! Was willst du? Soll ich dich auf Händen tragen? Willst du knutschen? Oder-
MARIAN: Eigentlich nichts von beidem. Könntest du ein Bad nehmen?
MARIAN: Wow, das ist so toll! Ich bin im Lager der Geächteten! Mal gucken, was ich hier so anstellen kann.
ROBIN: Guter Schuss, Wulf, aber kannst du das auch, wenn du abgelenkt bist? *kitzelt ihn am Ohr*
PFEIL: trifft trotzdem sein Ziel
MARIAN: Kannst du das auch?
ROBIN: Äh ja, hm… aber klar!
MARIAN: pustet ihn an
PFEIL: fliegt ins Nirgendwo
MARIAN: Gut gemacht, großer Held!
MARIAN: So, jetzt wo ich hier in diesem Baumhaus bin, komme ich wie wieder runter…? Ich muss zurück in mein großes tolles Schloss!
ROBIN: Keine Sorge, ich werde dich in meine starken Arme nehmen und das wird total Tarzan! Und ich habe sogar gebadet!
MARIAN: Nun gut, all diese Anstrengungen verdienen einen Kuss.
Und dann wurde Marian vom Sheriff entführt und zu einem Fräulein in Nöten gemacht, das nur noch dazu gut war, im richtigen Moment dramatisch “ROBIN!” zu schreien.
SHERIFF & ROBIN: haben sich gegenseitig im Schwitzkasten
MARIAN: ROBIN! Pass auf, oder ich sinke gleich ohnmächtig zu Boden!
SHERIFF: MWAHAHAHA ICH WERDE DICH MIT DEM SCHWERT DEINES VATERS TÖTEN!
MARIAN: ROBIN PASS AUF ER HAT EIN GROSSES SPITZES SCHWERT ICH GLAUBE ER WILL DICH TÖTEN!
Ich finde, Marian hätte ruhig ein bisschen Action bekommen können, also den Sheriff mit stumpfen Gegenständen auf den Kopf hauen oder ihm in den Arsch treten oder so was. Alan Rickman war nebenbei bemerkt ziemlich toll! Ich hatte ja keine Ahnung, dass er tatsächlich mal gut aussah! Jedenfalls hat mir sein gnomisches Rumgehüpfe ungemein gut gefallen, ebenso wie seine Wutanfälle. Und ich habe etwas rausgefunden! Will Scarlett (der mit Zipfelmütze einfach umwerfend aussieht) hat auch den nervigen Novizen in Im Name der Rose gespielt. Er hat es wieder gut gemacht! So nervig ich ihn in dem Film fand, so gut war Christian Slater in Robin Hood. Und mit Zipfelmütze sieht er umwerfend aus.
À propos scarlet. Heute habe ich A Study in Scarlet von Sir Arthur Conan Doyle gelesen. Mit ihm ist es immer so ein schmaler Grad zwischen Nerverei und Spannung. Es dauert so unglaublich lange, bis er endlich die Auflösung des Falles bekannt gibt, und es fehlt wirklich nicht viel, dass ich vor Aufregung sterbe. Ich wollte am Ende von Teil Eins unbedingt wissen, was eigentlich los war, und dann fängt der an, Jefferson Hopes Geschichte ganz von Anfang an zu erzählen. Ich wäre beinah durchgedreht, aber die Geschichte selbst war auch so spannend und hat mich total gefesselt, so dass das schlussendlich nicht so schlimm war. Ich liebe Sherlock Holmes einfach. Er ist ein bisschen der Monk des neunzehnten Jahrhunderts, wundervoll exzentrisch und intelligent. Und Doyles Geschichten erinnern mich immer ein bisschen an meine Zeit in der Bilingual-Klasse, die in der ganzen Zeit, in der ich schon Englisch lerne, eigentlich die beste war.
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