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27.3.2010 von Franziska Kurtz.
Ja, ich hab mir grade ein schickes Icon gebastelt. (Glaube ich zumindest jetzt noch. Bitte nicht desillusionieren.) Es ist bunt! Es ist zum Draufklicken! Es wird die Leute anlocken! (Siehe erste Klammer.) Und so sieht es aus:
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27.3.2010 von Franziska Kurtz.
Vor Kurzem wurde ich von jemandem gebeten, doch mal eine meiner Kurzgeschichten mitzubringen- kein Problem, habe ich gesagt, und So was fragt man nicht ausgedruckt. Die betreffende Person hat die Kurzgeschichte gelesen und kam mit der Reaktion zu mir: “Ich hab’s gelesen, aber ich hab nicht ganz verstanden, was du damit sagen willst” - und mit einem erwartungsvollen Blick.
Ich weiß nicht, wie es anderen Leuten geht, aber ich finde, wenn ich meinen Text später auf eine Aussage reduzieren soll, dann hätte ich ihn auch nicht so schreiben müssen. Dann hätte ich einfach diese Grundaussage nehmen können und einen Aphorismus draus machen. Allerdings baut eine Kurzgeschichte bei mir normalerweise auch nicht auf einer einzigen Aussage auf, die ich machen möchte. In So was fragt man nicht sind wahnsinnig viele Gedanken eingeflossen (- es entstand ja auch über eine große Zeitspanne hinweg). Besonders an den Titel gekoppelt waren dabei die Gedanken: kann man auf manche Fragen eine Antwort erwarten? Was kann man überhaupt vom anderen erwarten? In diesem Konflikt zwischen Janus und der Ich-Erzählerin: was ist Liebe? Einfach nur ein eins plus eins? Viele andere winzige Gedanken stecken überall in den Zeilen, was Kunst betrifft, was Menschen betrifft. Und besonders in der letzten Überarbeitung habe ich den Text natürlich in Hinsicht auf die Frage bearbeitet: was ist eigentlich Familie?
Diese ganzen Teile ergeben für mich ein mehr oder weniger diffuses Ganzes. Das ist es, was Gedichte und Kurzgeschichten für mich sind: etwas Diffuses, etwas Verschwommenes, aus dem jeder etwas anderes lesen kann, je nach dem, wie intensiv er sich mit dem Text beschäftigt, welchen Hintergrund er hat, was für Konnotationen bestimmte Wörter für den einzelnen Leser haben. Und wegen dieser verschiedenen Deutungsmöglichkeiten, die ein Text im Idealfall hat, will ich auch ungern irgendjemandem meine ureigene Intention - oder sollte ich lieber sagen Interpretation? denn meine Intention kann für mich bisweilen auch sehr diffus sein - vor die Nase zu pappen. Wenn jemand einen meiner Texte liest und nicht erkennt, was er ihm sagen möchte, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, derjenige legt den Text weg und fasst ihn nicht mehr an, weil bei ihm einfach nichts angekommen ist. Das heißt für mich, dass irgendwo auf der Strecke zwischen Autor und Leser etwas schiefgegangen ist, und ist vielleicht auch ein Anhaltspunkt für mich, dass da etwas verbesserungswürdig ist. Oder, die zweite Möglichkeit: der Leser kommt zum Text zurück, weil ihn irgendwas daran festhält, weil er vielleicht einem meiner diffusen Gedanken auf der Spur ist oder seinem ganz eigenen diffusen Gedanken. Das erfordert natürlich etwas mehr Geduld, vielleicht auch Durchhaltevermögen, als die erste Variante. Aber meiner Meinung nach ist es die viel schönere, denn die diffusen Texte, die mir auch nach oftmaligem Lesen noch nicht ganz klar sind, sind meist die, die eine seltsame Faszination auf mich ausüben. Weil meine Gedanken da in ganz viele Richtungen krabbeln können und hin und wieder plötzlich in eine ganz neue Richtung krabbeln, wenn ich den Text länger nicht zur Hand hatte. Das passiert mir auch bei meinen eigenen Texten, und das ist wohl das faszinierendste.
Wenn mich nun also jemand fragt: “Was willst du eigentlich damit sagen?”, dann habe ich darauf oftmals keine Antwort, vor allem, weil ich das häufig eher fühle als weiß. Aber ich glaube, das ist auch genau richtig so. Es ist schön, wenn man viele intelligente Sachen über seine eigenen Texte sagen kann. Es ist schöner, wenn der Leser all den Gedanken, ob nun intelligent oder nicht, im Text selbst nachspüren kann.
Falls du das liest, betreffende Person: ich will dich damit in keinster Weise bloßstellen oder doof machen. Mir ist nur dadurch selber wieder etwas klar geworden.
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