Oje, ich hab ja schon ewig nicht mehr gebloggt. Ich muss zu meiner Schande gestehen, irgendwie hatte ich keine Lust. Aber jetzt gibt es endlich mal zwei kurze Rezensionen zu den beiden Büchern, die ich während meiner Blogpause gelesen habe.
Mit The Secret Garden von Frances Hodgson Burnett war mal wieder ein englischer Klassiker dran. Und es war der erste, den ich freiwillig (also außerhalb der Schule) gelesen habe, der mich nicht von Anfang an gefesselt hat. Anfangs habe ich sogar noch gedacht, ich leg das Ding gleich wieder aus der Hand, weil mir der Schreibstil einfach nicht so richtig zugesagt hat, und Mary, die Protagonistin, als gelbgesichtiges egoistisches Kind auch nicht grade das war, worauf ich Lust hatte.
Aber nach einiger Zeit (nachdem ich- ein wenig unangemessen, ich weiß- Mary mit Dickon und schließlich Mary und Dickon mit Colin verkuppeln wollte) sind mir die Charaktere ans Herz gewachsen. Ich mochte diese ganzen Landeier mit ihrem lustigen Dialekt; Martha, Ben Weatherstaff, Dickon… und auch Colin und Mary haben es irgendwie geschafft, sich in mein Leserherz zu schleichen. Was mir auch gut gefallen hat, waren die ausführlichen Beschreibungen. Manche finden das sicher langweilig, aber ich fand es irgendwie schön, dem geheimen Garten wirklich beim Wachsen zuzusehen. Diese ganzen Naturbeschreibungen haben mir auch irgendwie Lust darauf gemacht, Lord of the Rings ganz dringend mal wieder zu lesen (was ich momentan mache), aber erst mal hab ich zu Herr der Diebe gegriffen, weil ich ein bisschen aufpassen will, dass ich auch noch in meiner Muttersprache zu lesen. ;)
Dass ich das letzte Mal den Herrn der Diebe gelesen habe, ist schon ziemlich lange her. Sieben Jahre bestimmt. Vor zwei, drei Jahren habe ich ihn in der internationalen Bibliothek meiner ehemaligen Schule mal auf Spanisch aufgeschlagen, und obwohl er in der Sprache wirklich schön klang, schnell aufgegeben.
Dieses Mal habe ich ihn aber wirklich genossen. Ich mag Cornelia Funkes Art zu schreiben wirklich gern. Mir kommt es zwar ein bisschen so vor, als wäre ihr Stil beim Herrn der Diebe noch ein wenig ungelenker, fast ein bisschen holpriger als bei der Tintenwelt-Trilogie. Sonderlich gestört hat mich das nicht- ich werde die Trilogie immer lieber haben als die anderen Funke-Bücher, vermute ich, aber auch die haben es mir angetan, Schreibstil hin oder her. Ich finde das, was Cornelia Funke aufs Papier bringt, im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch; und dann trotzdem so nah an dem dran, was jeder von uns auf seiner Gefühlspalette hat. Manchmal ist sie ein bisschen vorhersehbar, aber sie spinnt oft ganz feine Fäden, die mich sehr faszinieren. Ich werde dieses Jahr bestimmt auch noch die anderen Funke-Bücher, die bei mir im Regal stehen, nochmals lesen. Das ist fast wie ein Nach-Hause-Kommen. :)