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März 2010
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Archive für März 2010

Ein Annäherungsversuch

Wääh. Zeitumstellungen sind scheiße blöd. Wenigstens wird mir die hier durch eine hausgemachte Kirschtasche und einen zwei Kaffee versüßt. Dazu ein bisschen Lord of the Rings, und die Welt ist wieder in Ordnung (obwohl ich momentan sehr langsam bin und The Fellowship of the Ring erst zur Hälfte durch habe).

Aber, fragt man sich, was hat das mit dem Titel zu tun? Ganz einfach: jar nüscht. Der eigentliche Grund für diesen Blogpost ist mein hübsches neues Notizbuch. Ich hatte noch nie ein Notizbuch. Eine Zeit lang waren es lose Blätter, auf die ich meine Gedanken gekritzelt habe, einmal war es ein Schulheft- aber so ein richtiges, echtes Notizbuch hatte ich noch nie. Und wie einige viele alle wohl inzwischen wissen, hatte ich in letzter Zeit ziemlich mit einer Schreibblockade zu kämpfen. Am Montag habe ich dann, auf den Post einer englischen Freundin hin, den Entschluss gefasst, dass ich einfach mal einen inspirierenden Gedankenuntergrund brauche, was vornehmlich daran liegt, dass besagte Freundin schrieb, sie habe ein Notizbuch und Post-its und aaalles, und dann noch zwei Zeilen aus einer ihrer Geschichten zum Besten gab- und es war um mich geschehen. Also bin ich dienstags gleich in die Stadt gezogen und habe mir das hier gekauft:

Notizbuch

Und was soll ich sagen? Es hilft. Es stehen schon ein paar Bruchstücke drin, von denen ich die meisten jetzt noch nicht veröffentlichen möchte, weil sie in einem Kontext stehen und von daher sicher noch in einer Geschichte verarbeitet werden, aber so ein zusammenhangloser Satz, das geht ja. Mein kürzestes Bruchstück bisher:

Die Arme und Beine ihrer Kuscheltiere ragten unter der Bettdecke hervor wie Leichenteile.

© Franziska Kurtz, 27.03.2010

Ich weiß, nichts Großartiges. Aber für mich ist es eine riesige Erleichterung, dass die Sätze überhaupt wieder aus mir rauskommen, statt sich hinter dieser dicken Backsteinmauer in meinem Unterbewusstsein zu verstecken. Das macht mich unheimlich froh. Auch irgendwie die Feststellung, dass die Worte ja sehr wohl da sind (und vermutlich auch die ganze Zeit über da waren) und ich nur immer zu lange damit gewartet habe, sie rauszulocken. Ich glaube, das Notizbuch war meine sinnvollste Investition seit Langem. Hoffentlich kann ich die Bruchstücke auch bald zusammenfügen. :)

Und jetzt muss ich mich mal flugs fertigmachen, es geht nämlich nach Stuttgart zu Tanz der Vampire. Ah, Musicals! Was wären Zeitumstellungen ohne sie?

Blog Icon

Ja, ich hab mir grade ein schickes Icon gebastelt. (Glaube ich zumindest jetzt noch. Bitte nicht desillusionieren.) Es ist bunt! Es ist zum Draufklicken! Es wird die Leute anlocken! (Siehe erste Klammer.) Und so sieht es aus:

Kurtzschluss

“Aber ich hab nicht ganz verstanden, was du damit sagen willst.”

Vor Kurzem wurde ich von jemandem gebeten, doch mal eine meiner Kurzgeschichten mitzubringen- kein Problem, habe ich gesagt, und So was fragt man nicht ausgedruckt. Die betreffende Person hat die Kurzgeschichte gelesen und kam mit der Reaktion zu mir: “Ich hab’s gelesen, aber ich hab nicht ganz verstanden, was du damit sagen willst” - und mit einem erwartungsvollen Blick.

Ich weiß nicht, wie es anderen Leuten geht, aber ich finde, wenn ich meinen Text später auf eine Aussage reduzieren soll, dann hätte ich ihn auch nicht so schreiben müssen. Dann hätte ich einfach diese Grundaussage nehmen können und einen Aphorismus draus machen. Allerdings baut eine Kurzgeschichte bei mir normalerweise auch nicht auf einer einzigen Aussage auf, die ich machen möchte. In So was fragt man nicht sind wahnsinnig viele Gedanken eingeflossen (- es entstand ja auch über eine große Zeitspanne hinweg). Besonders an den Titel gekoppelt waren dabei die Gedanken: kann man auf manche Fragen eine Antwort erwarten? Was kann man überhaupt vom anderen erwarten? In diesem Konflikt zwischen Janus und der Ich-Erzählerin: was ist Liebe? Einfach nur ein eins plus eins? Viele andere winzige Gedanken stecken überall in den Zeilen, was Kunst betrifft, was Menschen betrifft. Und besonders in der letzten Überarbeitung habe ich den Text natürlich in Hinsicht auf die Frage bearbeitet: was ist eigentlich Familie?

Diese ganzen Teile ergeben für mich ein mehr oder weniger diffuses Ganzes. Das ist es, was Gedichte und Kurzgeschichten für mich sind: etwas Diffuses, etwas Verschwommenes, aus dem jeder etwas anderes lesen kann, je nach dem, wie intensiv er sich mit dem Text beschäftigt, welchen Hintergrund er hat, was für Konnotationen bestimmte Wörter für den einzelnen Leser haben. Und wegen dieser verschiedenen Deutungsmöglichkeiten, die ein Text im Idealfall hat, will ich auch ungern irgendjemandem meine ureigene Intention - oder sollte ich lieber sagen Interpretation? denn meine Intention kann für mich bisweilen auch sehr diffus sein - vor die Nase zu pappen. Wenn jemand einen meiner Texte liest und nicht erkennt, was er ihm sagen möchte, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, derjenige legt den Text weg und fasst ihn nicht mehr an, weil bei ihm einfach nichts angekommen ist. Das heißt für mich, dass irgendwo auf der Strecke zwischen Autor und Leser etwas schiefgegangen ist, und ist vielleicht auch ein Anhaltspunkt für mich, dass da etwas verbesserungswürdig ist. Oder, die zweite Möglichkeit: der Leser kommt zum Text zurück, weil ihn irgendwas daran festhält, weil er vielleicht einem meiner diffusen Gedanken auf der Spur ist oder seinem ganz eigenen diffusen Gedanken. Das erfordert natürlich etwas mehr Geduld, vielleicht auch Durchhaltevermögen, als die erste Variante. Aber meiner Meinung nach ist es die viel schönere, denn die diffusen Texte, die mir auch nach oftmaligem Lesen noch nicht ganz klar sind, sind meist die, die eine seltsame Faszination auf mich ausüben. Weil meine Gedanken da in ganz viele Richtungen krabbeln können und hin und wieder plötzlich in eine ganz neue Richtung krabbeln, wenn ich den Text länger nicht zur Hand hatte. Das passiert mir auch bei meinen eigenen Texten, und das ist wohl das faszinierendste.

Wenn mich nun also jemand fragt: “Was willst du eigentlich damit sagen?”, dann habe ich darauf oftmals keine Antwort, vor allem, weil ich das häufig eher fühle als weiß. Aber ich glaube, das ist auch genau richtig so. Es ist schön, wenn man viele intelligente Sachen über seine eigenen Texte sagen kann. Es ist schöner, wenn der Leser all den Gedanken, ob nun intelligent oder nicht, im Text selbst nachspüren kann.

Falls du das liest, betreffende Person: ich will dich damit in keinster Weise bloßstellen oder doof machen. Mir ist nur dadurch selber wieder etwas klar geworden.

Kritische Ausgabe Heft Nr. 18

Kritische Ausgabe Nr. 18Der Kritischen Ausgabe wollte ich noch mal einen extra Blogeintrag widmen, deshalb habe ich sie gestern nicht mehr dazugepackt. Jetzt ist sie raus! Online kann man sie in Teilen schon bewundern. Unter den Beiträgen, die man sich herunterladen kann, ist auch So was fragt man nicht. Und der Vollständigkeit halber: bestellen kann man das gesamte Heft hier. Aber das werd ich bestimmt noch öfter und an noch mehr Orten erwähnen. :)

Momentan wird sie auf der Lepipziger Buchmesse (Halle 5, E101) vorgestellt, und danach gibt’s Belegexemplare. Ich bin wirklich schon gespannt wie ein Flitzebogen! Bei den Veröffentlichungen hat Heft Nr. 18 An den Wassern übrigens schon den obersten Platz weggenommen.

The Secret Garden & Herr der Diebe

Oje, ich hab ja schon ewig nicht mehr gebloggt. Ich muss zu meiner Schande gestehen, irgendwie hatte ich keine Lust. Aber jetzt gibt es endlich mal zwei kurze Rezensionen zu den beiden Büchern, die ich während meiner Blogpause gelesen habe.

The Secret GardenMit The Secret Garden von Frances Hodgson Burnett war mal wieder ein englischer Klassiker dran. Und es war der erste, den ich freiwillig (also außerhalb der Schule) gelesen habe, der mich nicht von Anfang an gefesselt hat. Anfangs habe ich sogar noch gedacht, ich leg das Ding gleich wieder aus der Hand, weil mir der Schreibstil einfach nicht so richtig zugesagt hat, und Mary, die Protagonistin, als gelbgesichtiges egoistisches Kind auch nicht grade das war, worauf ich Lust hatte.

Aber nach einiger Zeit (nachdem ich- ein wenig unangemessen, ich weiß- Mary mit Dickon und schließlich Mary und Dickon mit Colin verkuppeln wollte) sind mir die Charaktere ans Herz gewachsen. Ich mochte diese ganzen Landeier mit ihrem lustigen Dialekt; Martha, Ben Weatherstaff, Dickon… und auch Colin und Mary haben es irgendwie geschafft, sich in mein Leserherz zu schleichen. Was mir auch gut gefallen hat, waren die ausführlichen Beschreibungen. Manche finden das sicher langweilig, aber ich fand es irgendwie schön, dem geheimen Garten wirklich beim Wachsen zuzusehen. Diese ganzen Naturbeschreibungen haben mir auch irgendwie Lust darauf gemacht, Lord of the Rings ganz dringend mal wieder zu lesen (was ich momentan mache), aber erst mal hab ich zu Herr der Diebe gegriffen, weil ich ein bisschen aufpassen will, dass ich auch noch in meiner Muttersprache zu lesen. ;)

Herr der DiebeDass ich das letzte Mal den Herrn der Diebe gelesen habe, ist schon ziemlich lange her. Sieben Jahre bestimmt. Vor zwei, drei Jahren habe ich ihn in der internationalen Bibliothek meiner ehemaligen Schule mal auf Spanisch aufgeschlagen, und obwohl er in der Sprache wirklich schön klang, schnell aufgegeben.

Dieses Mal habe ich ihn aber wirklich genossen. Ich mag Cornelia Funkes Art zu schreiben wirklich gern. Mir kommt es zwar ein bisschen so vor, als wäre ihr Stil beim Herrn der Diebe noch ein wenig ungelenker, fast ein bisschen holpriger als bei der Tintenwelt-Trilogie. Sonderlich gestört hat mich das nicht- ich werde die Trilogie immer lieber haben als die anderen Funke-Bücher, vermute ich, aber auch die haben es mir angetan, Schreibstil hin oder her. Ich finde das, was Cornelia Funke aufs Papier bringt, im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch; und dann trotzdem so nah an dem dran, was jeder von uns auf seiner Gefühlspalette hat. Manchmal ist sie ein bisschen vorhersehbar, aber sie spinnt oft ganz feine Fäden, die mich sehr faszinieren. Ich werde dieses Jahr bestimmt auch noch die anderen Funke-Bücher, die bei mir im Regal stehen, nochmals lesen. Das ist fast wie ein Nach-Hause-Kommen. :)

Rebel- und ein bisschen Percy Jackson

Anfang Knife by R. J. Andersonletzten Jahres habe ich R. J. Andersons Knife gelesen (und sogar drüber gebloggt), und seitdem sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Weil es einfach die niedlichste Fantasy war, die ich je gelesen habe, mit winzigen Feen, die winzige, liebenswerte Charakterzüge haben und einer ganz wunderbaren Geschichte.

Und jetzt werde ich wahrscheinlich ein bisschen spoilern.

Vor kurzem hab ich mir Rebel nun endlich bestellt und es innerhalb kürzester Zeit gelesen. Obwohl das gar nicht so einfach war wie bei dessen Vorgänger. In Knife habe ich total schnell hineingefunde, da wird man direkt in die Handlung hineingesogen, die auch gleich recht actiongefüllt ist, weil Knife so eine kleine Kriegernatur ist. :D Bei Rebel fand ich das um einiges schwieriger. Erst mal gab es gleich zwei Figuren, an deren Blickwinkel ich mich gewöhnen musste (weil abwechselnd sowohl aus Timothys Sicht als auch aus Lindens Sicht erzählt wird). Und dann: info dumping. Das war mir etwas zu viel. Zur Erklärung: man ist vorher eigentlich nie aus dem Oakenwyld rausgekommen, also dem Haus/Garten, wo Knife und die anderen Feen leben, nur ein einziges Mal und das war ein recht kurzer Ausflug. Und auf einmal gurke ich mit den Figuren in London rum und in ganz England und Wales und meine Güte, die ganze Hintergrundgeschichte! Es gab auf einmal so viele Informationen über die Feen außerhalb und die Vorgeschichte und was nicht noch, hinzu kam noch Timothys eigene Geschichte- also, es war ein bisschen anstrengend. Aber ich bin zum Glück dran geblieben (konnte es mir auch leisten, die Kursarbeiten fangen erst jetzt wieder an) und hab dadurch dann doch noch reingefunden. Und bin kleben geblieben. Wie es ja eigentlich nicht anders zu erwarten war.

Rebel by R. J. Anderson

Und jetzt aber: SPOILER. Eigentlich habe ich schon relativ früh vermutet, dass die geheimnisvolle Empress vermutlich Jasmine ist, die ja an der ganzen Misere der Feen im Oakenwyld schuld war. Bei Knife hatte ich so früh noch keine Vermutungen (und später eigentlich auch nicht), aber das hat mich nicht weiter gestört. Außerdem hatte dieses Buch eines, worauf wir Frauen ja total stehen: einen Bad Boy, der aber eigentlich, tief im Innern, gut ist! Rooob. :D Auch als es den Anschein hatte, dass er gaanz abgrundtief böse ist, habe ich natürlich noch an ihn geglaubt. (Also bitte, die paar Zweifel zählen nicht.) Und er ist ganz klar einer meiner Lieblingscharaktere aus diesem Buch. Wobei ich Wink und Thorn, zwei Feen, die man schon aus dem ersten Buch kennt, auch furchtbar, furchtbar mag! SPOILER ENDE.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, dieses Buch zu lesen. Ich mag Fortsetzungen im Allgemeinen und besonders zweite Bücher, wobei das angeblich immer die schlechtesten in einer Reihe sind. Hier bin ich fast geneigt zu sagen, dass das zutrifft, aber dazu warte ich erst mal das nächste Buch ab. Das erst im Januar 2011 rauskommt. :(

Percy JacksonNoch zwei Wörtchen zu Percy Jackson - Diebe im Olymp, den ich am Samstag gesehen habe. Zu meiner Verteidigung: ich wurde eingeladen. Ich muss auch sagen: ich fand den Film richtig schlecht. :D Eigentlich schade, weil ich Chris Columbus doch mag. Aber das hat die Sache auch nicht besser gemacht. Ach, immer dieses seelenvolle Versinken in den Augen des anderen von Percy und Annabeth (wobei ich ehrlich nicht weiß, was sie an ihm findet, und keines der Mädels, mit denen ich im Kino war, versteht diese meine negativen Gedankengänge bezüglich Percy). Immer dieser… exorbitant logische Plot! Diese brillianten Jungschauspieler! Wuahahaha. Verzeihung. (Aber der Darsteller, der Percy gespielt hat… der konnte wirklich nicht spielen!) Wodurch der Film allerdings um Längen besser wurde: Sean Bean und Rosario Dawson, die zwei meiner Lieblingsschauspieler sind. Ich hab’s schon mal bei der Päpstin gesagt: es gibt Leute, die einen Film gut machen. Allerdings- hier hat das auch nicht mehr viel geholfen. Aber ein Gutes hatte die ganze Sache. Es war saulustig.

EDIT: Wuah! Ich hab endlich rausgefunden, wie ich es anstelle, dass die Bilder und der Text nicht so zusammenkleben!

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