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5.1.2010 von Franziska Kurtz.
He, schaut mich nicht so vorwurfsvoll an. Das ist ein obligatorischer Post. (Und während ich so auf meine Kategorien-Spalte hier linse, fällt mir auf, wie verloren und traurig “2009″ als oberste dasteht.) Ich wünsche euch allein ein ganz wundertolles 2010, Inspiration, Gesundheit und was man nicht noch so alles gut gebrauchen kann. Ich hoffe, ihr habt das neue Jahr schön eingeläutet. Ich für meinen Teil hatte zwischen den Jahren viel Spaß und wenig Schlaf. Und wie es sich auf einer richtigen Party gehört, haben wir natürlich auch Alkohol getrunken (okay, es war ein Glas Sekt) und Mobiliar zerstört (also, fast).
Das soll’s jetzt aber nicht gewesen sein! Ich kann nämlich mit dem ersten Buch für meine Buchliste 2010 aufwarten. (Himmel, sieht das jämmerlich aus, so ganz allein.)
Rebecca - mal wieder ein Buch, das vor allem deshalb mein Interesse geweckt hat, weil ich das darauf basierende Musical kenne. Bisher hat sich mit Jane Eyre, Dracula und Wicked erwiesen, dass das nicht die schlechteste Grundlage ist. Und auch von Rebecca wurde ich, wenn auch nicht völlig überzeugt, so zumindest auch nicht enttäuscht.
Die Geschichte kannte ich nun natürlich schon, aber das Buch weicht natürlich in einigem vom Musical ab, was ich teils besser, teils schlechter gelöst finde. Die Szene vorm Ball zum Beispiel, in der Ich in dem Kostüm hinunter in die Halle geht, das auch Rebecca beim letzten Kostümball getragen hat, findet im Buch in einem viel kleineren Rahmen statt. Das hat mir so besser gefallen, weil ich gerade in diesem Moment unheimlich mit Ich mitleide, und es ist doch ein Unterschied, ob eine Bloßstellung im einem kleinen Kreis von Personen, mit denen man vertraut ist, geschieht, oder vor Unmengen fremder Menschen. Andererseits finde ich es schade, dass das Buch sehr abrupt endet, während das Musical noch einmal einen Bogen zum Anfang schlägt, also noch mal in die Gegenwart in dem Hotel in Italien zurückkehrt, und sich der Kreis somit schließt. Vielleicht bin ich davon aber auch nur verwöhnt und das Ende hätte mir gefallen, wenn ich es nicht anders gewohnt wäre.
In jedem Fall ist der Roman von Daphne du Maurier ein weiteres Buch, das mich voller Begeisterung ausrufen lässt: “Ich liebe englische Klassiker!” Einziger Minuspunkt ist, dass ich die deutsche Übersetzung gelesen habe, aber da ich das Buch von einem sehr lieben Menschen (danke, Heike!) bekommen habe, will ich mich darüber gar nicht beschweren, vor allem, da die Übersetzung größtenteils sehr gelungen war. (Gut, hin und wieder gab es einen mir unpassend vorkommenden Ausdruck oder auch mal einen weniger eleganten Satz hier und da, aber insgesamt war es wirklich gut gemacht.) Was mir auch immer wieder negativ aufgefallen ist, ist Maxims Verhalten gegenüber Ich. Wie sie mehrmals selbst feststellt, behandelt er sie wie Jasper, den Hund der Familie; streichelt ihr abwesend übers Haar, während er mit jemand anderem spricht, etc. Und wenn er sie nicht grade wie einen Hund behandelt, dann wie ein Kind (”mein liebes Kind”, “sprich nicht mit vollem Mund”, “kau nicht an den Nägeln, du bist eh schon hässlich genug”, als dein Ehemann enthalte ich dir alles vor, wovon ich glaube, dass es dich nichts angeht, und vertrauen tue ich dir erst recht nicht…). Mir ist klar, dass die Rollenverteilung früher eben so war, aber manchmal stört es mich schon extrem - was hier vielleicht ein bisschen daran gelegen hat, dass Ich sozusagen Maxims kleine Glückspille ist, aber mehr auch nicht, keine richtige Person. Bei Jane Eyre hat es mich hin und wieder gestört, weil Rochester immer wieder davon redet, wie gleich er sich Jane fühlt, sie aber dennoch hin und wieder mehr wie ein Ding denn eine Person behandelt.
Andererseits sind es aber auch die Rollenverteilung, die Konventionen und diese Dinge einer der Punkte, weswegen ich englische Klassiker so gerne lese. Es interessiert mich einfach. Und ich denke, gerade bei Rebecca dürfte es auch durchaus in der Absicht der Autorin gelegen haben, diese Kluft zwischen Maxim und Ich zu zeigen; und insgesamt hat es mich auch nicht daran gehindert, das Buch gut zu finden.
Was vielen an den Rhododendron-Büschen so aufstößt, das habe ich allerdings immer noch nicht rausgefunden. Hm. :D
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