Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Kurtzschluss für Januar, 2010.

Januar 2010
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Archive für Januar 2010

Homepage

So, meine Homepage ist inzwischen ganz unten. Stattdessen erscheint unter franziska-kurtz.de so ein lustiges Startseiten-Dingens. :)

Grund dafür ist, dass ich die Homepage irgendwie überhaupt nicht mehr aktuell gehalten habe, und dass da außerdem viel überflüssiger Krams rumschwamm. Ich hab mir ein bisschen Gedanken gemacht von wegen Umleitung, da ich die Domain ja auch behalten wollte, hab mich dann aber schlicht und einfach dafür entschieden, einen Link zum Blog und zu meinem twitter-Account zu setzen.

Das wollte ich nur mal loswerden, damit sich keiner wundert (haha, als ob in den letzten fünf Jahren überhaupt jemand auf der Homepage gewesen wäre). Und: ich habe im Zug geschrieben! Es hat mich überkommen. Ich halte das für ein gutes Zeichen.

Notwendige Streitgenossen (und anderes Zeug)

Die Notwendigen Streitgenossen von Georg Miggel liegen jetzt auch schon wieder ein paar Tage zurück - trotzdem will ich auf jeden Fall eine Rezension dazu schreiben, da ich das Buch gewonnen habe und man das als Gegenleistung ja wohl erwarten kann. :)

Notwendige Streitgenossen

Notwendige Streitgenossen war mal wieder einer meiner Ausflüge in ein Genre, das ich sonst nicht lese: Krimis. Leider muss ich sagen, dass dieser Ausflug… nun, nicht so ganz gelungen war. Als ich das Buch angefangen habe, war ich ehrlich begeistert. Die Interaktion zwischen Theo, der Hauptfigur, und seiner Frau Martina war toll. Es hat mir richtig gut gefallen, wie die beiden miteinander umgegangen sind, und das ging auch bei anderen Beziehungen so weiter. Da dachte ich schon, hey, das ist was, das bei Krimis sonst oft vernachlässigt wird und ich fand es toll, dass das mal ein Krimiautor konnte. Ich will jetzt nicht sagen, dass das aber auch schon alles war, was er konnte. Einige meiner Kritikpunkte, die gleich folgen, sind reine Geschmackssachen, und es wird Leute geben, die sich öfter in diesem Genre bewegen, denen das gefällt, was mir nicht gefallen hat.

Was ich als Erstes anbringen will, weil es das Erste war, was mich gestört hat: die Einführung neuer Figuren. Es waren wirklich, wirklich viele Leute, die vorgestellt wurden, da es um eine Sozietät mit 52 Partnern geht, und von den ganzen Juniorpartnern und was nicht noch will ich jetzt gar nicht anfangen. Aber jedes einzelne Mal, wenn jemand Neues auftauchte, wurden aufgelistet: sein Name, sein Alter, wie er mit der Hauptfigur in Verbindung steht, sein Aussehen.Wenn nötig (wobei das relativ ist) auch Sprachfehler oder Angewohnheiten, die die Person besitzt. Was ich dabei am schlimmsten fand, war die Erwähnung (bei mehreren Personen!), die Augen der Person benötigten keine Brille. Das ist schön. Aber total überflüssig. Und bei dem Überfluss an Informationen, der bei der Vorstellung der Charaktere sowieso schon geherrscht hat, wäre weniger wirklich mehr gewesen. Ich konnte mir irgendwann auch einfach nicht mehr merken, wer wer ist und woher XY nun schon wieder kommt.

Ich habe in dem Buch auch durchaus nicht alles verstanden, was darauf zurückzuführen ist, dass es im Anwaltsmilieu spielt und ich davon nun mal nicht viel verstehe. Erst zogen sich nur die Passagen, wo ich ohnehin nichts verstanden habe, aber später die ganze Story. Einer der Partner der Sozietät wird entführt und die verbliebenen sollen ein Lösegeld von 20 Millionen zahlen. In unendlichen Versammlungen wird erläutert ob und wie und warum und ob man nicht lieber die Polizei einschalten sollte, ob man es verantworten kann, zu riskieren, dass dadurch dem Entführten etwas passiert usw. usf. Das hat sich alles wiederholt und wurde zwar durch die Marotten der Herren und Frauen Anwälte aufgelockert (die mir auch wieder gefielen), aber insgesamt war es einfach zu viel.

Und dann noch ein letztes, was eher persönliche Enttäuschung ist als Enttäuschung meiner Erwartungen an ein Buch: irgendwann hat die Hauptfigur Theo Lindner gemeinsam mit seiner Frau entschieden, dass sie moralisch dazu verpflichtet sind, das Geld zu zahlen, entgegen aller Sorgen, dass sie dann ihr Haus nicht mehr abbezahlen können, eventuell die Ausbildung ihrer Kinder nicht mehr finanzieren können…- in dieser Situation hat er sich moralisch absolut richtig entschieden. (Ich muss es ja wissen, ich habe ja Ethik. :D) Und jetzt: Achtung Spoiler! Kaum dass am Schluss rauskam, dass die Entführung nur vorgetäuscht war und der Mitwisser Schumann ihm eine Millionen Schweigegeld bot, hat er zwar nur das genommen, was er auch gezahlt hatte - aber keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, wie moralisch oder unmoralisch das ist, und an den Schaden, den sämtliche seiner Partner (von denen er mit mindestens einem befreundet ist!) davontragen. Da musste ich erst mal schlucken und habe das Buch etwas traurig zugeschlagen.

Nun, als Fazit: meine Tasse Tee war es nicht. Aber ich bin trotzdem froh, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe. Disziplin! Und schließlich gab es auch Dinge, die mir ganz gut gefallen haben, sonst hätte ich das auch nicht gemacht.

Inzwischen lese ich Tintenherz noch mal, weil ich am Mittwoch den Film geschaut und unbändige Lust bekommen habe, mich mal wieder in ein bisschen Fantasy zu versenken, die ich schon kenne. Der Film hat mir zwar in einigen Punkten nicht so gut gefallen (”hey, lass uns da mal noch ein paar Effekte reinhauen, dann fällt es nicht so auf, dass wir vom Buch abweichen!”), aber die Darsteller fand ich alle gut, obwohl sie zum Großteil nicht so waren, wie ich mir die Figuren vorstelle. Ich bin aber froh, festzustellen, dass ich meine eigenen Bilder noch im Kopf habe. :)

Und eine schöne Neuigkeit zum Schluss: So was fragt man nicht wird im März in der Literaturzeitschrift Kritische Ausgabe veröffentlicht. Ich hab noch mal ordentlich dran geschraubt und bin jetzt sehr stolz auf mein Baby, und auch schon ganz gespannt, wie es sich in der Kritischen Ausgabe machen wird. An dieser Stelle auch noch mal ein ganz großes Dankeschön an Marcel Diel, fürs anfängliche Anschreiben, fürs Lesen und Lektorieren- danke. :)

Frohes Neues!

He, schaut mich nicht so vorwurfsvoll an. Das ist ein obligatorischer Post. (Und während ich so auf meine Kategorien-Spalte hier linse, fällt mir auf, wie verloren und traurig “2009″ als oberste dasteht.) Ich wünsche euch allein ein ganz wundertolles 2010, Inspiration, Gesundheit und was man nicht noch so alles gut gebrauchen kann. Ich hoffe, ihr habt das neue Jahr schön eingeläutet. Ich für meinen Teil hatte zwischen den Jahren viel Spaß und wenig Schlaf. Und wie es sich auf einer richtigen Party gehört, haben wir natürlich auch Alkohol getrunken (okay, es war ein Glas Sekt) und Mobiliar zerstört (also, fast).

Das soll’s jetzt aber nicht gewesen sein! Ich kann nämlich mit dem ersten Buch für meine Buchliste 2010 aufwarten. (Himmel, sieht das jämmerlich aus, so ganz allein.)

RebeccaRebecca - mal wieder ein Buch, das vor allem deshalb mein Interesse geweckt hat, weil ich das darauf basierende Musical kenne. Bisher hat sich mit Jane Eyre, Dracula und Wicked erwiesen, dass das nicht die schlechteste Grundlage ist. Und auch von Rebecca wurde ich, wenn auch nicht völlig überzeugt, so zumindest auch nicht enttäuscht.

Die Geschichte kannte ich nun natürlich schon, aber das Buch weicht natürlich in einigem vom Musical ab, was ich teils besser, teils schlechter gelöst finde. Die Szene vorm Ball zum Beispiel, in der Ich in dem Kostüm hinunter in die Halle geht, das auch Rebecca beim letzten Kostümball getragen hat, findet im Buch in einem viel kleineren Rahmen statt. Das hat mir so besser gefallen, weil ich gerade in diesem Moment unheimlich mit Ich mitleide, und es ist doch ein Unterschied, ob eine Bloßstellung im einem kleinen Kreis von Personen, mit denen man vertraut ist, geschieht, oder vor Unmengen fremder Menschen. Andererseits finde ich es schade, dass das Buch sehr abrupt endet, während das Musical noch einmal einen Bogen zum Anfang schlägt, also noch mal in die Gegenwart in dem Hotel in Italien zurückkehrt, und sich der Kreis somit schließt. Vielleicht bin ich davon aber auch nur verwöhnt und das Ende hätte mir gefallen, wenn ich es nicht anders gewohnt wäre.

In jedem Fall ist der Roman von Daphne du Maurier ein weiteres Buch, das mich voller Begeisterung ausrufen lässt: “Ich liebe englische Klassiker!” Einziger Minuspunkt ist, dass ich die deutsche Übersetzung gelesen habe, aber da ich das Buch von einem sehr lieben Menschen (danke, Heike!) bekommen habe, will ich mich darüber gar nicht beschweren, vor allem, da die Übersetzung größtenteils sehr gelungen war. (Gut, hin und wieder gab es einen mir unpassend vorkommenden Ausdruck oder auch mal einen weniger eleganten Satz hier und da, aber insgesamt war es wirklich gut gemacht.) Was mir auch immer wieder negativ aufgefallen ist, ist Maxims Verhalten gegenüber Ich. Wie sie mehrmals selbst feststellt, behandelt er sie wie Jasper, den Hund der Familie; streichelt ihr abwesend übers Haar, während er mit jemand anderem spricht, etc. Und wenn er sie nicht grade wie einen Hund behandelt, dann wie ein Kind (”mein liebes Kind”, “sprich nicht mit vollem Mund”, “kau nicht an den Nägeln, du bist eh schon hässlich genug”, als dein Ehemann enthalte ich dir alles vor, wovon ich glaube, dass es dich nichts angeht, und vertrauen tue ich dir erst recht nicht…). Mir ist klar, dass die Rollenverteilung früher eben so war, aber manchmal stört es mich schon extrem - was hier vielleicht ein bisschen daran gelegen hat, dass Ich sozusagen Maxims kleine Glückspille ist, aber mehr auch nicht, keine richtige Person. Bei Jane Eyre hat es mich hin und wieder gestört, weil Rochester immer wieder davon redet, wie gleich er sich Jane fühlt, sie aber dennoch hin und wieder mehr wie ein Ding denn eine Person behandelt.

Andererseits sind es aber auch die Rollenverteilung, die Konventionen und diese Dinge einer der Punkte, weswegen ich englische Klassiker so gerne lese. Es interessiert mich einfach. Und ich denke, gerade bei Rebecca dürfte es auch durchaus in der Absicht der Autorin gelegen haben, diese Kluft zwischen Maxim und Ich zu zeigen; und insgesamt hat es mich auch nicht daran gehindert, das Buch gut zu finden.

Was vielen an den Rhododendron-Büschen so aufstößt, das habe ich allerdings immer noch nicht rausgefunden. Hm. :D

|