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19.12.2009 von Franziska Kurtz.
Ich hinke wieder total hinterher. Und eigentlich sollte ich jetzt auch an meinen Kurzgeschichten schreiben, statt zu bloggen. Aber ich kann irgendwie nicht so gut schreiben, wenn ich noch etwas anderes zu tun habe - deshalb erledige ich das jetzt mal zuerst und danach wird fleißig geschrieben.

Die liebe Lisanne hatte mir zum Geburtstag Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery geschenkt. Erst hab ich gedacht hm, ein bisschen schade, ich wollte es doch auf Französisch lesen. Inzwischen bin ich Lisanne dankbar, dass sie mich davor bewahrt hat! Ich bin mir nämlich relativ sicher, dass ich kaum etwas verstanden hätte. (Es macht mir zugegebenermaßen ein bisschen Sorgen, wie eingerostet mein Französisch inzwischen ist.)
Anfangs hatte ich außerdem ein bisschen Angst, dass es mir zu kompliziert wäre. Uff, nee, nicht so was Anstrengendes, wo man sich die ganze Zeit konzentrieren muss. So war es aber gar nicht. Statt dass diese philosophischen Anklänge, die überall mitschwingen, das Buch schwer und langwierig machen würden, tun sie eher das Gegenteil. Das hab ich ehrlich gesagt selten erlebt und ich habe großen Respekt vor Muriel Barbery, dass sie das so gut hinbekommen hat. Mal abgesehen davon, dass sie einen ganz wunderbaren Humor hat. Ich liebe Renée, ihre Concierge, einfach, und das Ende des Buches kann ich ihr daher nicht so ganz verzeihen. Ich habe meinen “Ich runzle böse die Stirn, was ich sowieso höchstens zwei Minuten lang durchhalten kann”-Blick aufgesetzt, nur zu eurer Information.
Schön war aber, wie sich das Buch aufgebaut hat - diese zwei parallelen Erzählstränge, einer aus Renées Sicht und einer aus der Sicht der hochintelligenten, fast dreizehnjährigen Paloma, die Selbstmord begehen will. Es war wirklich recht lustig, wie die beiden manchmal die selbe Meinung von einem der Hausbewohner hatten, wie sie sich ähnliche Gedanken gemacht haben, schließlich beide dieselbe Person näher kennengelernt haben - und wie dann so ihre beiden Geschichten miteinander verflochten wurden.
Aber ganz besonders liebe ich das Buch aus einem Grund: die Protagonistin geht darin aufs Klo. Danke, Muriel Barbery. Danke.
Nachdem ich mit Die Eleganz des Igels fertig war, habe ich was gesucht, was ich lesen könnte, und da Sarah Rees Brennan in den Kommentaren zu einem ihrer Blogeinträge erwähnt hat, dass sie Ilona Andrews toll findet, habe ich beschlossen, es noch mal mit Magic Bites zu versuchen. Weil ich Sarahs Geschmack vertraue. Kurze Zusammenfassung meiner ersten Begegnung mit diesem Buch:
Umzug, kein Internet, so gut wie nichts zu lesen. Dreißig Seiten zähen Dahinfließens. Die mir nach wenigen Zeilen verhasste Badass Progagonistin Kate Daniels. Ein ekliger Vampir. Kapitulation meinerseits.
Und so was war mir mit einem Buch, das ich mir selbst gekauft habe, noch nie passiert. Es tat mir monatelang weh, ein Buch im Regal stehen zu haben, dass ich nicht gelesen habe. Also, zweite Begegnung: Unvoreingenommen sein. Franzi! Unvoreingenommen. Okay, tief durchatmen. Vorsichtig das erste Kapitel lesen und- wuah, ist das GUT. Ich hatte das Buch innerhalb von zwei oder drei Tagen durch. Und dann hab ich mir die nächsten beiden bestellt. Per Overnight Express. Die ich ebenfalls beide verschlungen habe. Ich weiß nicht, warum ich das erste Buch vor einem Jahr so gehasst habe. Ich versteh es einfach nicht mehr. Es ist geniale Urban Fantasy. Damit können nicht alle Leute was anfangen, auch nicht alle Fantasy-Fans, aber ich gehöre zu den Leuten, die Urban Fantasy lieben. Und Fantasy mit einer bescheuerten Romanze, über die man sich stundenlang aufregen könnte. Mit Konflikten und wunderbaren und furchtbaren Nebencharakteren. Und zu guter letzt: der Humor. Diese Dialoge! Diese Monologe!
Ich bin total verliebt. Und im Mai kommt erst das nächste Buch raus. Irgendjemand muss mich hassen.
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