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Archive für 5.12.2009

Wicked & A Little Bit Wicked

Es ist sieben. Es ist Samstag. WARUM KANN ICH NICHT MEHR SCHLAFEN?

Pfuh. Das tat gut. Und da morgens sowieso die beste Zeit ist, um zu denken, habe ich mir gedacht, ich schreibe endlich mal diesen Blogeintrag über all die wicked Bücher, die ich so gelesen habe. Den schulde ich euch nämlich schon lange.

Wicked Wicked von Gregory Maguire wollte ich lang, lang schon lesen. Das hängt natürlich höchstens ein klitzekleines bisschen damit zusammen, wie sehr ich das Musical liebe. :D Ich bin dann auf die blöde Idee gekommen, es im November zu lesen (bzw. ich bin vorher einfach nicht fertig geworden), so dass es eine sehr unregelmäßige Lektüre wurde. Und dabei hatte ich mir doch geschworen, nicht so lange für das Buch zu brauchen wie meine Mutter, die es während unseres Umzugs gelesen hat.

Dafür war es dann aber ein bisschen wie eine Reise. Es gab zwar Tage, da habe ich überhaupt nicht gelesen, aber ich habe immer versucht, wenigstens ein paar Seiten zu schaffen - und an manchen Abenden konnte ich mich nicht mehr losreißen. Ja, so entstehen Augenringe.

Das war mal wieder ein englisches Buch, wo ich mich richtig drauf konzentrieren musste, nicht in den langen Sätzen verloren zu gehen. Normalerweise habe ich damit ja keine Probleme, aber wenn man nebenher versucht, 50k in den Computer zu hauen und sowieso noch krank ergo müde ist, dann kann das schon mal anstrengend werden.

Das Schönste war für mich eigentlich, die Charaktere, die man aus dem Musical (vielleicht nur oberflächlich) kennt, ein bisschen besser kennenzulernen. Boq, Nessa, Glindas Freundinnen… die ganze Geschichte zu Dr Dillamond - und dann auch Fiyero, der im Buch so viel anders ist als im Musical. Ich glaube, Fiyero war eine der Figuren, die mir am besten gefallen haben. Der Unterschied zum Musical ist schon ziemlich drastisch, denn im Buch ist er nicht so ein oberflächlicher Schnösel und auch nicht Schwarm aller Frauen. Schon gar nicht der von Glinda. :D

Was ich toll fand, war, dass Boq und Elphaba im Buch eigentlich eine relativ starke Verbindung haben, und die hat mir sehr gut gefallen. Und Elphaba war nicht so naiv wie im Musical am Anfang - sie hat dem Zauberer von Oz gleich von Anfang an misstraut. Insgesamt ist sie furchtbar interessant gewesen - es gehen so viele widersprüchliche Dinge in ihr vor, das macht so viel Spaß, das zu lesen. Man kommt auch als Leser sehr schwer durch ihre kühle Hülle durch, aber manchmal hat sie so seltene Momente, wo man spürt, dass sie traurig oder verzweifelt ist.

Ich finde, das ist das, was Gregory Maguire gut kann: Charaktere. Beim Plot hat er so einiges offen gelassen, das hätte man vielleicht am Schluss ein bisschen besser zusammenknoten können. Aber es gibt ja noch ein weiteres Buch. :)

A Little Bit WickedNachdem ich mit Wicked fertig war, wusste ich nicht so recht, was ich lesen sollte - es sollte was Unkompliziertes sein. Und da A Little Bit Wicked sowohl das verspricht, als auch etwas mit dem vorherigen Buch zu tun zu haben, habe ich mich schlussendlich dafür entschieden.

Das war auch eine sehr, sehr gute Entscheidung. A Little Bit Wicked ist leicht und bubbly (das Wort passt einfach so gut), witzig, aber manchmal auch ein wenig tiefsinnig. Da ich ein großer Fan von Kristin Chenoweth bin, war es total schön, bei ihr mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen zu dürfen und es war sehr interessant, zu erfahren, was sie in bestimmten Situationen während bestimmter Projekte gefühlt hat, wie sie beim Musical gelandet ist (obwohl sie ja eine klassische Ausbildung hat), wie sie beim Fernsehen gelandet ist - und so weiter.

Natürlich will ich auch die “echte” Autorin, die an dem Buch beteiligt war, nicht vergessen: Joni Rodgers, die es wirklich toll hinbekommen hat, Kristin in Worten zu verpacken. Man findet sehr viel wieder von dem, was man glaubt, das es Kristin ausmacht, und es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen. Ich hatte es innerhalb von ein paar Tagen durch. Wenn alle Autobiographien von irgendwelchen Stars so schön und gut geschrieben wären, dann wäre die Welt ein besserer Ort.

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