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Oktober 2009
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Archive für Oktober 2009

About a Boy & Shrinking Violet

Ich dachte mir, es ist mal wieder Zeit für einen Bücherbeitrag, wo doch noch zwei Bücher unkommentiert sind und ich schon wieder das nächste angefangen habe.

About a Boy

About a Boy von Nick Hornby war eigentlich Schullektüre, die ich ja sonst nicht hier erwähne, aber da ich das Buch in den Ferien gelesen habe und nicht so zum Sezieren gezwungen war (das reading log hab ich schließlich nach fünf Kapiteln aufgegeben…), konnte ich mich ein bisschen mehr darauf konzentrieren, wie es mir denn nun gefällt.

Eine Sache: vielleicht bin ich doof, aber ich weiß nicht, was alle (oder nur die Kritiker?) an dem Buch so wahnsinnig toll finden. Dass ich den Film gesehen habe, ist zwar schon eine Weile her, aber den mochte ich lieber als das Buch; und das passiert gar nicht so häufig. Meine Englischlehrerin hat letzte Stunde die Vermutung geäußert, dass wir viele Witze nur sicher nicht verstanden hätten (Sprache, kultureller Hintergrund), wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass das bei mir nicht der Fall war. Gut, ein paar Mal habe ich beim Lesen durchaus durch die Nase geschnaubt oder grinsen müssen, aber überragend witzig fand ich es jetzt nicht. Was mir ganz gut gefiel, war die Zeichnung der Charaktere, auch wenn Will ein furchtbar unreifer Erwachsener ist. Die Beziehungen waren schön gemacht, finde ich.

Das hat mir dann auch manchmal darüber hinweggeholfen, dass ich die Geschichte zeitweise etwas langweilig und vorhersehbar fand. Schade war das schon, aber es gab ein paar schöne Momente, wie das Singen mit geschlossenen Augen bei Fiona und Marcus, solche Dinge. Also: in den Feinheiten fand ich es ganz gut, aber im Großen und Ganzen war es mir manchmal zu viel Geschwafel.

Ach ja. Ich danke der höheren Fußnotenmacht, dass die Vokabeln in dieser wundervollen Ausgabe nicht am Ende jeder Seite standen. Danke, danke.

Shrinking VioletJetzt zu einem Buch, das ich vollkommen freiwillig gelesen habe: Shrinking Violet von Danielle Joseph. Ich war auf ihren Debütroman aufmerksam geworden durch eine Kampagne, die sie gestartet hatte, um zu verhindern, dass der Druck des Buches gestoppt wird. Hab mich dann gleich mal beteiligt und es bestellt. :)

Shrinking Violet ist ein Young Adult-Roman, in dem es um Tere, einen extrem schüchternen Teenager geht. Und sie ist nicht einfach nur schüchtern, sondern es fällt ihr unheimlich schwer, in der Gegenwart anderer Leute zu sprechen, die sie nicht richtig gut kennt. Sie will aber unbedingt Radiomoderatorin werden, was sie dann auch schafft, und das verändert doch einiges in ihrem Leben.

Ich war selber mal schüchtern - nicht so schüchtern wie Tere, gottlob! - und fand es deshalb sehr schön, mal über einen so schüchternen Menschen zu lesen. Anfangs kam mir Tere immer ein wenig “abgekapselt” vor, als würde sie nicht mit den Menschen in ihrem Umfeld fühlen, allerdings hat sich das im Laufe der Zeit gewandelt und ich fand das im Nachhinein sogar gut; weil sie eben nicht so mit ihrer Umwelt kommuniziert hat, wie man das normalerweise tut, da eben nicht so drinsteckte.

Auch hier war der Plot etwas vorhersehbar, aber auf eine andere Art als bei Nick Hornby, auf eine etwas niedlichere Weise. Vor allem die Liebesgeschichte - die obligatorische - besaß ein recht großes Maß an Vorhersehbarkeit, aber mei, es war so süß. Eigentlich lese ich Bücher mit der Thematik “Teenie verliebt sich und versucht, den Schwarm abzubekommen” ja nicht, aber abgesehen davon, dass es hier noch ein paar ausgleichende Faktoren gab, die das besser gemacht haben, finde ich, ab und zu hat man so was mal nötig. Es war jedenfalls genau das richtige Buch, um bei Kerzenschein und mit einem Schwarztee gelesen zu werden.

Buchmesse (17.10.) & An den Wassern

Gleich vorweg: ich hab mir gestern auf der Buchmesse meine drei Belegexemplare der Anthologie An den Wassern am Stand des Rhein-Mosel-Verlags abgeholt, und da steht es schwarz auf weiß: “la mer von Franziska Kurtz (1. Platz)”. Ich freu mich riesig! Jetzt muss ich nur noch irgendwie an meine Urkunde und meinen Preis kommen, weil die hätte ich schon auch gerne. Aus Bingen hab ich allerdings auf meine Mail hin immer noch nichts zurückbekommen, deshalb werde ich morgen mal versuchen anzurufen.

Wie sich jetzt schon alle denken konnten, heißt das, dass ich auf der Buchmesse war. (Ach nein!) Ich bin gestern doch relativ spontan hingefahren, um mich mit Denise aus dem Musicalforum zu treffen, was natürlich zu geballter Musicalfreakkonzentration führte (ja, wir sind schon zweit geballt). Wir waren in der China-Halle, in der Film-und-Media-Halle, dann noch in Halle 4.1 (wegen der Anthologie), die ich mir fälschlicherweise als Halle 3.4 gemerkt hatte :D, und dann haben wir uns Ben Becker angesehen. Beziehungsweise vielmehr angehört. Ab und zu habe ich einen Blick auf seinen schnieken Hut erhaschen können, aber insgesamt standen zu viele Leute vor uns, als dass wir ihn hätten sehen können. (Und Ausdauer-auf-den-Zehen-Steherin bin ich auch nicht.) Es war ganz witzig und sowieso toll, ihn mal zu “sehen”, ich mag ihn nämlich, seit ich ihn vor ein paar Jahren mal auf einer CD ein Gedicht habe lesen hören. Er hat aus seinem Kinderbuch Bruno oder Der Junge mit den grünen Haaren vorgelesen. Es klang echt süß. Wir wollten uns danach eigentlich auch noch ein Autogramm holen, aber der Herr Becker, der dank Bahn schon zu spät gekommen war, hatte auch im Nachhinein leider keine Zeit mehr.

Nachdem Denise mich verlassen hatte :/, ich aber noch ein wenig Zeit hatte, bis mein Zug kam, bin ich noch schnell in Halle 8.0, zu den internationalen Verlägen, wo ich mir eine Tüte besorgt habe (den ganzen Tag hab ich nach welchen Ausschau gehalten!) von London Book Fairs.

Im Zug habe ich mir dann erst mal meine eigene Geschichte zu Gemüte geführt - ja, ich wollte mal sehen, was der Lektor damit gemacht hatte. * Ich erinnere mich noch an den Tag, an dem ich ein Rechtschreibprogramm habe drüberlaufen lassen, und es mir statt “du bist empfindlich, erwidert sie und stößt sich am pf.” Folgendes vorgeschlagen hat: “du bist empfindlich, erwidert sie und stößt sich am Kopf.”. Da hatte ich mich sogar noch mit meiner Mutter und Schwester darüber unterhalten, dass wahrscheinlich niemand so doof wäre, ernsthaft zu glauben, das gehöre so.

Ich blätterte also durch meine Geschichte, lese die Zeile und denke mir nur noch: “Oh doch.” Hätte ich nicht im Zug gesessen, hätte ich wohl laut geschrien.

* EDIT: Wen die Sache interessiert: der Lektor hat sich gemeldet (Kommentare) und bestätigt, dass nicht er der Missetäter ist, sondern wohl jemand nach ihm brav auf sein Rechtschreibprogramm gehört hat. Nur damit hier niemand zu Unrecht beschuldigt wird. :) So, und jetzt können wir weiter darüber lachen.

Charlotte Brontë: Jane Eyre

Endlich ein Blogeintrag über Jane Eyre. Eigentlich hatte ich das Buch schon am Freitag fertig, aber da ich dann erst mal nach Karlsruhe gefahren bin und mir in Stuttgart Wicked zum zweiten Mal angesehen habe (was übrigens wahnsinnig toll war!), hatte ich keine Zeit mehr, um etwas zu schreiben.

Jane EyreJane Eyre war schön. Ich liebe die Sprache und auch die Konventionen dieser Zeit, auch wenn ich selbst nicht gerne in ihr gelebt hätte. Die Geschichte kannte ich ja im Groben schon vom Musical - eins meiner absoluten Lieblingsmusicals - aber einige Überraschungen waren da doch noch dabei.

Was ich besonders mag an Klassikern - dass darin oft noch ein ganz großes Gottvertrauen tief verwurzelt ist. Deshalb lese ich das auch so gern. Klar, wenn die Charaktere nur durch die Gegend laufen und hoffen, dass Gott es schon richten wird, finde ich das auch nicht so berauschend, aber so liegt der Fall hier ja nicht; viele Dinge geschehen aber nur, weil sie aus der Sicht der Charaktere Gottes Willen entsprächen oder weil eine andere Handlung es absolut nicht täte. Daraus entsteht ein wenig so eine Unabänderlichkeit; ich glaube, das ist etwas, was man in moderneren Büchern einfach nicht mehr so stark findet. (Allerdings haben die auch andere Stärken.)

Die Charaktere haben mir hier jedenfalls gut gefallen. Jane natürlich, Bessie (es gab viel zu wenig Bessie!), Diana und Mary und mit seiner verqueren Art auch irgendwie St John. Rochester mochte ich nicht ganz so gerne wie im Musical, was teils daran lag, dass er Jane immer diese nervigen Spitznamen gibt und sie ein klein wenig behandelt wie ein Kind, obwohl sie doch angeblich so gleich sind. Trotzdem musste ich ihn einfach auch lieben.

Fazit: es hat zwar etwas länger gedauert, sich dafür aber um so mehr gelohnt. Nach Dracula und Jane Eyre bin ich jetzt ein richtiger Klassiker-Fan und ich will da unbedingt noch mehr von lesen. Aber jetzt bin ich erst mal wieder bei was anderem gelandet: About a Boy für die Schule, danach Shrinking Violet und dann werd ich Wicked lesen, worauf ich mich schon ganz besonders freue.

Literaturtage in Bingen die Zweite

Also, es hat doch nicht geklappt - weil mein Vater zum Flughafen musste. Aber. Jemand, den ich überhaupt nicht kenne und der da war, hat mir eine Mail geschrieben, ich hätte den 1. Preis gewonnen. Ich bin total baff. Und sprachlos. Und warte darauf, was von den Verantwortlichen zu hören.

Aber bis dahin: danke für die Mail. Wow. Ich wusste nicht mal, dass das erst heute bekannt gegeben wird! Oh Mann. Es tut mir so leid, ich glaube, was Zusammenhängenderes krieg ich heute nicht mehr hin. :D

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