Dass ich Dracula ausgelesen habe, ist nun auch schon wieder mehr als eine Woche her, aber zwischendurch bin ich einfach zwischen meinen begeisterten “Wicked war sooo toll”-Ausrufen und dem Einrichten meines Zimmer nicht dazu gekommen, zusammenhängend drüber zu bloggen. Das hat das Buch nämlich meiner Meinung nach verdient.
Ich denke, dass so ziemlich alle wissen, was ich von Bis(s) und Co. halte. Da sind die Vampire einfach nur smoking hot, jetzt mal abgesehen davon, dass ihre Haut ja so kalt ist, und sind auch gar nicht beängstigend und so, weil sie ja gut aussehen. Dracula ist ganz anders. Für mich irgendwo ein Pionier im Horror- und Fantasygenre, und auch der Klappentext sagt, Dracula sei “a unique horror masterpiece and the most famous of all vampire tales”. Klar, auch Bekanntheit ist bei einem Buch nicht alles, aber dieser Roman hat die Bekanntheit verdient, von daher muss ich da absolut zustimmen.

Die Darstellung des Vampirs bzw. der Vampire gefiel mir gut. Das sind keine Schnuckelchen, die halt mal dem oder der zuliebe auf ihren natürlichen Trieb - Blut zu saugen - verzichten. Sie werden als Monster beschrieben, und so sehen sie auch aus. Und ich kann ja vieles vor dem Einschlafen lesen, aber als ich mal bei einer besonders unschönen Szene ankam, war es mir im Dunkeln danach schon ein wenig unwohl. Aber ich denke, auch das spricht für das Buch. :)
Was mich besonders begeistert hat, und weshalb ich wirklich jedem empfehlen würde, es auf Englisch zu lesen, wenn es geht, ist der altertümliche Stil. Der ist ja echt, und nicht nur so auf alt gemacht, schließlich stammt das Buch aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist auch total niedlich, wie es da noch diese ganzen Konflikte und Zweifel gibt: was darf ich als Frau machen? Was dürfen wir als Männer einer Frau zumuten? Und so weiter. Aus heutiger Sicht ist das wirklich lustig anzusehen. Und es ist aus sehr vielen Blickwinkeln anzusehen, da Stoker ein interessantes System benutzt. Er schreibt in chronologischer Reihenfolge, aber aus unterschiedlichen Sichtweisen, wofür er Tagebucheinträge, Briefe, Telegramme, Memorandien der einzelnen Personen benutzt, was das Buch meiner Meinung nach wahnsinnig interessant macht. Das war eine Vampirgeschichte, die mir sehr gut gefallen hat, vom Plot her, von den Charakteren her, auch von der Auflösung her - dabei war mir die Geschichte schon vom Musical her halbwegs bekannt.
Daher noch eins zum Schluss, was nur bedingt mit der Qualität zu tun hat: wer im Buch eine Liebesgeschichte zwischen Dracula und Mina sucht, wird das vergeblich tun, und das finde ich eigentlich nicht schlecht. Es hat auch ohne diese seinen Reiz, aber fürs Musical musste wohl noch mehr Dramatik rein. ;) Jedenfalls ist Dracula ein echter Klassiker, und ich bin froh, es in der Bibliothek nicht doch wieder aus der Hand gelegt zu haben.
20.8.2009 bei 19:52
Also mir hat der arme Jonathan ja auch immer leid getan. ^^
Ich denke, das Buch muss auch auf die Liste (die nur in meinem Kopf existiert), was ich noch lesen möchte.
22.8.2009 bei 11:15
Ja, mir auch, aber obwohl er das im Buch immer noch tut, fand ich es nicht ganz so schlimm - eben weil Mina ihm nicht wegläuft. :)
Und du solltest es unbedingt lesen! Es ist toll.