* aus The Joy Luck Club von Amy Tan
Heute habe ich The Joy Luck Club von Amy Tan ausgelesen, ein Buch, das die Geschichten von vier Müttern und deren Töchtern erzählt - von in China geborenen Müttern und von in Amerika geborenen Töchtern. Das ist nicht nur ein Konflikt der Generationen, sondern auch der Kulturen, in dem alle acht Frauen versuchen, nicht nur ihre kulturelle, sondern auch ihre persönliche Identität zu finden. Ein interessantes Konzept, das auch im Großen und Ganzen schön umgesetzt wurde.
Leider musste ich mich bei dem Buch mit einer vereinfachten Adaptation zufrieden geben - da wir eigentlich vorhatten, den Joy Luck Club in der Schule zu lesen, wo man am besten das Niveau nicht zu hoch anhebt ;). Ich gehe davon aus, dass meine Kritikpunkte vor allem dadurch ausgelöst wurden, dass es eben eine abgeänderte Fassung ist.
An sich ist es ein tolles Buch, das auch mir absoluter Ignorantin ein Stück weit die chinesische Kultur näher gebracht hat, mit all ihren Redensarten, Sagen und ihrem Aberglauben. Vor allem die chinesischen Mütter haben in diesem Buch so viele schöne Stellen, alles wunderbare Zitate - Aussagen, mit denen sie versuchen, ihren Töchtern das Chinesische in ihnen deutlich zu machen, oder das in ihnen selbst nicht zu verlieren. Ein hübsches Beispiel ist das Zitat, das ich als Titel verwendet habe. Ich finde, alleine dafür hat es sich schon gelohnt, das Buch zu lesen.
Ein bisschen schade war allerdings hin und wieder, dass die Glaubwürdigkeit bei der Charakterentwicklung vernachlässigt wurde. Da das immer ein wenig rausfällt aus dem restlichen Stil, vermute ich, dass es mit der Fassung zusammenhängt, aber es ist wirklich schade, dass zugunsten des Verständnisses die Qualität leiden muss. Es ist einfach zu abrupt und unglaubwürdig, wenn jemand sein Leben lang Minderwertigkeitskomplexe hat, und dann innerhalb von zwei Sekunden merkt, dass er ja doch viel toller ist als alle anderen. Oder dass eine Person ihre Lebensentscheidungen in Bruchteilen von Sekunden trifft, ohne dass dem Leser - direkt oder indirekt - ein Motiv serviert wird. Ich möchte ja gar nicht alles vorgekaut bekommen, aber ich möchte mir das Buch auch nicht selber ausdenken müssen - sonst könnte ich ja eines schreiben, statt es zu lesen.
Was mich auch gestört hat, war, dass die verschiedenen Geschichten, aus denen das Buch besteht, allesamt aus der Ich-Perspektive geschrieben waren, und nur die Untertitel mir jeweils gesagt haben, aus wessen Sicht ich gerade etwas lese. Das hat dafür gesorgt, dass ich mehr als einmal zurückblättern musste, um nachzugucken, wer das jetzt noch mal war, und deshalb sind leider auch nicht wirklich Namen und Ereignisse verknüpft hängen geblieben, sondern höchstens getrennt voneinander.
Wie gesagt hat mir das Buch aber dennoch gut gefallen, vor allem wegen des Einblicks in die mir fast völlig fremde chinesische Kultur. Es war insgesamt in einem guten, leicht poetischen Stil geschrieben, und hat einige Probleme angerissen, die eine halbe Welt zwischen zwei Heimaten verursachen kann - vielleicht hätte man manches noch intensiver beleuchten können, etwas mehr in die Tiefe gehen, aber wegen der Kürzung weiß ich eben nicht, wie viel davon ich der eigentlichen Autorin nun wirklich vorwerfen kann, und belasse es dabei, dass es eine nette Lektüre für zwischendurch ist.
25.8.2009 bei 08:52
franzi, meld dich wieder einmal bei mir :) wann kannst du dir zeit zusammenklauben für ein wenig icq? (ich bin die nächsten fünf tage sicherlich ab sechs erreichbar.)
noch zwei wochen praktikum & ab heute, ab “in einer stunde”: service :) endlich.
28.8.2009 bei 17:52
Das hat leider wenig mit Zeit zu tun und mehr damit, dass ich momentan nicht lange/beständig genug Internet habe, um ins ICQ zu kommen. Aber ab 2. September hab ich DSL. ;)
6.9.2009 bei 15:43
und? wo bleibst du im icq? :)