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21.7.2009 von Franziska Kurtz.
Irgendwie bin ich momentan einfach zu müde, um ausschweifende und intellektuell tiefgreifende Buchkritiken zu schreiben. Mich hat eine Erkältung voll erwischt. Das einzig Schöne dabei ist, dass man keine Ausrede dafür braucht, stundenlang auf dem Sofa zu liegen und zu lesen. Aber jetzt doch noch ein bisschen was zu The Well of Ascension.
Das Buch ist der zweite Teil der Mistborn Trilogy und ich habe es gerade zum zweiten Mal gelesen. Ich mag es nach wie vor sehr gerne, obwohl ich das erste Buch etwas lieber mag - es liegt an den Charakteren, an der Waghalsigkeit des ganzen Geschehens, der ganzen Neuheit des Gesellschaftssystems. Aber auch im zweiten Buch behandelt Sanderson seine Charaktere sehr liebevoll und gibt ihnen sehr glaubhafte Züge. Ich finde es faszinierend, aus wie vielen verschiedenen Perspektiven er seine Geschichte erzählt - nicht nur, dass es das um einiges interessanter macht, nein: jeder einzelne Blickwinkel ist glaubwürdig.
Was mir außerdem gefällt: Fantasy ist ein Genre, aber keins, das auf etwas so bestimmt ausgelegt ist wie manch andere Genres. Es baut nicht allein auf Psychoterror und auch nicht allein auf die große Romanze, nicht allein auf Action- und Kampfszenen (obwohl man bei manchen Büchern durchaus das Gefühl bekommen könnte); es baut auf eine gesunde Mischung aus diesen Sachen, und das macht es meiner Meinung nach schwer, es zu schreiben. (Nicht, dass andere Genres nicht schwer wären - sie haben ihre eigenen und anderen Schwierigkeiten.) Sanderson macht das meiner Meinung nach aber auf eine sehr schöne Art, und es macht Spaß, das zu lesen. Vor allem, da er viele kleine Nebenhandlungen einbaut, die allerdings nicht verwirrend sind, sondern fesselnd - man vergisst sie hin und wieder beinahe, bis wieder etwas auftaucht, ein Hinweis vielleicht, das damit zu tun hat, oder man schimpft sich am Ende dafür, dass einem nicht früher aufgefallen ist, dass die beiden Handlungen ja verknüpft sind.
Es sind auch diese ganz, ganz kleinen Dinge, die das Buch spannend machen. Ich habe es vor ungefähr einem Jahr zuletzt gelesen und behaupte gerne von mir, kein schlechtes Gedächtnis zu haben. Die kleineren Zusammenhänge hatte ich allerdings wieder vergessen, und Sanderson baut seinen Plot so auf, dass es mich wahnsinnig aufregt und festhält, gerade diese Sachen vergessen zu haben, selbst wenn ich den allgemeinen Ausgang der Geschichte schon kenne. Es ist eigentlich das, was mir meine Gesangslehrerin beim Einsingen beigebracht hat: dass ich allen Tönen die gleiche Aufmerksamkeit schenken soll, damit es wird, nicht zwischendurch oder am Ende mal einen fallen lassen. Und genau das macht Sanderson mit seinen vielen Handlungen, und das macht es schön. :)
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