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Archive für 5.7.2009

“I think I’m going to kiss you.”

Ich bekomme von sehr vielen Leuten, die schreiben, sehr, sehr oft gesagt, was ich noch alles lesen muss. Fantasy ist eigentlich nie dabei - die Hoffnung, irgendwann Fantasy-Gegner davon zu überzeugen, dass auch das ein ganz normales, lesbares, gutes Genre ist, gebe ich aber nicht auf. :) Die Schwerpunkte liegen hin und wieder auf anderen Dingen, aber Mistborn - The Final Empire könnte rein theoretisch auch einfach eine Art historischer Roman sein, eine Romanze, eine Geschichte über Freundschaft.

Mistborn by Brandon Sanderson

Was es zu Fantasy sie macht, ist nicht die Welt, in der die Charaktere sich bewegen. Diese Welt ist das 1000-jährige Reich eines scheinbar unsterblichen Mannes, der einmal die Menschheit vor der Deepness, der Tiefe, errettet haben soll. Was dieses obskure Ding eigentlich ist, erfährt man im ersten Buch noch nicht - es ist auch erst einmal unwichtig. In diesem Reich, das schon so lange besteht, leben Adlige, die die Gesellschaft und die Finanzen im Griff haben, und Skaa, einfache Arbeiter, Bettler, die seit hunderten von Jahren unterdrückt werden. Eine Gruppe von Skaa (oder auch Halb-Skaa, die adliges Blut haben) setzt sich schließlich zum Ziel, den Lord Ruler zu stürzen und eine Gesellschaft zu errichten, in der alle gleichberechtigt sind.

Was das Ganze jetzt zu Fantasy macht, ist eigentlich nur das magische System, das Brandon Sanderson benutzt. Es ist nicht einmal wirklich Magie, sondern auf bestimmte Art und Weise Physik: Allomantik. Metalle werden geschluckt und schließlich verbrannt - dabei kann man mit Zinn seine fünf Sinne verbessern, mit Hartzinn Dinge wie Kraft und Gleichgewicht usw. Das eigentlich Faszinierende an dem Buch/der Trilogie ist aber für mich, dass es diese altbekannte Fantasy-Story “Gut bekämpft Böse, Gut gewinnt, Happy End” umwirft und sich fragt: was passiert eigentlich, nachdem die Guten gewonnen haben? Wie funktioniert das und funktioniert das überhaupt, eine neue Gesellschaft aufzubauen? Welchen Problemen begegnet man? Ich finde das toll und nebenher kommt eben alles vor, was in anderen Büchern auch vorkommt - zwischenmenschliche Beziehungen, Misstrauen, Vertrauen, Freundschaft, auch Tod. Sanderson schafft es wunderbar, seine Charaktere glaubwürdig zu machen, und während er mich wirklich einige Male zum Lachen gebracht hat, hat er auch das mit dem Weinen hinbekommen. Und Bücher, die mich zum Weinen bringen, sind in meinen Augen einfach gute Bücher. :)

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