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Archive für 12.6.2009

The Demon’s Lexicon oder Die Geburt eines Fandoms

Ich gebe zu, ich war in den letzten Tagen ziemlich schweigsam. Meine Ausrede dafür: ich war bei der Geburt eines neuen Baby Fandoms dabei! So was habe ich noch nie erlebt, aber es macht riesigen Spaß.

The Demon's Lexicon by Sarah Rees Brennan

Ein bisschen Vorgeschichte: Sarah Rees Brennan, deren Debüt-Fantasyroman am 2. Juni bei Simon & Schuster unter dem Titel The Demon’s Lexicon erschienen ist, ist nicht nur eine Autorin, sie ist ein Phänomen. Zumindest auf livejournal, wo sie seit gut sieben Jahren über ihr Leben, ihr Schreiben und Bücher bloggt. Als Autorin von einer guten Stückzahl Harry-Potter-FFs hatte Sarah eine enorme Fangemeinde, bevor sie überhaupt veröffentlicht wurde. Ihr Buch wurde ins Japanische, Finnische und Deutsche (Der Zirkel des Dämons) übersetzt, schon vor der Veröffentlichung gab es die Fancommunity marmalade_fish. Die Erwartungen an die junge Dame waren natürlich recht hoch. :)

Mich persönlich hat sie nicht enttäuscht. Als ich das Buch endlich in Händen hielt, habe ich Middlesex in einem Rutsch ausgelesen, um es endlich lesen zu können. Und ich habe The Demon’s Lexicon nicht nur einmal, sondern gleich zweimal hintereinander gelesen.

Nick und sein Bruder Alan sind seit Jahren auf der Flucht vor Magiern. Im Besitz ihrer Mutter, selbst eine Magierin und einst die Geliebte des Anführers eines der mächtigsten Zirkel, befindet sich ein Talisman, den der Zirkel unbedingt zurückhaben möchte. Als auch noch Jamie und Mae auftauchen, die Hilfe suchen, weil Jamie das Mal eines Dämons trägt, ist Nick nicht gerade begeistert - immerhin hat er selbst genug Probleme. Doch auch Alan wird gezeichnet und während Nick Jamie seine Hilfe erst verweigern will, werden sie schließlich in eine Sache hineingezogen, die viel größer ist, als sie dachten. Und am Ende kommt viel Wahrheit ans Licht, von der man sich wünscht, sie nie gesehen zu haben.

Fantasy ist toll. Leider glauben einem das wenige Leute, aber es ist ein Fakt - Fantasy ist nicht nur Zauberstabgefuchtel und Dämonen und fremde Welten. Wie The Demon’s Lexicon kann Fantasy in einer ganz normalen, alltäglichen Umgebung spielen. Sarah Rees Brennan erzählt nicht nur von Magiern und Beschwörungen; ihre Charaktere haben auch ganz andere Probleme. Wer bin ich? Wieso bin ich so, wie ich bin, was ist meine Beziehung zu anderen? Eben genau das, was jedes gute Buch ausmacht: Persönlichkeiten, Fragen und schlussendlich - Antworten. Nachdem ich schon von anderen gehört hatte, wie unerwartet das Ende sei, habe ich nur immer gedacht: “So unerwartet kann es doch gar nicht sein.” Es spricht für Sarah, dass es tatsächlich so unerwartet war. Ein weiterer Pluspunkt ist eindeutig die Figur, aus deren Sicht das erste Buch erzählt wird: Nick. Das größte Problem, dass sie beim Schreiben hatte, ist Sarah zufolge, eine Figur zu schreiben, die nicht liest. Dabei gibt es Dinge an Nick, die viel beunruhigender sein sollten. Dass er keine Empathie fühlt, zum Beispiel. Und obwohl er das nicht tut, entwickelt der Leser eine Empathie ihm gegenüber und auch gegenüber den restlichen Charakteren.

Genau deshalb fiel es mir so schwer, das Buch loszulassen, und genau deshalb habe ich es gleich noch mal gelesen. Ich kann dieses geniale Stück Fantasy wirklich jedem empfehlen. Neben toller Charakterisierung kann Sarah nämlich noch etwas: witzig sein. Ihre Dialoge sind einsame Spitze und man sollte, wenn man die Gelegenheit hat, das Buch in jedem Fall auf Englisch lesen. Aber eigentlich ist die Essenz dieser Rezension nur: LESEN.

(Und: danke, neues Baby Fandom, dass es dich gibt, mit all den tollen Menschen, die dich ausmachen!)

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