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31.5.2009 von Franziska Kurtz.
Obwohl ich glaube, es sieht in letzter Zeit so aus, als würde ich nur noch lesen. Mein Problem ist, dass ich ganz viel auf der Festplatte liegen habe, das in der Überarbeitungsphase ist - nur ich weiß nicht genau, wo ich ansetzen soll. Aber es gibt zum Glück noch nette Menschen, die sich die Mühe für Textkritik machen (danke, Nadja!), und außerdem gibt es auch Textstellen, in die ich mich selbst verliebt habe. Die hin und wieder zu lesen macht Spaß und wieder ein bisschen mehr Lust auf die Arbeit, die einem guten Text vorangeht. Und als Beweis, dass das Schreiben nicht tot ist, schenk ich euch eine.
“Ich glaub, ich sterbe, sage ich und Mira sagt, mach mal Mittag, Tillchen. Ich mag es nicht, wenn sie mich so nennt, denn das hat sie von meinen Eltern. Aber heute habe ich keine Lust zurückzuschlagen, obwohl sie auch etwas von ihren Eltern hat. Niemand nennt doch sein Kind Mirabelle, hat sie am Anfang gesagt, nenn mich Mira. Ich dachte nur, dass wohl doch jemand sein Kind Mirabelle nennt, und seitdem frage ich mich, ob Mira an einem Baum gewachsen ist, und stelle mir vor, wie eine schwielige Hand - so eine Hand wie Winzer mit Strohhüten sie haben - sie gepflückt und liebevoll in einen Korb gelegt hat. Und grade frage ich mich, weil ich Hunger habe, wie Mira wohl schmeckt, und wenn ich ihr in die Wange beißen würde, nicht fest, nur so, dass die Haut ein wenig aufbricht, ob das Fleisch darunter ganz weich und hellorange wäre.”
(Aus “Pflücken”, April 2009)
Geschrieben in 2009, Kurzgeschichte, Eigenes, Prosa | 2 Kommentare »
28.5.2009 von Franziska Kurtz.
“I was born twice: first, as a baby girl, on a remarkably smogless Detroit day of January 1960; and then again, as a teenage boy, in an emergency room near Petoskey, Michigan, in August of 1974.”

Das ist der erste Satz von Jeffrey Eugenides’ Roman Middles*x. Und weil er so schlichtweg genial ist, war ich so frei, ihn auch zu meinem ersten Satz zu machen. Ehrlich: wenn ein Buch schon so anfängt, was kann dann noch schief gehen?
Dieses Buch war eine Reise. Ich habe auch nicht gerade kurz gebraucht, um es auszulesen, was nicht alleine an den mehr als 500 Seiten liegt. Middles*x ist gefüllt mit kleinen Details, einer großen Geschichte - vom Griechenland der 1920er Jahre in die USA der 50er, 60er… bis ins Berlin der heutigen Zeit, von wo aus der Protagonist, Cal Stephanides, nicht nur von seinem Leben erzählt, sondern auch von dem seiner Eltern und Großeltern. Als allwissender Erzähler hat er Einblick in jede Persönlichkeit, geht er allen Gedankengängen nach und macht sie so dem Leser verständlich. Alles, was die Charaktere tun, war in meinen Augen absolut nachvollziehbar. Ihr Schmerz war mein Schmerz, ihre Freude meine Freude, ihre Abscheu, ihr Hass, ihre Unsicherheit - all das war auch meins und wenn das bei einem Buch so ist, dann hat der Autor es geschafft. :)
Und während der Sunday Telegraph den Roman einen “Triumph” nennt, bemängelt Ulrich Greiner in seiner Rezension in der ZEIT, ein Ziel oder eine logische Begrenzung der Geschichte seien nicht zu erkennen. Ich persönliche klappe ein Buch auf, weil ich eine Geschichte erzählt bekommen möchte, am liebsten eine, von der man merkt, dass der Autor sie liebt, wie das bei Middles*x der Fall ist. Ja, die ganze Handlung hat eine Zwangsläufigkeit - aber keinesfalls eine Vorhersehbarkeit, nicht im negativen Sinne. Oftmals konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, manchmal habe ich gedacht “noch ein Kapitel” und dann wurden es doch zwei. Faszinierende Sprache, komische Szenen (”‘Whoever named it morning sickness was a man,’ Lina declared. ‘He was just home in the morning to notice.’” Um nur eines von vielen Beispielen zu nennen.) und ein immenses Detailwissen des Autors haben mich so an sein Buch gefesselt.
Ich kann nur immer wieder begeistert rufen: lest dieses Buch! Wer kann, auf Englisch, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass all der Zauber ins Deutsche gerettet werden konnte. Ich werde mir auf jeden Fall Eugenides’ Virgin Suicides kaufen, ebenso seine Erzählungen Air Mail. Und egal, was der Mann noch schreibt, er kann sich sicher sein, dass immer wenigstens ein Exemplar weggehen wird.
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25.5.2009 von Franziska Kurtz.
Da am Freitag die Presse bei der Aufführung von meerrauschenhören anwesend war, hatte ich immer im Hinterkopf, dass ich deren Reaktion unbedingt googlen muss. Und Glück gehabt: sie ist tatsächlich auch online zu lesen.
Vor ausverkauften Reihen erntete die Eigenproduktion der Jugendfestspiele in der Burgruine Landskron begeisterten Beifall. Mit “meerrauschenhören” der erst 19-jährigen Theaterautorin Laura Naumann brachte der “Gaffa”-Theaterjugendclub Oppenheim ein Stück zur Uraufführung, das der Jugend unverstellt “aufs Maul schaut” und deren Leben hier und heute in seinem Zwiespalt, der Ratlosigkeit, aber auch dem Spaß und der Komik zitiert.
Der Artikel ist nicht nur mit Bild, sondern Beate Nietzel war anscheinend auch nicht so kalt wie mir und sie geht ein bisschen mehr ins Detail. Und damit: Glückwunsch, Laura, zu einer so positiven Kritik. :)
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25.5.2009 von Franziska Kurtz.
Ich habe meine Anthologie aus Graz bekommen! :) Aufbrechen heißt sie, grün ist sie und wunderschön. Aber ein riesiges Teil ist das schon - mit so viel Buch hatte ich gar nicht gerechnet. 237 Seiten, 32 Autorinnen und Autoren zwischen 9 und 17 Jahren, komprimiert auf eine Größe von irgendwas zwischen DIN-A5 und DIN-A4.
Mit im Briefumschlag lag meine Urkunde - auch die sieht toll aus. Steht zwar nicht viel drauf, außer dass ich “beim europäischen Literaturwettbewerb 2009 einen Anerkennungspreis (Buchveröffentlichung) erreicht” habe, aber: das reicht ja auch. Ich freu mich. :)
(Bild vom Buch gibt’s leider nicht, da das noch nirgends on ist.)
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24.5.2009 von Franziska Kurtz.
Am Freitag war ich in Oppenheim, um mir die Eigenproduktion der 1. JugendFestspiele Oppenheim anzusehen (klick): meerrauschenhören. Geschrieben wurde das Stück von Laura Naumann (tja 2006 & 2008, und damit zweifache Mit-Berlinerin von mir). Das allein war für mich schon ein Grund, mir die Sache anzusehen, da ich Lauras Stil sehr gern mag.
Ich muss allerdings sagen: ich fand es solala. Ich weiß nicht genau, woran es lag. Das Stück an sich, die Idee dahinter, das geschriebene Wort - gefällt mir alles. Die Schauspieler des TheaterJugendClubs GAFFA haben ihre Rollen zum Großteil auch sehr schön umgesetzt, einer hat sogar eine nette Improvisation gebracht. (Drei Wochen vor Aufführung hatte der sich nämlich den Kiefer gebrochen - da ist er also “aus dem Fenster gesprungen, direkt in die Massen! Ich hab mir dabei sogar den Kiefer gebrochen!”) Trotzdem fand ich es stellenweise etwas - flau, zu langatmig. Aber erst mal: worum geht es überhaupt?
Grob gesagt: um Jugendliche. Diese Jugendlichen treffen sich für “ihre Sache”, auch wenn keiner so recht weiß, was das ist. Aber es geht um Freiheit, um das Meerrauschen, um das Meerrauschenhören. Und während sie sich also für ihre Sache treffen, sich fragen, wer das alles organisiert hat - oder auch nicht -, saufen, Gras rauchen, lernt sie der Zuschauer ein Stück weit kennen, erfährt etwas über ihre Probleme. Es ist auf gewisse Weise sehr charmant, diese Probleme in Lauras Worten erzählt zu bekommen, die immer so einen frech angehauchten Ton haben und deshalb nicht einfach langweiliger jugendlicher Herzschmerz sind.
Schade war aber eben (neben der Tatsache, dass mir saukalt war), dass es sich teilweise etwas gezogen hat. Es ist ja auch nicht viel Handlung da, das stimmt, es ist mehr Reflektion. Dennoch, wenn die Schauspieler zum fünften Mal im Stück “einfrieren”, den Blick heben und sagen “Ich - kann - das Meer - rauschen hören!”, dann ist man schon versucht zu denken: und wann seid ihr fertig? Dass ich kaum etwas gesehen habe (viele, viele Menschen vor mir, insbesondere ein ziemlich großer ziemlich direkt vor mir), hat es mir natürlich auch nicht leichter gemacht, das Stück zu genießen. Das wurde leider durch die Schauspieler auch nicht ganz gerettet - die haben zwar, wie gesagt, schöne Interpretationen ihrer Rollen geliefert, aber diese “Handlungslücken” konnten sie dennoch nicht ganz ohne verbleibende Löcher füllen.
Dennoch habe ich mich sehr gefreut, dass ich mir das Stück angeschaut habe, und obwohl ich schon Besseres gesehen habe, war das bei Weitem keine schlechte Produktion. So soll es auch nicht klingen. Es war eine tolle Idee, sich ausgerechnet dieses Stück auszusuchen, man hätte noch ein Tüpfelchen mehr rausholen können - aber es war ein guter Abend, ja. :)
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24.5.2009 von Franziska Kurtz.
So. Nachdem ich mich mit dem alten Layout so rumgeärgert habe (die Kategorien haben sich nach oben aus dem für sie vorgesehenen Kasten rausgeschoben), habe ich wohl oder übel ein anderes genommen. Ich glaube, das gefällt mir ganz gut - es muss jetzt mal als Notlösung herhalten, und wenn ich mich dann verliebt habe, darf es nicht mehr gehen.
Ich hoffe jedenfalls, dass es damit nun erst mal keine Probleme mehr geben wird. Eigentlich hat sich nichts geändert, nur die Unterkategorien sind jetzt da oben zu finden (man folge bitte meinem Finger) und nicht mehr da links.
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17.5.2009 von Franziska Kurtz.
Entweder ich war vorher immer blind oder die Unterkategorie Pressestimmen auf der Seite des tja ist neu. Ich plädiere auf letzteres. Jedenfalls kann man dort einen Auszug aus einer Rezension zu unserer Anthologie während du wegsiehst lesen. :)
“Seit 1986 veranstalten die Berliner Festspiele einen Schreibwettbewerb für junge AutorInnen. Die besten BewerberInnen werden zum „Treffen junger Autoren“ eingeladen. In einer Anthologie sind jetzt die Texte der 21 PreisträgerInnen von 2008 erschienen. Vertreten sind in dem Band ganz unterschiedliche Textsorten. Darunter sind Gedichte genauso wie fiktive Tagebucheintragungen, Theaterszenen ebenso wie Kurzgeschichten. So unterschiedlich wie die Genres ist auch das Alter der AutorInnen: am Wettbewerb teilnehmen konnten Menschen zwischen 10 und 21 Jahren. Das scheint gewagt: Können so junge Leute überhaupt schon anspruchsvolle Texte verfassen?
Ja, sie können. (…) die Auswahl [ist] insgesamt ein großer Gewinn. Viele der jungen AutorInnen beschäftigen sich mit den schwierigen Aspekten des Erwachsenwerdens – jenseits von Starkult und Liebeskummer-Poesie. (…) Erstaunlich ist außerdem, wie viele Texte über den Horizont „typisch pubertärer“ Probleme hinausgehen. Einsamkeit im Alter, Eheprobleme, überlastete Mütter – die AutorInnen scheuen sich nicht davor, fremde Perspektiven einzunehmen.
(…) Von einigen dieser jungen SchriftstellerInnen werden wir sicherlich noch hören.”
Claire Horsts Rezension kann man in Gänze auf aviva-berlin.de lesen.
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3.5.2009 von Franziska Kurtz.

“Fühlst du dich nicht wohl, Großvater?”, fragte ich.
“Es geht mir gut, aber ich habe einen Stachel hier drin”, antwortete er und deutete auf sein Herz.
Der kleine Tonino versteht nicht, was der Großvater damit meint oder wie der Stachel überhaupt in dessen Herz gekommen ist. Er fragt sich, ob der Großvater wohl etwas Stachliges gegessen hat und der Stachel bis zu seinem Herzen gewandert ist.
Den Stachel im Herzen hat der Großvater aber, weil sie ihm sein Land wegnehmen wollen, um die Straße zu verbreitern. Sein Land, das ist der Gemüsegarten mit dem Misthaufen in der einen Ecke und dem Kirschbaum Felice in der anderen - der zusammen mit Toninos Mutter großgeworden ist. In diesem Baum klettert Tonino todesmutig herum, wie auch seine Mutter als Kind schon darin herumgeklettert ist - nur dass der Baum da noch viel kleiner war - und der Kirschbaum wird zu einem echten Freund.
Die Geschichte beginnt, als Tonino kurz vorm Schulanfang steht. Als seine Großmutter Teodolinda stirbt, sagt ihm der Großvater Ottaviano, der von nun an alleine auf dem Land lebt, sie habe sich in eine Gans verwandelt, genau so eine wie die Gans Alfonsina, die sie so gern mochte. Tonino findet das schön, überhaupt mag er den Großvater, und als er einige Wochen bei ihm auf dem Land verbringen darf, damit er nicht so einsam ist, ist Tonino überglücklich. Jeden Morgen gibt es Zabaione mit einem Schuss Rotwein, was Toninos Mutter ganz entsetzt aufnimmt. Tonino weiß aber zu kontern.
“Großvater hat mir erzählt, du hättest als kleines Kind auch immer Wein bekommen, damit du wächst. Ansonsten wärest du der Korkstöpsel geblieben, der du bei deiner Geburt warst.”
“Ich - ein Korkstöpsel!”, schrie Mama beleidigt. […]
In diesem wunderschönen Stil ist das ganze Buch geschrieben. Es hat einen tollen naiv-kindlichen Ton, da es aus der Sicht des kleinen Tonino erzählt wird, der mitansieht, wie es seinem Großvater immer schlechter geht, und der schließlich auch, nicht lange nach dem Tod seiner Lieblingsoma, stirbt. Loben muss man eindeutig auch die Übersetzerin, Rosemarie Griebel-Kruip, durch deren Übersetzung die Geschichte auch im Deutschen einen sehr schönen Klang hat.
Dieses Buch habe ich meiner kleinen Schwester geschenkt, nachdem unser Großvater (zu allem Unglück an ihrem Geburtstag) gestorben war. Und da sie mir erzählt hat, wie gut ihr die Geschichte gefällt und Kinder bekanntlich die kritischsten Leser sind, sollte das wohl auch noch Erwähnung hier finden. Ein zartes Buch mit Sterben, aber nicht ausschließlich über das Sterben, und ganz sicher auch nicht nur für Kinder. Man verpasst ganz viel, wenn man keine Kinderbücher liest. :)
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2.5.2009 von Franziska Kurtz.
Nachdem wir am Montag (eine ziemlich entsetzliche) Generalprobe hatten und schon um die Aufführungen gebangt haben, hat Sophokles’ Antigone doch am Dienstag und Mittwoch wahnsinnig viel Spaß auf der Bühne gemacht. Der ein oder andere Patzer wurde noch elegant gerettet und insgesamt waren es drei wunderschöne Tage.
Mit dem Stück sind wir in Vertretung unserer Schule auch am 15.06. im Rahmen der Schultheaterwoche in Heidelberg im zwinger zu sehen; wenn sich jemand dafür interessiert: einfach fragen, dann gibt es Näheres.

Inzwischen habe ich auch - trotz Theaterstress - den Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier fertig gelesen. Als Klappentext findet man unter der Zusammenfassung auch Auszüge aus zwei Buchrezensionen:
“[…] Geradezu atemlos liest man dieses Buch, kann es kaum aus der Hand legen.” (Die Welt)
“Ein Bewusstseinskrimi mit Tiefgang und ohne Gewähr. Ein beeindruckendes Buch.” (Die Zeit)
Während ich mit der zweiten Aussage vollkommen übereinstimme, muss ich zu der ersten leider sagen: es hat sich wahnsinnig gezogen. Nein, es war nicht schlecht, aber das Einlesen war schwerfällig und langwierig und hätte ich nicht so die Zähne zusammengebissen und mein ganzes Durchhaltevermögen hervorgekramt - ich hätte es vorzeitig abgebrochen.
Mir war schon anfangs klar, dass diese Geschichte sich zu einer guten entwickeln würde, allerdings macht es einem die Tatsache, dass man den Protagonisten, Gregorius, zu Anfang kaum kennt, sehr schwer. Die Nachvollziehbarkeit seiner Handlungen ist strittig, was man ja noch verzeihen könnte, da das für ihn selbst nicht anders ist, aber ich war bei seinem großen, lebensverändernden Entschluss, nach Lissabon zu gehen, einfach noch nicht mal im Ansatz tief genug in seine Persönlichkeit eingetaucht. Mit der Zeit habe ich ihn sehr liebgewonnen und seine Geschichte mit mildem Interesse verfolgt. Damit kam auch die Atemlosigkeit, so ab der Hälfte, bzw. dem dritten Drittel. Während ich da also endlich hineingefunden hatte in das Buch, kam das Ende schon fast zu schnell. Und noch ein Schlechtes hatte für mich das Ende: es war zu offen. An sich habe ich nichts gegen offene Enden, aber ich habe ein bisschen das Gefühl, der Autor wäre es mir schuldig, das Ganze geschlossener zu gestalten, vor allem wenn ich seiner Figur mit so viel Ausdauer über fünfhundert Seiten gefolgt bin. Was mich auch störte: der radikale Entschluss (Achtung, Spoiler - auch wenn das wohl eher irrelevant ist), nun doch nicht zurück nach Lissabon zu gehen, sobald Gregorius in Bern wieder “fertig” ist, sondern nach Salamanca. Wo er nur diese eine Frau kennt, seit einem einzigen Tag, und in Lissabon so viel mehr gefunden hat, wo ihn die erste Verrücktheit seines Lebens hingetrieben hat. Ich fand es schade.
Dennoch - kein schlechtes Buch. Aber trotz vieler schöner Momente und Tiefgang wird es wohl nie zu einem meiner Lieblingsbücher zählen. Trotzdem bin ich froh, bis zum Ende durchgehalten zu haben. :)
Oh, und hab ich schon erwähnt, dass man unsere Anthologie inzwischen auch auf der Seite des tja bewundern kann?
Geschrieben in Theater-AG, Anthologie, Bücher, Fremdwerk, Rezension | Keine Kommentare »