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31.3.2009 von Franziska Kurtz.
Workshop in Oppenheim, das heißt: viele alte Lieblingsmenschen wiedersehen und viele neue Lieblingsmenschen kennenlernen. Und es heißt vor allem bis zu einem gewissen Grad: sich selbst verstehen. Textkritik ist toll, Textkritik von ganz vielen Leuten, die nicht nur das Wissen, sondern auch das Gefühl haben, ist am tollsten.
Nun, was haben wir gemacht? Mal abgesehen von Lesen, Schreiben und vielen wahnsinnig schlechten Wortwitzen, haben wir erschreckende Statistiken über Mobbingopfer unter Autoren aufgestellt, um ein Uhr in der Nacht mit zum Teil schon etwas angeheiterten Sangria-Trinkern Werwolf gespielt (wer das nicht kennt - man erklärt es am besten live; aber es ist lustig), in fremden Betten gesessen und angeblich mit der Handykamera aufgenommene Kurzfilme geguckt, die erstaunlich gute Qualität hatten, und leider nicht auf der Grundschultreppe gegessen.
Das klingt jetzt wieder so, als wären wir dauerhaft auf Drogen gewesen und hätten nichts Konstruktives gemacht. Dem ist aber selbstverständlich nicht so. Ich habe beschlossen, So was fragt man nicht mehr Luft zu geben (für den langen Atem) und bin gespannt, was dabei rauskommt, ich habe eine Figur in einer neuen Geschichte Mirabelle genannt und außerdem gemerkt, dass ich zu wenig tue. Weil: man lernt ja auch wahnsinnig viel aus der Textkritik, die andere anderen geben.
Unseren verpflichtenden Abstecher zum REWE haben wir natürlich auch gemacht. Zwischendurch haben wir aber die Köpfe und die Kaffeetassen qualmen lassen, zu wenig geschlafen und sehr viel gelacht. Ich vermisse das Rumänisch in Theas Stimme, das Polnisch in Davids und das Russisch in Yulias. Ich glaube, nirgends lernt man so viele schöne Akzente kennen wie da, wo schreibende Leute zusammenkommen. Es sind ja nicht nur die Akzente, die man hört, sondern die, die ein Mensch selbst setzt. Und die zusammenzufalten und in den Koffer zu packen, um sie zuhause wieder herauszuholen und glattzustreichen, ist sehr schön, vor allem wenn sie dem eigenen Schreiben dann Klang geben. So harret also der Dinge, die da kommen werden - denn ich habe vor, zu arbeiten.
Während ich nicht geschlafen habe, habe ich übrigens Knife von R. J. Anderson angefangen und bin schon fast durch. Ein schönes Buch, finde ich, und deshalb geh ich jetzt auch gleich lesen. Aber vorher: Danke, Peter, danke, danke für Oppenheim. :)
Geschrieben in Bericht, Inspiration, Schreibwerkstatt | 2 Kommentare »
27.3.2009 von Franziska Kurtz.
Endlich durch. Es hat ewig gedauert, bis ich die Trilogie auf Englisch durch hatte - was nicht daran liegt, dass ich langsam lese oder dergleichen. Ich hatte nur immer dann, wenn ich am liebsten lese, nie Zeit dazu (soll heißen: entweder abends vorm Schlafen oder morgens gleich nach dem Aufstehen).
Aber jetzt, wo ich fertig bin, wäre es mir am liebsten, es wäre längst noch nicht vorbei. Trudi Canavan ist so eine Autorin, die Figuren schreibt, die ich nie wieder loslassen möchte. Und die ich unbändig liebe. Und es kann sehr gut sein, dass jetzt ein paar Spoiler kommen, aber ihr seid gewarnt.
Was mich am ersten Buch ein wenig stört, ist das langwierige Versteckspiel, während dem Sonea vor den Magiern wegläuft. Das ist ein bisschen à la Everlasting Camping Trip in Deathly Hallows. Canavan löst das aber geschickt, indem sie die Geschichte (ganz im Gegensatz zu Rowling) nicht nur aus einem, sondern aus mehreren Blickwinkeln erzählt. Dabei finde ich es faszinierend, wie jeder davon so glaubwürdig scheint.
Das zweite Buch ist irgendwie das, das bei mir am wenigsten hängen bleibt. Das war schon so, als ich die Trilogie auf Deutsch gelesen habe. Aber es ist eben ein wichtiges Buch, weil es auf die finalen Geschehnisse im dritten hinarbeitet. Der Hauptfokus liegt auf den Konflikten zwischen den Novizen und Sonea, während im Hintergrund die ganze Geschichte mit dem Hohen Lord, der schwarzen Magie und der davon ausgehenden Bedrohung vor sich hin brodelt.
Im dritten Buch verschiebt sich das dann - Letzteres rückt in den Vordergrund, die Dinge, die vorher wichtig schienen, geraten in den Hintergrund. Das dritte Buch ist, ganz ehrlich, mein absoluter Liebling in der Trilogie. Man kennt die Charaktere schon, kann sich mit den Geschehnissen identifizieren; was besonders toll ist, ist, dass Canavan hier nicht alle Fantasy-Klischees zum Einsatz bringt, die ihr noch einfallen könnten, wie das manchmal so der Fall ist. Und ganz wichtig: sie zögert nicht, ihre Figuren auch umzubringen. Das ist eine Sache, für die ich viele Autoren verfluchen könnte, obwohl ich sie gleichzeitig dafür liebe. Es ist völlig surreal, dass in einem Krieg alle einfach nur Glück haben und wie durch ein Wunder überleben, vor allem, wenn sie kräftemäßig absolut unterlegen sind. Ich hab wieder weinen müssen - ich mag Bücher, bei denen ich weinen muss. :)
Wofür ich Canavan auch sehr dankbar bin, ist das Aufräumen mit dem “Keine Homosexuellen”-Klischee. Es ist nur ein Nebenstrang, der die Geschichte von Dannyl und Tayend erzählt, aber meiner Meinung nach ein sehr guter. Das sorgt auch dafür, dass Kampf/Action und ruhigerem Plot/Romanze eine schöne Ausgewogenheit besteht.
Ich würde sagen, die Black Magician Trilogy sollte jeder Fantasy-Fan gelesen haben. Als nächstes lese ich wohl Knife von R. J. Anderson - oder, wenn es vor meiner Abfahrt nach Oppenheim (Schreibworkshop!) noch ankommt, Nachtzug nach Lissabon.
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26.3.2009 von Franziska Kurtz.
Die Allgemeine Zeitung Ingelheim hat einen Bericht über unsere Lesung geschrieben. Bitte einmal klicken:
Tut mir Leid, ist ein bisschen klein geraten; man sollte es aber lesen können. Wenn nicht, dann bitte kommentieren und/oder eine E-mail schreiben, dann schicke ich’s euch gerne im pdf-Format zu. Danke noch mal an Sebastian fürs Scannen!
Bearbeitet: Ein netter Mensch alias Melly hat mich darauf hingewiesen, dass es den Artikel auch online gibt. Also, wer sich nicht mit dem eingescannten quälen möchte: Link. Danke!
Geschrieben in Zeitungsartikel, Jungblut, Lesung | 3 Kommentare »
19.3.2009 von Franziska Kurtz.
Ich weiß nicht, welchen Satz ich gestern öfter gehört habe, aber es war entweder “Franzi, du warst schon wieder zu früh!” oder “Hat er jetzt wirklich Mösser gesagt?”. Ich glaube, es war eher letzterer - danke, Stefan. :D
Nachdem ich meinen ersten Zug gestern beinah verpasst hätte - trotz vieler “Ich muss jetzt wirklich los, Papa”s - saß ich am Ende dann im falschen Zug nach Mainz und habe meinen Anschlusszug nach Ingelheim verpasst. Die fahren aber zum Glück in relativ regelmäßigen Abständen und so bin ich um viertel vor fünf, also eine Dreiviertelstunde vor Einlass und somit noch rechtzeitig, angekommen. Christine hat dann erst noch mal ihre drei Lieder durchgesungen; sie hat eine wahnsinnig tolle Stimme.
Kurz vor Einlass haben wir dann Das Mösser geprobt. Ich war mit meinen Einsätzen konsequent zu früh dran; schlussendlich hat das dann aber doch noch geklappt. Einen kleinen Schreck hab ich aber schon noch gekriegt, als ich einen Blick auf unseren Dramaturgie-Zettel geworfen und gesehen habe, dass ich als erste lese, vor allem da wir keine Zeit mehr hatten, noch ein bisschen anzulesen.
Als erste lesen ist aber gar nicht so schlimm, hab ich festgestellt: man hat gar nicht die Zeit, nervös zu werden. Gelesen habe ich gestern erst la mer und später auch noch, zum zweiten Mal, W. lächelt (in ganz anderem Rahmen als beim tja - obwohl die Bäumchen auf der Bühne sehr tja-ig wirkten!). An sich war der Ablauf reibunglos, obwohl wir den ein oder anderen lustigen Moment hatten, wenn bei der Anmoderation irgendwas leicht schief gegangen ist. Wir hatten entschieden, uns wieder gegenseitig anzumoderieren, und wie mir mein Grünstädter Publikum im Nachhinein mitgeteilt hat, fand das wohl nicht nur ich schön.
An der Stelle danke an Thea für die Dramaturgie; das hat alles sehr gut gepasst. Christines Gesang und Martins Spiel als Intermezzi wirkten auch nicht wie nicht gleichberechtigte Einschübe, sondern haben sich super eingefügt und für eine wirklich gute Atmosphäre gesorgt.
Zum Schluss haben wir dann unsere Anthologien zum Verkauf ausgepackt und eine Käuferin wollte unbedingt unsere Unterschriften drin haben. Woraufhin das in etwas sehr Autogrammstunden-Ähnliches ausartete, wobei wir festgestellt haben, dass zwei Kulis für fünf Leute zu wenig sind. Das war sehr skurril auf der einen Seite - Bücher signieren! - andererseits ein tolles Gefühl.
Insgesamt hat es wieder unglaublich viel Spaß gemacht. Wenn wir das wiederholen (was wir, glaube ich, alle fest vorhaben), planen wir wahrscheinlich eine kleine Gesprächsrunde mit uns Lesenden am Ende ein.
Jedenfalls: ein toller Abend. Und vor allem: ein ganz, ganz großes Danke an Sebastian für die Mühe!
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16.3.2009 von Franziska Kurtz.
Leon Czolgosz - das ist eine der Figuren des Musicals Assassins, der Attentäter, der am 6. September 1901 den amerikanischen Präsidenten McKinley erschossen hat. Mein erster Gedanke, als ich im Booklet von ihm gelesen habe, war: schöner Name. (Ja, ich habe eine Schwäche für polnische Namen.) Und weil ich von Natur aus eine bestimmte Wissbegierde habe, habe ich angefangen, ein bisschen über Czolgosz zu recherchieren. Was dabei herauskam, waren einige interessante Infos und vor allem die Erkenntnis: ich mag diesen Menschen. Es ist etwas, das über einen Anflug von Interesse hinausgeht, und jetzt bin ich an ihm irgendwie hängen geblieben. Das Attentat an sich will ich damit auf keinen Fall schönreden, aber dieser Czolgosz war offensichtlich jemand mit starken moralischen Grundsätzen, der es als seine “Pflicht” (“I done my duty”) ansah, den Präsidenten, den er als “enemy of the good working people” bezeichnete, zu töten. Er war Sohn und Bruder, einfacher Arbeiter, Anarchist. Und er ist eine von den Personen, die in mir irgendwo den Wunsch wecken, sie auch anderen näher zu bringen.
Lyrik - das ist eine Sache, die ich unglaublich liebe, aber auch schon unglaublich lange nicht mehr gemacht habe. Aber ich würde gern. Und mein Thema habe ich gefunden. Mein einziges Problem: was ich im Kopf habe, das sind nur Gedankenfetzen, die so eingerissen sind, dass sich daraus nichts formen lässt. Es fällt mir nicht mehr so leicht wie früher, Metaphern zu greifen und kompakt in ein paar Zeilen in Worte zu fassen. In Prosa geht mir das inzwischen leichter von der Hand, weil ich mehr Raum habe, alles auszufalten. Aber für Czolgosz will ich Lyrik, unbedingt.
Das hier ist sozusagen eine Kampfansage an mich selbst - ein klares Lass es nicht schleifen, Franzi. Zur Erinnerung gegen die Faulheit.
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12.3.2009 von Franziska Kurtz.
Amoklauf - wie viel oder wie wenig einen so etwas angeht, das merkt man erst oder vor allem dann, wenn man so nah dran ist. Winnenden, das ist nicht mal zwei Stunden von mir entfernt; und dennoch gibt es momentan kein Anzeichen an meiner Schule, dass eine Gedenkminute für die Opfer abgehalten werden soll. Das finde ich traurig, denn es zeigt meiner Meinung nach nicht mehr als Desinteresse, Respektlosigkeit oder Unwille, sich zu rühren und zu sagen: ja, so was passiert bei uns. Amoklauf ist längst kein amerikanisches Phänomen, selbst wenn fast zeitgleich auch in Alabama mehr als zehn Menschen von einem Amokläufer getötet wurden.
Nichts nützt es den Angehörigen, wenn Fremde um die Opfer weinen - aber ich möchte hiermit trotzdem eine Kerze anzünden. Das passiert bei uns. Und wir sollten gedenken.
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11.3.2009 von Franziska Kurtz.
“Fast keiner kennt sie, die jungen Autoren, Schüler und Studenten, deren Literatur kaum in den Büchereien zu finden ist. Sie sind der literarische Nachwuchs, jung und experimentierfreudig, und setzen sich mit ihren Texten über altgediente Normen hinweg.
Am 18. März laden fünf junge Autoren aus Ingelheim, Mainz und Umgebung zu einer Lesung in die Aula des Sebastian-Münster-Gymnasiums ein. Von 18 bis 20 Uhr präsentieren sie eigene Werke, fernab von Klischees, Verlagsvorgaben oder Mainstream.
Sie ziehen den Zuhörer in eine Reise durch Lyrik und Prosa, Klaviermusik und Gesang. Sie führen ins Dunkle und hinters Licht, spielen mit Worten und Klängen, und lassen Traumreisen mitten in der Realität enden.
Für alle, die noch mehr wollen, gibt es die neue Anthologie, „Die Zukunft beginnt mit Passfotos“ (Edition Schrittmacher), zu kaufen. Einlass 17.30 Uhr. Eintritt frei.”
Wir lesen. Und wir würden uns freuen, wenn ihr zuhört.
Jungblut | 18. März | 18.00 h | Eintritt frei
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5.3.2009 von Franziska Kurtz.
Die Anthologie des Treffens Junger Autoren 2008, Während du wegsiehst, wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse von zwei darin vertretenen Autorinnen vorgestellt werden. Moderiert wird die Präsentation durch Barbara T. Pohle, es lesen Isabella Ayuto und Laura Naumann.
Während du wegsiehst | 12. März | 13.30 - 14.00 h | Forum Halle 3, Stand E405
Auch bei der Langen Leipziger Lesenacht werden Laura und Isabella zu hören sein. Dann wird auch Steffen Juhran dazu stoßen, der ebenfalls 2008 Preisträger des Treffens Junger Autoren war.
Lange Leipziger Lesenacht | 12. März | 19.15 - 20.15 h | Moritzbastei, Oberkeller
Zu den Autoren:
Isabella Ayuto, geboren 1992, schreibt Lyrik und Prosa. Preisträgerin des Treffens Junger Autoren 2008 und ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Stadt Taucha für das “Beste Gedicht”.
Steffen Juhran, geboren 1990, von 2004 bis 2008 Mitglied der Redaktion der Chameleon Jugendliteraturzeitschrift. 2008 war er zum Treffen Junger Autoren eingeladen.
Laura Naumann, geboren 1989, war 2006 und 2008 Preisträgerin des Treffens Junger Autoren und wurde unter anderem von interplay europe für ihr Drama süßer vogel undsoweiter ausgezeichnet.
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5.3.2009 von Franziska Kurtz.
Als ich grade den Briefkasten öffnete und mir ein brauner Umschlag entgegen fiel, der an mich adressiert war, war ich erst mal kurz, aber ordentlich, verwirrt. Aber sobald ich den Stempel gesehen habe, ist meine Verwirrung wortwörtlich verpufft und ich habe versucht, gleichzeitig die Treppe hochzugehen, das Brot und die Zeitung nicht fallen zu lassen und den Umschlag aufzureißen.
Drin war endlich, endlich die TJA-Anthologie diesen Jahres. Wunderwunderschön ist sie, und so sieht sie aus:

Auf der Seite des treffens junger autoren kann man sie zwar noch nicht bewundern, dafür aber schon bei amazon bestellen.
Geschrieben in Anthologie, Treffen Junger Autoren, Veröffentlichung | 2 Kommentare »