Ein bisschen 2010 ist erst rum

Und ich hab mir schon eine Erkältung eingefangen. Eine böse. Die mich nachts vom Schlafen abhält, weil ich keine Luft bekomme, und tagsüber so müde macht, dass ich das Gefühl habe, mein Gehirn hätte sich in Luft aufgelöst. Grade versuche ich mich auch von der Müdigkeit abzulenken, weil ich, wenn ich jetzt einschlafe, nur heute Nacht wieder nicht schlafen kann.

Außerdem wartet mein Januar-Fazit schon länger darauf, geschrieben zu werden. Der erste Monat von 2010 ist rum, und es hat eigentlich gut angefangen. Ich war in Musical Highlights, in Elisabeth und in Wicked, alles drei sehr tolle Erlebnisse. Ich habe mein Zeugnis bekommen, das einen sehr hübschen Zweierschnitt hat und mit dem ich sehr zufrieden bin. Ich habe meine Kursarbeitstermine, sind auch alle fein säuberlich eingetragen (einzig ärgerlich: die Bio-Kursarbeit, die mich wohl davon abhalten wird, mit auf Theaterfahrt zu fahren, weil ich Bio einbringen muss). Und ich habe natürlich gelesen.

Über die ersten beiden Bücher diesen Jahres hab ich ja schon etwas ausführlicher gebloggt- die anderen bekommen jetzt nicht die gleiche Behandlung, vor allem aus Unlust und Müdigkeit. Nachdem ich Inkheart gesehen hatte (mocht ich gern, hab ich aber erwähnt, oder?) habe ich ganz furchtbar Sehnsucht (Lessucht?) nach Tintenherz & Co. bekommen. Damit ich die Trilogie auch endlich mal komplett im Regal stehen habe, hab ich mir deshalb auch kurzerhand noch Tintentod bestellt. Mit den ersten beiden Büchern bin ich inzwischen durch, und ich liebe sie immer noch genauso wie beim ersten Mal. (Es müsste jetzt das dritte Mal sein, dass ich sie lese.) Diese Welt wird von Cornelia Funke so fein und detailliert erschaffen, die Charaktere so liebevoll ausgemalt - ich verliebe mich jedes Mal aufs Neue. Sowohl ihre Hauptfiguren als auch die Antagonisten wirken einfach nur so … traumhaft echt. Es ist ein richtiges Paradox, aber eins, das mich immer wieder zu Cornelia Funkes Büchern greifen lässt. Tintentod habe ich noch nicht angefangen, da ich noch ein bisschen was für die Schule lesen muss, aber spätestens nächstes Wochenende werd ich es aufklappen und reinhüpfen. ;) Und ich glaube, ich werde meine restlichen Funke-Bücher auch mal wieder lesen.

Für die Schule lese ich gerade Brave New World von Aldous Huxley und Le bal von Irène Némirovsky. Brave New World mag von der Idee her gut sein und der Plot gefällt mir auch, aber den Schreibstil finde ich… nicht schön. Stellenweise viel zu verwirrend und ich meine, grade bei einer so komplexen Idee sollte der Autor dafür sorgen, dass der Leser nicht in seltsamen Schreibexperimenten verloren geht. Besonders Kapitel 3: katastrophal. Ich hab gar nichts mehr verstanden. Und das lag nicht an der Sprache. Es ist schade, eigentlich.

Le bal von Mme Némirovsky hingegen ist vom Verständnis absolut kein Problem für mich, zeigt mir aber mal wieder mehr als deutlich, dass ich französische Bücher aus dem 20. und 19. Jahrhundert nicht mag. Aber wirklich nicht. Es hat sich bis jetzt bei jedem Buch aus dieser Epoche, das ich für die Schule lesen musste, bestätigt: ich finde sie schrecklich. Dabei gibt es durchaus französische Bücher, die ich mag. Ensemble, c’est tout zum Beispiel (es war LIEBE) und L’élégance du hérisson. Aber mit diesen seltsamen, in meinen Augen fast aufgesetzt wirkenden Büchern kann ich mich einfach nicht anfreunden. Vielleicht hab ich auch ein Trauma von meiner Schulzeit in Frankreich.

Aber ich werde auch das überstehen. Ich habe nämlich noch viel, worauf ich mich freuen kann, darunter noch einige übriggebliebene Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, die ungelesen sind (wie His Dark Materials von Pullman und Elantris von Sanderson). Und außerdem habe ich mir Rebel, die Fortsetzung von Knife, von dem ich letztes Jahr so begeistert war, bestellt, sowie The Secret Garden, worauf ich auch schon ziemlich gespannt bin. (Ein englischer Klassiker, hurra!) Visuellen Genüssen werde ich mich natürlich auch hingeben, unter anderem Holmes im Kino, diese oder nächste Woche, Ciske de Rat, My Fair Lady (das ich heute gucken wollte, bevor ich beinah eingeschlafen wäre) und natürlich Die Drei Fragezeichen Live and Ticking, die diese Woche rauskommen. Ach, ich freu mich. :)

Und jetzt geh ich wieder Tee trinken.

Homepage

So, meine Homepage ist inzwischen ganz unten. Stattdessen erscheint unter franziska-kurtz.de so ein lustiges Startseiten-Dingens. :)

Grund dafür ist, dass ich die Homepage irgendwie überhaupt nicht mehr aktuell gehalten habe, und dass da außerdem viel überflüssiger Krams rumschwamm. Ich hab mir ein bisschen Gedanken gemacht von wegen Umleitung, da ich die Domain ja auch behalten wollte, hab mich dann aber schlicht und einfach dafür entschieden, einen Link zum Blog und zu meinem twitter-Account zu setzen.

Das wollte ich nur mal loswerden, damit sich keiner wundert (haha, als ob in den letzten fünf Jahren überhaupt jemand auf der Homepage gewesen wäre). Und: ich habe im Zug geschrieben! Es hat mich überkommen. Ich halte das für ein gutes Zeichen.

Notwendige Streitgenossen (und anderes Zeug)

Die Notwendigen Streitgenossen von Georg Miggel liegen jetzt auch schon wieder ein paar Tage zurück - trotzdem will ich auf jeden Fall eine Rezension dazu schreiben, da ich das Buch gewonnen habe und man das als Gegenleistung ja wohl erwarten kann. :)

Notwendige Streitgenossen

Notwendige Streitgenossen war mal wieder einer meiner Ausflüge in ein Genre, das ich sonst nicht lese: Krimis. Leider muss ich sagen, dass dieser Ausflug… nun, nicht so ganz gelungen war. Als ich das Buch angefangen habe, war ich ehrlich begeistert. Die Interaktion zwischen Theo, der Hauptfigur, und seiner Frau Martina war toll. Es hat mir richtig gut gefallen, wie die beiden miteinander umgegangen sind, und das ging auch bei anderen Beziehungen so weiter. Da dachte ich schon, hey, das ist was, das bei Krimis sonst oft vernachlässigt wird und ich fand es toll, dass das mal ein Krimiautor konnte. Ich will jetzt nicht sagen, dass das aber auch schon alles war, was er konnte. Einige meiner Kritikpunkte, die gleich folgen, sind reine Geschmackssachen, und es wird Leute geben, die sich öfter in diesem Genre bewegen, denen das gefällt, was mir nicht gefallen hat.

Was ich als Erstes anbringen will, weil es das Erste war, was mich gestört hat: die Einführung neuer Figuren. Es waren wirklich, wirklich viele Leute, die vorgestellt wurden, da es um eine Sozietät mit 52 Partnern geht, und von den ganzen Juniorpartnern und was nicht noch will ich jetzt gar nicht anfangen. Aber jedes einzelne Mal, wenn jemand Neues auftauchte, wurden aufgelistet: sein Name, sein Alter, wie er mit der Hauptfigur in Verbindung steht, sein Aussehen.Wenn nötig (wobei das relativ ist) auch Sprachfehler oder Angewohnheiten, die die Person besitzt. Was ich dabei am schlimmsten fand, war die Erwähnung (bei mehreren Personen!), die Augen der Person benötigten keine Brille. Das ist schön. Aber total überflüssig. Und bei dem Überfluss an Informationen, der bei der Vorstellung der Charaktere sowieso schon geherrscht hat, wäre weniger wirklich mehr gewesen. Ich konnte mir irgendwann auch einfach nicht mehr merken, wer wer ist und woher XY nun schon wieder kommt.

Ich habe in dem Buch auch durchaus nicht alles verstanden, was darauf zurückzuführen ist, dass es im Anwaltsmilieu spielt und ich davon nun mal nicht viel verstehe. Erst zogen sich nur die Passagen, wo ich ohnehin nichts verstanden habe, aber später die ganze Story. Einer der Partner der Sozietät wird entführt und die verbliebenen sollen ein Lösegeld von 20 Millionen zahlen. In unendlichen Versammlungen wird erläutert ob und wie und warum und ob man nicht lieber die Polizei einschalten sollte, ob man es verantworten kann, zu riskieren, dass dadurch dem Entführten etwas passiert usw. usf. Das hat sich alles wiederholt und wurde zwar durch die Marotten der Herren und Frauen Anwälte aufgelockert (die mir auch wieder gefielen), aber insgesamt war es einfach zu viel.

Und dann noch ein letztes, was eher persönliche Enttäuschung ist als Enttäuschung meiner Erwartungen an ein Buch: irgendwann hat die Hauptfigur Theo Lindner gemeinsam mit seiner Frau entschieden, dass sie moralisch dazu verpflichtet sind, das Geld zu zahlen, entgegen aller Sorgen, dass sie dann ihr Haus nicht mehr abbezahlen können, eventuell die Ausbildung ihrer Kinder nicht mehr finanzieren können…- in dieser Situation hat er sich moralisch absolut richtig entschieden. (Ich muss es ja wissen, ich habe ja Ethik. :D) Und jetzt: Achtung Spoiler! Kaum dass am Schluss rauskam, dass die Entführung nur vorgetäuscht war und der Mitwisser Schumann ihm eine Millionen Schweigegeld bot, hat er zwar nur das genommen, was er auch gezahlt hatte - aber keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, wie moralisch oder unmoralisch das ist, und an den Schaden, den sämtliche seiner Partner (von denen er mit mindestens einem befreundet ist!) davontragen. Da musste ich erst mal schlucken und habe das Buch etwas traurig zugeschlagen.

Nun, als Fazit: meine Tasse Tee war es nicht. Aber ich bin trotzdem froh, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe. Disziplin! Und schließlich gab es auch Dinge, die mir ganz gut gefallen haben, sonst hätte ich das auch nicht gemacht.

Inzwischen lese ich Tintenherz noch mal, weil ich am Mittwoch den Film geschaut und unbändige Lust bekommen habe, mich mal wieder in ein bisschen Fantasy zu versenken, die ich schon kenne. Der Film hat mir zwar in einigen Punkten nicht so gut gefallen (”hey, lass uns da mal noch ein paar Effekte reinhauen, dann fällt es nicht so auf, dass wir vom Buch abweichen!”), aber die Darsteller fand ich alle gut, obwohl sie zum Großteil nicht so waren, wie ich mir die Figuren vorstelle. Ich bin aber froh, festzustellen, dass ich meine eigenen Bilder noch im Kopf habe. :)

Und eine schöne Neuigkeit zum Schluss: So was fragt man nicht wird im März in der Literaturzeitschrift Kritische Ausgabe veröffentlicht. Ich hab noch mal ordentlich dran geschraubt und bin jetzt sehr stolz auf mein Baby, und auch schon ganz gespannt, wie es sich in der Kritischen Ausgabe machen wird. An dieser Stelle auch noch mal ein ganz großes Dankeschön an Marcel Diel, fürs anfängliche Anschreiben, fürs Lesen und Lektorieren- danke. :)

Frohes Neues!

He, schaut mich nicht so vorwurfsvoll an. Das ist ein obligatorischer Post. (Und während ich so auf meine Kategorien-Spalte hier linse, fällt mir auf, wie verloren und traurig “2009″ als oberste dasteht.) Ich wünsche euch allein ein ganz wundertolles 2010, Inspiration, Gesundheit und was man nicht noch so alles gut gebrauchen kann. Ich hoffe, ihr habt das neue Jahr schön eingeläutet. Ich für meinen Teil hatte zwischen den Jahren viel Spaß und wenig Schlaf. Und wie es sich auf einer richtigen Party gehört, haben wir natürlich auch Alkohol getrunken (okay, es war ein Glas Sekt) und Mobiliar zerstört (also, fast).

Das soll’s jetzt aber nicht gewesen sein! Ich kann nämlich mit dem ersten Buch für meine Buchliste 2010 aufwarten. (Himmel, sieht das jämmerlich aus, so ganz allein.)

RebeccaRebecca - mal wieder ein Buch, das vor allem deshalb mein Interesse geweckt hat, weil ich das darauf basierende Musical kenne. Bisher hat sich mit Jane Eyre, Dracula und Wicked erwiesen, dass das nicht die schlechteste Grundlage ist. Und auch von Rebecca wurde ich, wenn auch nicht völlig überzeugt, so zumindest auch nicht enttäuscht.

Die Geschichte kannte ich nun natürlich schon, aber das Buch weicht natürlich in einigem vom Musical ab, was ich teils besser, teils schlechter gelöst finde. Die Szene vorm Ball zum Beispiel, in der Ich in dem Kostüm hinunter in die Halle geht, das auch Rebecca beim letzten Kostümball getragen hat, findet im Buch in einem viel kleineren Rahmen statt. Das hat mir so besser gefallen, weil ich gerade in diesem Moment unheimlich mit Ich mitleide, und es ist doch ein Unterschied, ob eine Bloßstellung im einem kleinen Kreis von Personen, mit denen man vertraut ist, geschieht, oder vor Unmengen fremder Menschen. Andererseits finde ich es schade, dass das Buch sehr abrupt endet, während das Musical noch einmal einen Bogen zum Anfang schlägt, also noch mal in die Gegenwart in dem Hotel in Italien zurückkehrt, und sich der Kreis somit schließt. Vielleicht bin ich davon aber auch nur verwöhnt und das Ende hätte mir gefallen, wenn ich es nicht anders gewohnt wäre.

In jedem Fall ist der Roman von Daphne du Maurier ein weiteres Buch, das mich voller Begeisterung ausrufen lässt: “Ich liebe englische Klassiker!” Einziger Minuspunkt ist, dass ich die deutsche Übersetzung gelesen habe, aber da ich das Buch von einem sehr lieben Menschen (danke, Heike!) bekommen habe, will ich mich darüber gar nicht beschweren, vor allem, da die Übersetzung größtenteils sehr gelungen war. (Gut, hin und wieder gab es einen mir unpassend vorkommenden Ausdruck oder auch mal einen weniger eleganten Satz hier und da, aber insgesamt war es wirklich gut gemacht.) Was mir auch immer wieder negativ aufgefallen ist, ist Maxims Verhalten gegenüber Ich. Wie sie mehrmals selbst feststellt, behandelt er sie wie Jasper, den Hund der Familie; streichelt ihr abwesend übers Haar, während er mit jemand anderem spricht, etc. Und wenn er sie nicht grade wie einen Hund behandelt, dann wie ein Kind (”mein liebes Kind”, “sprich nicht mit vollem Mund”, “kau nicht an den Nägeln, du bist eh schon hässlich genug”, als dein Ehemann enthalte ich dir alles vor, wovon ich glaube, dass es dich nichts angeht, und vertrauen tue ich dir erst recht nicht…). Mir ist klar, dass die Rollenverteilung früher eben so war, aber manchmal stört es mich schon extrem - was hier vielleicht ein bisschen daran gelegen hat, dass Ich sozusagen Maxims kleine Glückspille ist, aber mehr auch nicht, keine richtige Person. Bei Jane Eyre hat es mich hin und wieder gestört, weil Rochester immer wieder davon redet, wie gleich er sich Jane fühlt, sie aber dennoch hin und wieder mehr wie ein Ding denn eine Person behandelt.

Andererseits sind es aber auch die Rollenverteilung, die Konventionen und diese Dinge einer der Punkte, weswegen ich englische Klassiker so gerne lese. Es interessiert mich einfach. Und ich denke, gerade bei Rebecca dürfte es auch durchaus in der Absicht der Autorin gelegen haben, diese Kluft zwischen Maxim und Ich zu zeigen; und insgesamt hat es mich auch nicht daran gehindert, das Buch gut zu finden.

Was vielen an den Rhododendron-Büschen so aufstößt, das habe ich allerdings immer noch nicht rausgefunden. Hm. :D

Buchliste 2009

Da ich nicht glaube, dass ich dieses Jahr noch zum Lesen kommen werde (morgen heißt es Backen und Kaninchenstall machen und Packen und übermorgen fahr ich über Silvester weg), kann ich meine Buchliste von 2009 wohl gefahrlos posten. Schullektüre ist da jetzt doch drin, weil ich festgestellt habe, dass ich schon kaum noch wusste, was ich dieses Jahr für die Schule gelesen habe.

(1. Frühlings Erwachen von Frank Wedekind)

2. Black Magician Trilogy - The Magician’s Guild von Trudi Canavan

3. Black Magician Trilogy - The Novice von Trudi Canavan

4. Black Magician Trilogy - The High Lord von Trudi Canava

(5. Jugend ohne Gott von Ödön Horváth)

6. Knife von R. J. Anderson

7. Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier

8. Mein Großvater war ein Kirschbaum von Angela Nanetti

9. Middlesex von Jeffrey Eugenides

10. The Demon’s Lexicon von Sarah Rees Brennan (2x)

(11. Der Schimmelreiter von Theodor Storm)

12. Mistborn - The Final Empire von Brandon Sanderson *

13.  Mistborn - The Well of Ascension von Brandon Sanderson *

14. Mistborn - The Hero of Ages von Brandon Sanderson

15. Doktorspiele von Gert Postel

16. Dracula von Bram Stoker

17. Das Geheimnis des Cagliostro von Michael Schneider

18. Artemis Fowl von Eoin Colfer *

19. Artemis Fowl - Die Verschwörung von Eoin Colfer *

20. Artemis Fowl - Der Geheimcode von Eoin Colfer *

21. Artemis Fowl - Die Rache von Eoin Colfer *

22. Artemis Fowl - Die verlorene Kolonie von Eoin Colfer *

23. Artemis Fowl - Das Zeitparadox von Eoin Colfer

24. Das blaue Mädchen von Monika Feth *

25. Adler und Engel von Juli Zeh

26. Jane Eyre von Charlotte Brontë

(27. About a Boy von Nick Hornby)

28. Shrinking Violet von Danielle Joseph

(29. König Ödipus von Sophokles)

30. Wicked von Gregory Maguire

31. A Little Bit Wicked von Kristin Chenoweth & Joni Rodgers

32. Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery

33. Magic Bites von Ilona Andrews

34. Magic Burns von Ilona Andrews

35. Magic Strikes von Ilona Andrews

36. Alice’s Adventures in Wonderland & Through the Looking-Glass von Lewis Carroll

37. To Be Human von A. R.

() = Schullektüre

* = zum wiederholten Mal

Die Eleganz des Igels & Kate Daniels

Ich hinke wieder total hinterher. Und eigentlich sollte ich jetzt auch an meinen Kurzgeschichten schreiben, statt zu bloggen. Aber ich kann irgendwie nicht so gut schreiben, wenn ich noch etwas anderes zu tun habe - deshalb erledige ich das jetzt mal zuerst und danach wird fleißig geschrieben.

Die Eleganz des Igels

Die liebe Lisanne hatte mir zum Geburtstag Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery geschenkt. Erst hab ich gedacht hm, ein bisschen schade, ich wollte es doch auf Französisch lesen. Inzwischen bin ich Lisanne dankbar, dass sie mich davor bewahrt hat! Ich bin mir nämlich relativ sicher, dass ich kaum etwas verstanden hätte. (Es macht mir zugegebenermaßen ein bisschen Sorgen, wie eingerostet mein Französisch inzwischen ist.)

Anfangs hatte ich außerdem ein bisschen Angst, dass es mir zu kompliziert wäre. Uff, nee, nicht so was Anstrengendes, wo man sich die ganze Zeit konzentrieren muss. So war es aber gar nicht. Statt dass diese philosophischen Anklänge, die überall mitschwingen, das Buch schwer und langwierig machen würden, tun sie eher das Gegenteil. Das hab ich ehrlich gesagt selten erlebt und ich habe großen Respekt vor Muriel Barbery, dass sie das so gut hinbekommen hat. Mal abgesehen davon, dass sie einen ganz wunderbaren Humor hat. Ich liebe Renée, ihre Concierge, einfach, und das Ende des Buches kann ich ihr daher nicht so ganz verzeihen. Ich habe meinen “Ich runzle böse die Stirn, was ich sowieso höchstens zwei Minuten lang durchhalten kann”-Blick aufgesetzt, nur zu eurer Information.

Schön war aber, wie sich das Buch aufgebaut hat - diese zwei parallelen Erzählstränge, einer aus Renées Sicht und einer aus der Sicht der hochintelligenten, fast dreizehnjährigen Paloma, die Selbstmord begehen will. Es war wirklich recht lustig, wie die beiden manchmal die selbe Meinung von einem der Hausbewohner hatten, wie sie sich ähnliche Gedanken gemacht haben, schließlich beide dieselbe Person näher kennengelernt haben - und wie dann so ihre beiden Geschichten miteinander verflochten wurden.

Aber ganz besonders liebe ich das Buch aus einem Grund: die Protagonistin geht darin aufs Klo. Danke, Muriel Barbery. Danke.

Nachdem ich mit Die Eleganz des Igels fertig war, habe ich was gesucht, was ich lesen könnte, und da Sarah Rees Brennan in den Kommentaren zu einem ihrer Blogeinträge erwähnt hat, dass sie Ilona Andrews toll findet, habe ich beschlossen, es noch mal mit Magic Bites zu versuchen. Weil ich Sarahs Geschmack vertraue. Kurze Zusammenfassung meiner ersten Begegnung mit diesem Buch:

Umzug, kein Internet, so gut wie nichts zu lesen. Dreißig Seiten zähen Dahinfließens. Die mir nach wenigen Zeilen verhasste Badass Progagonistin Kate Daniels. Ein ekliger Vampir. Kapitulation meinerseits.

Magic BitesUnd so was war mir mit einem Buch, das ich mir selbst gekauft habe, noch nie passiert. Es tat mir monatelang weh, ein Buch im Regal stehen zu haben, dass ich nicht gelesen habe. Also, zweite Begegnung: Unvoreingenommen sein. Franzi! Unvoreingenommen. Okay, tief durchatmen. Vorsichtig das erste Kapitel lesen und- wuah, ist das GUT. Ich hatte das Buch innerhalb von zwei oder drei Tagen durch. Und dann hab ich mir die nächsten beiden bestellt. Per Overnight Express. Die ich ebenfalls beide verschlungen habe. Ich weiß nicht, warum ich das erste Buch vor einem Jahr so gehasst habe. Ich versteh es einfach nicht mehr. Es ist geniale Urban Fantasy. Damit können nicht alle Leute was anfangen, auch nicht alle Fantasy-Fans, aber ich gehöre zu den Leuten, die Urban Fantasy lieben. Und Fantasy mit einer bescheuerten Romanze, über die man sich stundenlang aufregen könnte. Mit Konflikten und wunderbaren und furchtbaren Nebencharakteren. Und zu guter letzt: der Humor. Diese Dialoge! Diese Monologe!

Ich bin total verliebt. Und im Mai kommt erst das nächste Buch raus. Irgendjemand muss mich hassen.

Wicked & A Little Bit Wicked

Es ist sieben. Es ist Samstag. WARUM KANN ICH NICHT MEHR SCHLAFEN?

Pfuh. Das tat gut. Und da morgens sowieso die beste Zeit ist, um zu denken, habe ich mir gedacht, ich schreibe endlich mal diesen Blogeintrag über all die wicked Bücher, die ich so gelesen habe. Den schulde ich euch nämlich schon lange.

Wicked Wicked von Gregory Maguire wollte ich lang, lang schon lesen. Das hängt natürlich höchstens ein klitzekleines bisschen damit zusammen, wie sehr ich das Musical liebe. :D Ich bin dann auf die blöde Idee gekommen, es im November zu lesen (bzw. ich bin vorher einfach nicht fertig geworden), so dass es eine sehr unregelmäßige Lektüre wurde. Und dabei hatte ich mir doch geschworen, nicht so lange für das Buch zu brauchen wie meine Mutter, die es während unseres Umzugs gelesen hat.

Dafür war es dann aber ein bisschen wie eine Reise. Es gab zwar Tage, da habe ich überhaupt nicht gelesen, aber ich habe immer versucht, wenigstens ein paar Seiten zu schaffen - und an manchen Abenden konnte ich mich nicht mehr losreißen. Ja, so entstehen Augenringe.

Das war mal wieder ein englisches Buch, wo ich mich richtig drauf konzentrieren musste, nicht in den langen Sätzen verloren zu gehen. Normalerweise habe ich damit ja keine Probleme, aber wenn man nebenher versucht, 50k in den Computer zu hauen und sowieso noch krank ergo müde ist, dann kann das schon mal anstrengend werden.

Das Schönste war für mich eigentlich, die Charaktere, die man aus dem Musical (vielleicht nur oberflächlich) kennt, ein bisschen besser kennenzulernen. Boq, Nessa, Glindas Freundinnen… die ganze Geschichte zu Dr Dillamond - und dann auch Fiyero, der im Buch so viel anders ist als im Musical. Ich glaube, Fiyero war eine der Figuren, die mir am besten gefallen haben. Der Unterschied zum Musical ist schon ziemlich drastisch, denn im Buch ist er nicht so ein oberflächlicher Schnösel und auch nicht Schwarm aller Frauen. Schon gar nicht der von Glinda. :D

Was ich toll fand, war, dass Boq und Elphaba im Buch eigentlich eine relativ starke Verbindung haben, und die hat mir sehr gut gefallen. Und Elphaba war nicht so naiv wie im Musical am Anfang - sie hat dem Zauberer von Oz gleich von Anfang an misstraut. Insgesamt ist sie furchtbar interessant gewesen - es gehen so viele widersprüchliche Dinge in ihr vor, das macht so viel Spaß, das zu lesen. Man kommt auch als Leser sehr schwer durch ihre kühle Hülle durch, aber manchmal hat sie so seltene Momente, wo man spürt, dass sie traurig oder verzweifelt ist.

Ich finde, das ist das, was Gregory Maguire gut kann: Charaktere. Beim Plot hat er so einiges offen gelassen, das hätte man vielleicht am Schluss ein bisschen besser zusammenknoten können. Aber es gibt ja noch ein weiteres Buch. :)

A Little Bit WickedNachdem ich mit Wicked fertig war, wusste ich nicht so recht, was ich lesen sollte - es sollte was Unkompliziertes sein. Und da A Little Bit Wicked sowohl das verspricht, als auch etwas mit dem vorherigen Buch zu tun zu haben, habe ich mich schlussendlich dafür entschieden.

Das war auch eine sehr, sehr gute Entscheidung. A Little Bit Wicked ist leicht und bubbly (das Wort passt einfach so gut), witzig, aber manchmal auch ein wenig tiefsinnig. Da ich ein großer Fan von Kristin Chenoweth bin, war es total schön, bei ihr mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen zu dürfen und es war sehr interessant, zu erfahren, was sie in bestimmten Situationen während bestimmter Projekte gefühlt hat, wie sie beim Musical gelandet ist (obwohl sie ja eine klassische Ausbildung hat), wie sie beim Fernsehen gelandet ist - und so weiter.

Natürlich will ich auch die “echte” Autorin, die an dem Buch beteiligt war, nicht vergessen: Joni Rodgers, die es wirklich toll hinbekommen hat, Kristin in Worten zu verpacken. Man findet sehr viel wieder von dem, was man glaubt, das es Kristin ausmacht, und es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen. Ich hatte es innerhalb von ein paar Tagen durch. Wenn alle Autobiographien von irgendwelchen Stars so schön und gut geschrieben wären, dann wäre die Welt ein besserer Ort.

Die Päpstin

Am Montag war ich mit meinem Geschichtskurs (na gut, das war jetzt etwas gnädig ausgedrückt - es war eher die Hälfte) in Die Päpstin.

Ich weiß nicht, ob ich schon mal erwähnt habe, wie wahnsinnig gerne ich ins Kino gehe. Fast so gerne wie ins Musical oder ins Theater.  Deshalb freu ich mich auch jedes Mal, wenn wir so was von der Schule aus machen - dann hab ich nämlich gleich noch eine Menge Leute, die mit mir gehen. :)

Da wir jetzt in Geschichte mit dem Mittelalter anfangen, hat Die Päpstin natürlich gut gepasst. An und für sich fand ich den Film ganz gut. Das Buch hab ich nicht gelesen, deshalb kann ich nichts dazu sagen, wie gut oder schlecht es umgesetzt war, und bewerte einfach mal den Film als alleinstehende Sache. Ich denke, die meisten dürften wissen, worum es geht - um Johanna, die wegen ihrer außerordentlichen Intelligenz auf die Domschule gehen darf (wo ihr allerdings das Leben schwer gemacht wird), ein Massaker der Normannen überlebt und daraufhin als Johannes Anglicus ins Kloster geht. Wegen einer “Wunderheilung” wird sie zum Priester geweiht, muss aber schließlich aus Angst vor der Entdeckung fliehen und pilgert nach Rom, wo sie erst Leibarzt des Papstes wird und nach dessen Vergiftung schließlich selbst zum Papst gewählt wird.

Ich finde die Thematik einer Frau als Papst sehr interessant - ich muss deshalb sagen, dass mir auf die Problematik irgendwie zu wenig eingegangen wurde. Es wurde sehr viel von der Lebensgeschichte in diesen Film reingestopft, von frühester Kindheit an (wo ich mich manchmal wirklich gefragt habe: “Ja, wann wird sie denn nun Papst?”), wo man die Zeit meiner Meinung nach eher dazu hätte nutzen sollen, das Innenleben der Figuren etwas näher zu beleuchten. Ich meine: in mir als Frau würde es Konflikte wecken, mich jahrelang als Mann zu verkleiden und das ganze Drum und Dran. Das habe ich ein bisschen vermisst, nicht nur im Script, sondern zum Teil auch in Johanna Wokaleks Darstellung. Den Mann allerdings, das muss man ihr lassen, hat sie größtenteils gut gespielt. Allerdings dachte ich mir bei manchen Sachen nur, wie doof die Leute denn sein müssen, dass sie nicht merken, dass das eine Frau ist. Ein Mann - meinetwegen mag es da Ausnahmen geben, aber das ist meine Beobachtung - beißt sich nicht auf die Unterlippe und schielt so nach oben. Das ist so extrem weiblich, das fällt sofort auf.

Abgesehen davon fand ich die Geschichte manchmal ein wenig vorhersehbar. Vor allem die große, romantische Liebesgeschichte. Von der ersten Sekunde, als Gerold Johanna bei sich aufnehmen wollte, war mir klar, sobald die auch nur ein bisschen erwachsen ist, verliebt er sich in sie und sie sich in ihn und das furchtbare Schicksal wird sie auseinanderreißen.  Dann kam hinzu, dass die Sache doch manchmal ein bisschen künstlich angelegt war. Natürlich kommt Gerold genau einen Tag nach dem Massaker der Normannen zurück und natürlich ist Johanna dann schon weg. Natürlich reitet Gerold dann ausgerechnet in Lothars Armee als Feldherr mit nach Rom und sieht nach dem Wassertrick auch natürlich Johanna über eine Mauer lugen. (War ja auch nur sonst wie weit weg, sie hatte eine völlig andere Frisur usw. usf.) Solche Dinge. Und derer gab es noch mehr, blöderweise hab ich natürlich jetzt wieder vergessen, worüber ich mich noch vorgestern so ausführlich ausgelassen habe. :D

Aber! So sehr mich manchmal der Plot und der fehlende Hintergrund gestört haben - es gab da etwas, dass den Film für mich gerettet hat. (Na ja, was heißt “gerettet” - so schlecht fand ich ihn ja nun nicht.) David Wenham! Ich liebe David Wenham! Sobald Gerold sagte, er würde Johanna bei sich aufnehmen, habe ich nur begeistert in die Hände geklatscht und gemeint: “Juhu, dann kommt er öfter vor!” Es gibt einfach Leute, die einen Film gut machen. Und Franzi ist froh. :)

GESCHAFFT

Leute, ich bin eine NaNoWriMo-Gewinnerin 2009! Ich habe fertig! 50.028 Wörter (es war so verdammt knapp) und das Projekt ist beendet.

Alle, die noch auf E-mails warten, dürfen dieses Wochenende damit rechnen. Ich werde Texte einsprechen, um mich vielleicht am AdventPodcast zu beteiligen. Ich werde Texte schreiben, für eine Literaturzeitschrift, für Wettbewerbe. Ich werde Wicked endlich fertig lesen. Ich werde wieder regelmäßiger bloggen! Ich werde meinen Teekonsum zurückschrauben. Meinen Schokoladenkonsum auch. Ich werde wieder ruhig schlafen.

Ja, liebe Menschen. Jetzt, wo ich ein Buch geschrieben habe, wende ich mich wieder den wichtigen Dingen des Lebens zu. :D

Wow. Ich bin glücklich.

Der Blog liegt brach

… das geb ich ja zu. Falls jemand trotzdem gerne wissen wollen sollte (uh-huh), dass ich noch lebe: ich twittere fleißig. Frisst nicht ganz so viel Zeit, die man eigentlich fürs Schreiben verwenden müsste, wie das Bloggen.

Ja, Schreiben. Inzwischen ist mir die Realität auf den Kopf gekracht: NaNoWriMo. Ist. Anstrengend. 50 000 Worte schreiben sich nicht mal so eben weg. Anfangs war ich noch ein bisschen hinterher, inzwischen bin ich meinem Wortziel um ungefähr zwei Tage voraus; ein gutes Polster für Tage, an denen ich mal nicht so viel schaffe.

Ich bin jetzt bei 25 419 Wörtern und habe die Hälfte eines zugegebenermaßen eher schlechten Buches damit geschafft. Aber: ich wollte ja eigentlich vor allem üben. Handlung zu schreiben. Dialoge zu schreiben. Fantasy zu schreiben. Ich bin nicht mit der Erwartung reingegangen, dass ich ein Meisterwerk schreibe. Und ich habe durchaus das Gefühl, dass es mir etwas bringt. Und weil das Lyrische, das Franzi immer so mit sich rumträgt, natürlich auch nicht fehlen darf, hier mein Lieblingssatz aus dem Wortsalat:

“Man konnte schon die Hügel sehen und Rauchfahnen, die in den Himmel stiegen wie graue, filigrane Säulen, die die Spätherbstwolken trugen.”

 

Wer noch auf eine e-Mail von mir wartet (ich weiiiß, Nadja): ich geb mir wirklich Mühe, aber es bleibt alles ein bisschen liegen momentan. Dieses Wochenende will außerdem noch der ganze Stoff für die Geschichts-Kursarbeit gelernt werden. Und die 30 000 würd ich gerne schaffen.Versprechen tu ich nichts, außer, dass ich versuchen werde, mich zu melden.

 

Heute übrigens: die Lesung der tja-Preisträger, denen ich hier schnell ganz viel Erfolg und Glück, eine wunderwunderbare Lesung und noch ein aufregendes und lehrreiches restliches tja wünschen will. (Wär so gern dabei gewesen mäh.)